Theresa Schiffl Nachdem das Bürgerbegehren "Heimat Baiersdorf bewahren - Betonflut Stoppen" mit 757 Unterschriften im Rathaus eingereicht und als zulässig erklärt wurde, wird am Sonntag, 14. Oktober, über das Bauvorhaben abgestimmt. Dort ist eine Tankstelle mit Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten an der Autobahnausfahrt Baiersdorf-Nord der A 73 geplant.

Jutta Ries, Initiatorin der Bürgerinitiative, befürchtet dass an der Autobahnausfahrt ein Autohof gebaut wird. "Wenn der Stadtrat die Baurechte an den Investor abgibt, haben wir nichts mehr mitzureden." Aktuell werde zwar noch von einer Tankstelle mit Gastronomie und einem Hotel gesprochen, aber das stehe auch noch nicht fest. "Wir wissen nicht, was dort am Ende entsteht", sagt Ries. Einen Sinn sieht sie in dem Bauprojekt nicht.

Kein Autohof

Dorothea Neubauer (CSU), die dritte Bürgermeistern der Stadt Baiersdorf, kann die Ablehnung gegenüber dem Bauprojekt nicht ganz nachvollziehen. "Es wird immer von Autohof gesprochen, aber es wird keiner. Dann müssten wir 50 bis 70 Lkw-Stellplätze schaffen und das wollte von uns niemand, da hätte jeder abgewunken", sagt sie. Bei dem aktuellen Plan, seien nur sechs Stellplätze vorgemerkt.

Sie findet die Idee sehr gut: "Uns war ein Hotel wichtig, weil es in Baiersdorf keines mehr gibt." Das letzte habe vor fünf Jahren geschlossen und es fand sich keine Möglichkeit dieses wieder zu öffnen. Zunächst sei nur eine Tankstelle geplant gewesen.

Hotel schafft Arbeitsplätze

Die wurde schließlich um eine Gastronomie und das Hotel erweitert. Jutta Ries hat nichts gegen ein Hotel einzuwenden: Aber: "Der Standort ist einfach schlecht. Dort gehen nur Gäste hin, die auf der Durchreise sind. Familie oder Freunde, die zu Besuch da sind, kann man dort nicht unterbringen."

"Der Bau wäre außerdem positiv für unsere Stadt, weil dadurch 70 neue Arbeitsplätze geschaffen werden", erklärt sie weiter.

Diese seien notwendig, da neben der Tankstelle auch das Hotel, die Lounge im Erdgeschoss mit einem Café und einem Restaurant betrieben werden müssen. Ries erklärt jedoch, dass darunter Traditionsunternehmen leiden und schließen müssten.

Sie befürchtet außerdem, dass die Landschaft um Baiersdorf dadurch "verschandelt" wird. "So ein Monstrum sollte nicht vor dem Ortseingang stehen." Neubauer entgegnet: "Wir achten natürlich auch auf eine schöne Gestaltung. Ein Drittel wird Grünfläche."

Problem Hochwasserschutz

Die Bürgerinitiative führt einen weiteren Grund auf, der gegen das Bauprojekt spricht: der Hochwasserschutz. Jutta Ries erzählt, sie habe sich Bilder vom Hochwasser aus dem Jahr 2007 angesehen.

"Ich weiß nicht, wie davor geschützt werden soll, wenn alles versiegelt wird." Doro Neubauer dagegen erklärt, dass der Hochwasserschutz bereits im Bebauungsplan berücksichtigt wurde.

Ein weiterer Streitpunkt ist die Belastung durch Lärm und Abgase. Jutta Ries befürchtet, dass Baiersdorf dadurch noch mehr durch den Verkehr belastet werde. "Der Bau ist an der Autobahn, daher ist diese Sorge unnötig", findet die CSU.