Er ist ein Schmarotzer und ein Indikator dafür, dass es dem gesamten Umfeld gut geht: Der Dunkle (und auch der Helle) Wiesenknopf-Ameisenbläuling "ist ein Hinweis auf sehr hochwertige Lebensräume", sagte Isabel Stöcker in Zeil bei der Vorstellung der "Natura-2000"-Pläne.
Stöcker arbeitet bei der Höheren Naturschutzbehörde der Regierung von Unterfranken. "Natura 2000" ist laut Stöcker ein "europaweites Netz von Biotopen" für "die Erhaltung des Naturerbes unseres Kontinents" und es ist für alle EU-Mitgliedsstaaten verpflichtend.
Für verschiedene Tier- und Pflanzenarten, die als besonders schützenswert betrachtet werden, werden hier durch gezielte Maßnahmen Lebensräume geschaffen, erhalten und gepflegt. Eines dieser schützenswerten Tiere ist der Ameisenbläuling, eine Schmetterlingsart, und er kommt in einigen Gebieten im Landkreis Haßberge und auch in der weiteren Umgebung, wie etwa der Rhön, vor.
Sein bevorzugtes Habitat sind Wiesenflächen, diese müssen aber einige Voraussetzungen erfüllen, damit das Insekt zurecht kommt. Der Schmetterling braucht für seinen Bestand den Großen Wiesenknopf, eine Pflanzenart, von der er Nektar nascht und auf der er seine Eier ablegt. Die geschlüpften Raupen lassen sich nach einiger Zeit zu Boden fallen, locken mit einem Duftstoff Ameisen an (der Duftstoff ähnelt dem von Ameisenlarven, die Raupe suggeriert damit ihre Zugehörigkeit zum Ameisenstaat). Die Wirtsameisen nehmen die Raupe mit in ihr Nest. Dort wird sie gefüttert und ernährt sich auch von den Ameiseneiern und -larven. Dann verpuppt sie sich, schlüpft im folgenden Sommer als kleiner Falter und flattert beziehungsweise faltert davon. Quelle für diese Informationen ist eine Broschüre der Regierung von Unterfranken zu diesem Thema. al