Ab 1. Januar 2017 wird in der Marktgemeinde die so genannte "gesplittete Abwassergebühr" eingeführt. Neu ist dabei, dass die Abwassergebühren nach Niederschlagswasser und Schmutzwasser getrennt berechnet werden, woraus sich eine verursachergerechtere Verteilung der Gebühren ergibt.


Grundstücke werden erfasst

Bevor diese Abrechnungsart greifen kann, mussten alle einleitenden Grundstücke erfasst und die Daten nach Art der Versiegelung ermittelt werden. Dazu hatte die Gemeinde ein Ingenieurbüro beauftragt, das nunmehr die Datenermittlung abgeschlossen hat. In der Sitzung des Marktgemeinderates konnte daher die von der Verwaltung vorgelegte neue Satzung beschlossen werden, so dass sie planmäßig zum 1. Januar in Kraft tritt.


Flächentypen

Für die Berechnung des Niederschlagswassers werden darin vier Flächentypen unterschieden: vollständig versiegelte Flächen wie Dächer, Asphalt, Beton, stark versiegelte, dazu zählen Pflaster, Platten, Verbundsteine, Gründächer, sowie wenig versiegelte Flächen, die mit Kies, Schotter oder Rasengittersteinen gestaltet sind.
Die Schmutzwassergebühr wird wie bisher nach der Menge des Abwassers zuzüglich einer Grundgebühr berechnet. Durch die Einführung einer Gebühr für das Niederschlagswasser wird die Gebühr für das Schmutzwasser von bisher 2,85 Euro je Kubikmeter auf künftig 2,70 Euro je Kubikmeter reduziert. Die Gebühr für das Niederschlagswasser beträgt 30 Cent pro Quadratmeter und Jahr.
Wie in der Sitzung zu hören war, wurden den Bürgern bereits die für sie zutreffenden Daten und Einstufungen mitgeteilt. Auch die Möglichkeit des Einspruchs war gegeben.
Ob die von den Bürgern eingegangenen Rückmeldungen noch einmal überprüft wurden, wollte Gerhard Kreß (FW) wissen. Bürgermeister Klaus Faatz (CSU) muss diesbezüglich noch einmal beim beauftragten Ingenieurbüro nachfragen.
Nicht nur die Gebührensatzung zur Entwässerung wurde neu erlassen. Nach gründlicher Vorberatung konnten auch die Erschließungsbeitragssatzung und die Ausbaubeitragssatzung abgehakt werden. Bei beiden hielt sich die Verwaltung an die Mustersatzungen des Bayerischen Gemeindetags.
Vor der Verabschiedung hatte die Verwaltung noch eine Antwort des Bayerischen Bauernverbands abgewartet, an den sich Evi Derrer gewandt hatte. Die Kreisbäuerin befürchtete eine mögliche Benachteiligung landwirtschaftlicher Anwesen. Seitens des Bauernverbands seien jedoch keine stichhaltigen Änderungsmöglichkeiten vorgeschlagen worden, die noch dazu rechtssicher wären, berichtete VG-Geschäftsleiter Norbert Stoll.


Wassersatzung wurde geändert

Die letzte Satzung, die behandelt wurde war die zur Wasserabgabe. "Sollen wir wegen einem Fünferla den Wasserpreis erhöhen", fragte Bürgermeister Faatz den Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft. Ja, dies sei unumgänglich, denn die Wassergebühren müssten kostendeckend sein, antwortete der Kämmerer, der die Kalkulation durchgeführt hatte. Höher dürfen sie aber auch nicht sein, so dass es bei einer Steigerung um fünf Cent bleibt. Die Marktgemeinderäte stimmten der Erhöhung des Wasserpreises von 1,60 auf 1,65 Euro je Kubikmeter geschlossen zu. Die Wassersatzung wurde entsprechend geändert.