Das Projekt Dorftreff stand im Mittelpunkt eines Besuchs des CSU-Landtagsabgeordneten Martin Schöffel in Guttenberg. Wie Bürgermeister Eugen Hain mitteilte, gehe man in der kleinsten Gemeinde des Landkreises Kulmbach von einem Kostenrahmen von 300 000 Euro aus. Dafür habe das Amt für ländliche Entwicklung eine Förderung von 200 000 Euro zugesichert (siehe auch rechts den Bericht von der Gemeinderatssitzung).
Eingerichtet werden soll der Dorftreff im ehemaligen Schulgebäude, das derzeit zu zwei Dritteln leer steht. Im ersten Schritt wird Hain zufolge die energetische Sanierung auf den Weg gebracht, anschließend soll der vordere Teil entsprechend umgebaut werden. "Der Dorftreff ist für die Gemeinde Guttenberg notwendig, da es keine öffentliche Gaststätte mit Versammlungsräumen mehr gibt", betonte der Bürgermeister.


Eintrag ins Gästebuch

Nachdem sich Martin Schöffel ins Gästebuch der Gemeinde Guttenberg eingetragen hatte, stellte ihm Hain "seine Gemeinde" mit ihren 14 Ortsteilen kurz vor. Sehr zu kämpfen habe Guttenberg mit der demografischen Entwicklung, die Einwohnerzahl sei auf 530 Personen geschrumpft.
Die Gemeindestraßen sind laut Bürgermeister augenblicklich noch in Ordnung, "müssen aber wohl in vier oder fünf Jahren auch angegangen werden". Guttenberg verfüge über eine eigene Trinkwasserversorgung, das Abwasser laufe über Untersteinach nach Kulmbach. Gut aufgehoben sei die Gemeinde im Grundschulverband und im Mittelschulverbund "Fränkische Linie". Hain wies auch auf die sehr preiswerten Baugrundstücke hin.
Dann stellte er ein weiteres Großprojekt vor: Mit einem Aufwand von 400 000 Euro habe die Kommune das Gemeindehaus am Hohberg generalsanieren müssen.
"Und das Ganz ohne jegliche Förderung. Wir haben uns schon gefragt, ob das fair ist. Für Kommunen wie Guttenberg, die keinerlei Stabilisierungshilfe erhalten, sollte entsprechend die Investitionsumlage höher gesetzt werden", nahm Hain kein Blatt vor den Mund.
"Die kleinen Gemeinden müssen bessergestellt werden, dass ist der politische Ansatz der CSU", entgegnete ihm Landtagsabgeordneter Martin Schöffel. Ändern müsse sich, dass der Altbestand von Wohnungen nicht nur in den Ballungszentren, sondern auch auf dem Land gefördert wird.
Schöffel sah gerade einen Dorftreff für sehr wichtig an. Dort könnten sich jüngere und ältere Bürger begegnen, und auch größere Veranstaltungen seien kein Problem.