Die diesjährige Serie zum Play-off-Auftakt wird mit einem Jumpball eröffnet - das erste Wort hat vor den morgen beginnenden Viertelfinals Heiner Desch aus Bamberg, 52 Jahre alt, beruflich selbstständiger Vermögensverwalter, seit mehr als 20 Jahren Inhaber einer Dauerkarte. Er bekam den Pass von Karl-Heinz Wolfschmidt, der in der vergangenen Saison den Ball beim letzten Finale gegen Oldenburg innehatte.

Wie entstand Ihr Kontakt zum Basketball?
Heiner Desch: Ein basketball-begeisterter Sportlehrer ist schuld an meiner Basketball-Verrücktheit. Über die Schulmannschaft kam ich zum Vereinsbasketball. Ob als Spieler in der Regionalliga, Bundesligaschiedsrichter oder Trainer, ich habe in diesem fantastischen Sport schon alles erlebt.

Was fasziniert Sie am Basketball?
Bei einem Basketballspiel ist alles möglich, und das ist perfekt für Spieler und Zuschauer. Du bist mit mehr als 20 Punkten im Rückstand und kannst trotzdem noch gewinnen, wenn alle zusammenhalten und als Team spielen. Wir haben das in dieser Saison beim Euroleague-Spiel gegen Barcelona hautnah erlebt. Fantastisch!

Wer ist Ihr Lieblingsspieler?
Daniel Hackett ist ein sehr guter Point-Guard mit sehr viel Teamgeist und Einsatzwillen. Ein Spielertyp, von dem die Mannschaft viel mehr bräuchte. Augustine Rubit hat in dieser Saison den größten Entwicklungssprung gemacht. Ich hoffe, dass er noch lange bleibt. Als ehemaliger Jugendtrainer von Nicolas Wolf wünsche ich ihm natürlich einen schnellen Durchbruch.

Wie beurteilen sie den bisherigen Saisonverlauf?
Die Saison gleicht bisher einer Achterbahnfahrt. Von Spitzenbasketball in der Euroleague bis hin zu katastrophalen Partien in der BBL war in dieser Spielzeit alles dabei. Mit Luca Banchi haben wir nun glücklicherweise einen Trainer, der die Spieler wieder erreicht. Das gibt Hoffnung für die Play-offs.

Was wird in der ersten Play-off-Runde gegen Bonn spielentscheidend sein? Wird es ein 3:0-Sweep oder eher eine Krimi-Serie?
Die Mannschaft braucht Herz und Leidenschaft, Talent hat sie genug. Entscheidend wird sein, ob es Luca Banchi noch schafft, aus den vielen Einzelkönnern und Legionären ein Team zu formen. Das funktioniert aber nur, wenn alle Spieler mitziehen und jeder für jeden kämpft. Wenn ja, dann wird Bonn nicht die Endstation sein. Ich tippe auf ein 3:1.

Welchem Fan sollen wir diese Fragen in der nächsten Woche stellen?
Gregor Großkopf, meinem langjährigen Freund und Trainerkollegen.

Die Fragen stellte
Bertram Wagner