Die Radverbindungen zwischen den Gemeinden links des Mains, von Zapfendorf über Hallstadt bis Viereth-Trunstadt, sind oft schon recht gut. Doch es gibt auch große Lücken, wie etwa zwischen Ebing und Breitengüßbach. Das neue Konzept für den Alltagsradverkehr im Landkreis Bamberg soll helfen, diese zu schließen. Und hier geht es nicht um touristisch schöne Routen, sondern um möglichst schnelle, direkte und allwettertaugliche Verbindungen für den Berufsverkehr auf zwei Rädern.

In der vierten Folge der FT-Serie stellen wir die Pläne und Wunschlinien für Viereth-Trunstadt, Bischberg, Hallstadt, Gundelsheim, Kemmern, Breitengüßbach und Zapfendorf vor. Die Beschreibung ergibt sich aus den Datenblättern, die das Büro Topplan nach Befahrungen und Befragungen erstellt und jeder Kommune sowie dem Landkreis und dem Staatlichen Bauamt - die in vielen Fällen Baulastträger sind - zur Verfügung gestellt hat.

1. Breitengüßbach - Ebing An der Staatsstraße 2197 wird schon lange ein Radweg vermisst. Und als er 2016 wegen des ICE-Ausbaus bei Unteroberndorf versetzt werden musste, baute die Bahn sozusagen nur den Bestand. Dabei wäre das ein wichtiger Lückenschluss in dieser Nord-Süd-Achse. "Radwegebau ist notwendig, um die Strecke ins Alltagsradnetz aufzunehmen", stellt das Konzept fest. Offenbar laufen beim Staatlichen Bauamt aber bereits die Planungen. Die Strecke ist im Radwegebauprogramm für Staats- und Bundesstraßen 2020 bis 2024 enthalten. Streckenlänge: 4,0 Kilometer, Ausbaupriorität: sehr hoch.

2. Zapfendorf - Scheßlitz Die gemeindeübergreifende Nord-Ost-Verbindung im Landkreis wäre ein echter Lückenschluss. Die Konzeptersteller sehen zudem durch die vielen Arbeitsplätze in Scheßlitz ein hohes Potenzial für den Alltagsradverkehr entlang der Kreisstraße BA 1. Da auf der Strecke viel Schwerlastverkehr unterwegs ist, wird der Radwegebau als wünschenswert erachtet. Streckenlänge: 9,1 Kilometer, Ausbaupriorität: hoch.

3. Kemmern - Breitengüßbach Die Bundesstraße 4 ist aktuell für Radfahrer nicht befahrbar. So lange an der ICE-Strecke und an der Autobahnbrücke gebaut wird, wird es auch so bleiben. Auch das hohe Verkehrsaufkommen macht den Radwegebau nötig. Laut Staatlichem Bauamt sind Planung und Realisierung bereits fest eingeplant, erfolgen aber erst nach Fertigstellung der ICE-Baumaßnahmen in zwei bis drei Jahren. Streckenlänge: 1,5 Kilometer, Ausbaupriorität: sehr hoch.

4. Hallstadt - Gundelsheim Schon der Ausbau der Kreisstraße BA 5 war ein jahrelanges Drama. Probleme gab es vor allem mit dem Grunderwerb. Für einen straßenbegleitenden Radweg bei der Direktverbindung zwischen diesen beiden Orten dürfte es nicht viel einfacher werden. Weil die Verkehrssicherheit auf der Straße eingeschränkt ist, bleibt für die sichere Nutzung im Alltagsradverkehr der Radwegebau nötig. Streckenlänge: 1,6 Kilometer, Ausbaupriorität: hoch.

5. Trabelsdorf - Tütschengereuth Zu dem Lückenschluss zwischen Aurachtal und Maintal an der Staatsstraße 2262 heißt es im Konzept: "Grundsätzlich ist der Bau eines Radweges notwendig, um die Strecke sicher befahren zu können. Auch für Schönbrunn und Lisberg wäre es eine wichtige Anbindung. Laut Staatlichem Bauamt hat die

Verbindung als wichtiges Stück im Landkreis höchste Priorität. Die Strecke ist im Radwegebauprogramm für Staats- und Bundesstraßen 2020 bis 2024 angemeldet. Streckenlänge: 6,0 Kilometer, Ausbaupriorität: sehr hoch.

6. Breitengüßbach - Leimershof Für die Planer ist der Lückenschluss an der Kreisstraße BA 6 über Hohengüßbach von untergeordneter Priorität. Der Bau eines Radweges wird dennoch als die beste Variante eingestuft. Auch von der Gemeinde wird der Bau eines Geh- und Radweges deutlich favorisiert. Dafür müsste aber der Grunderwerb gesichert sein. Streckenlänge: 4,0 Kilometer, Ausbaupriorität: niedrig.

7. Kemmern - B 279 Der Wirtschaftsweg in Richtung Bundesstraße, mit Anschluss nach Baunach und an das Gewerbegebiet Breitengüßbach, wurde nachträglich in das Konzept aufgenommen. Ein Wunsch aus der Bürgerschaft mit Einverständnis des Bürgermeisters von Kemmern. Eine Asphaltierung des Wirtschaftsweges gilt als wünschenswert. Streckenlänge: 2,3 Kilometer, Ausbaupriorität: mittel.

8. Diverse Strecken in Hallstadt

Die Fahrt durch das Gewerbegebiet Laubanger zwischen Emil-Kemmer-Straße und dem Kreisel Hafenstraße ist "aktuell für Radfahrer nicht zumutbar", heißt es. Separate Radverkehrsführungen seien nötig. Die Erschließung sollte gemeinsam mit der Stadt Bamberg und der Gemeinde Bischberg erfolgen. (Streckenlänge: 2,7 Kilometer, Ausbaupriorität: mittel)

Für einen Dammweg im Westen von Hallstadt laufen die Planungen bereits. (Streckenlänge: 0,8 Kilometer, Ausbaupriorität: mittel).

Auf verschiedenen Straßenabschnitten ist die Verkehrsbelastung für Alltagsradfahrer zu hoch (z.B. Lichtenfelser Straße, letztes Stück bis Kreisel, Mainstraße, Mainbrücke davor und dahinter). Separate Radverkehrsführungen mit Radfahrstreifen oder zumindest Schutzstreifen wären wünschenswert. Es müssen hierzu aber die Querschnitte geprüft werden.

Radwege weisen an verschiedenen Stellen im Ortsgebiet zu geringe Breiten auf. Diverse Wege sind unter 2,0 Meter breit, teils handelt es sich um freigegebene Gehwege. Die Anordnung "Gehweg - Radfahrer frei" ist nicht radfahrfreundlich, da dann unabhängig vom Fußgängeraufkommen konstant Schrittgeschwindigkeit herrschen muss. Wünschenswert wäre langfristig die Verbreiterung der schmalen Abschnitte.

9. Diverse Strecken in Bischberg Für den Anschluss an Bamberg und Hallstadt mit ihrem Hafen- und Gewerbegebiet ist die neue Regnitzbrücke der B 26 entscheidend. Geh- und Radweg sind mit geplant. Es gab aber Verzögerungen. Stand Frühjahr 2020 hieß es, die Bauarbeiten an der Brücke sollen zeitnah beginnen. (Streckenlänge: 0,1 Kilometer, Ausbaupriorität: hoch)

Einige bestehende Radwege entsprechen nicht ganz den Anforderungen. So sind auf den Routen Tütschengreuth - Bischberg, Weipelsdorf - Bischberg und in Bischberg an der B 26 die Radwege immer wieder unter zwei Meter breit. Wünschenswert wäre langfristig eine Verbreiterung der zu schmalen Abschnitte. Die betrifft eine Strecke von zusammen 2,5 Kilometern.

10. Umfahrung Ortskern Viereth Bei der jüngsten Sanierung der Ortsdurchfahrt (B 26) wurde von einem Radweg abgesehen - wegen der dort parkenden Autos. Radfahr- oder Schutzstreifen wären gut zur sicheren Führung, auch auf Grund des hier verlaufenden Main-Radweges. Dafür reicht aber offenbar der Straßenquerschnitt nicht aus. Am Main entlang gibt es eine mögliche Alternativführung. Allerdings ist der Weg nur etwa zwei Meter breit.

11. Ortsdurchfahrt Zapfendorf "Die Fahrt im Mischverkehr ist für Radfahrer nicht angenehm, dennoch ist die Ortsdurchfahrt auf der Staatsstraße 2197 nicht als gefährlicher zu betrachten, als andere Ortsdurchfahrten im Landkreis", heißt es im Konzept. Problematischer sei die Kreisstraße BA 1 bis zur Autobahnauffahrt. Es fehle eine separate Radverkehrsführung mit Radfahrstreifen oder zumindest Schutzstreifen. Bis 2024 soll eine Umgehungsstraße gebaut werden. Radfahrer könnten dann innerorts im Mischverkehr geführt werden.