Die 7. Schlossgarten-Festspiele, die am vergangenen Wochenende an zwei Abenden im nunmehr herrlich gestalteten Schlossgarten durchgeführt wurden, hielten das, was sie im Vorfeld bereits versprachen: Ein sehr unterhaltsames und kurzweiliges Programm mit einem ausgezeichneten Drei-Gänge-Menü in "Herrmann's Romantik Posthotel".
Das Wichtigste war aber, dass das Wetter trotz vorheriger Schauer während des Programms hielt. Das Programm, das TV-Star und Kabarettist Martin Rassau von der Comödie Fürth mit Bernhard Ottinger, den A-cappella Sängern, den Gebrüdern Sing und Andreas Rüsing am Klavier zusammengestellt hatte, lief dieses Mal unter dem Titel "Der Broadwourschd-Walzer" ab. Die Akteure zeigten dabei viele Gesichter: mal männlich chaotisch, dann wieder fränkisch charmant und direkt sowie auch stimmlich famos.


Probleme eines Fünffachvaters

Damit war klar, dass sich alles um die fränkische Bratwurst, nicht nur am Grill, sondern auch im Programm drehen musste. Kurz zum Inhalt des "Broadwourschd-Walzers": Ein lauer Sommerabend, der fünffache Vater aus zwei Beziehungen (Bernhard Ottinger) bereitet unter tatkräftiger, mitunter aber auch nur passiver Mithilfe seines Bruders (Martin Rassau) eine Familienfeier im Freien, eben im romantischen Schlossgarten, vor. Während beide über die guten, alten Zeiten plaudern, sind die Kinder aus der Patchwork-Familie allerdings mit ganz anderen Dingen beschäftigt.
Der überzeugte Vegetarier muss sich andauernd vieler Vorwürfe erwehren, der Nächste hängt nur noch am Handy, der Jüngste leidet qualvoll am Trennungsschmerz und der Anständigste tut alles, was ihm seine Frau aufgetragen hat. Doch vor allem brauchen sie für den Sonntagabend noch eines: Das besondere Geschenk für Mutti!
Kein Wunder, dass es im Schlossgarten drunter und drüber geht, von verbrannten Bratwürsten, nervendem Nudelsalat und Selbstgebasteltem die Rede ist. Das Ganze wurde wieder mit berühmten Operettenohrwürmern wie zum Beispiel "Schenkt man sich Rosen in Tirol", dem "Weibermarsch", dem flotten "Can-Can" (Orpheus in der Unterwelt) und dem charmanten "Mein Liebeslied muss ein Walzer sein" (Weißes Rössl) garniert und es endet schließlich in der einmaligen "Grillorette" mit einem Potpourri aus Johann Strauss' Meisterwerk "Die Fledermaus". Ja, und natürlich hatte der Chefkoch und gastronomische Leiter vom Posthotel, Tobias Bätz, ein tollen Festspiel-Menü auf den Tisch gezaubert. Zunächst wurden die "Festspiel"-Besucher - beide Vorstellungen waren ausverkauft - zu einem Aperitif eingeladen.


Wild mit Kaffee und Kuchen

Einen Vorgeschmack auf den Hauptgang gaben gebackenes Ibericoschwein mit Spargelsalat und Sauerampfer, Lachstatar-Crostini mit Meerrettich und Krustentier-Kaltschale mit Kräutern und Tomate.
In der Pause gab es geflämmte Fjordforelle, Kopfsalatstiele, Grapefruit, Ingwer, Grünen Tee und Kaviar und als Hauptgericht gab es Wild mit Kaffee und Kuchen, Hirschrücken mit Kaffee und Oliven rosa gegart, Pfirsichgel, Maibockhaxe geschmort, Kaffeeschaum und gebratenen Hefezopf. Zum Dessert wurde Brombeerparfait, Holunderblüten-"Wolke", Sternanisrinde und Frischkäse serviert. Und nach dem zweiten Teil des "Broadwourschd-Walzers" gab es noch einen "Absacker" in der Bar.