Wenn Werner Schwarz, Elmar Burkhardt und Simon Michel-Berger zu Besuch kommen, dann hat es ein Landwirt weit gebracht. Es ist die Jury des Ceres-Award in der Kategorie Geschäftsidee, die Heinrich Meusel auf seinem Hof bei Eisfeld sehr gern begrüßte. Er konnte die drei Herren offenbar beeindrucken. Am 9. November fährt er nach Berlin zur Preisverleihung des Ceres-Awards, der höchsten deutschen Auszeichnung in der Landwirtschaft. Er gehört zu den drei letzten in dieser Kategorie, die ausgewählt wurden.

Simon Michel-Berger ist Chefredakteur der Zeitschrift Agrarheute, die den Preis ausgelobt hat, der jedes Jahr vergeben wird. Werner Schwarz ist Vertreter des Deutschen Bauernverbandes und Elmar Burkhardt vertritt Trelleberg Agri. Das Unternehmen ist der Kategorie-Sponsor der Sparte Geschäftsidee. Sie kommen nach der Bewerbung eines Landwirts, um sich vor Ort ein Bild davon zu machen, wie weit die Beschreibung des Betriebs in der Bewerbung mit der Realität vor Ort übereinstimmt. Bei Heinrich Meusel konnten sie die Mähwiesen sehen, die er in seinem Biobetrieb bewirtschaftet, und an den Bergkräutern schnuppern, die darauf wachsen. Sie konnten die Produktpalette vom Nagerheu bis zur Kosmetik und zum Heubad kennenlernen und sich von der Begeisterung beeindrucken lassen, die dem Heu-Heinrich für seine Produkte anzumerken ist.

Schon als Junge war er von der Arbeit draußen - auch im Naturschutz - und vor allem von frischem Bergheu begeistert. Nach der Ausbildung hielt ihn kein Hindernis davon ab, sich mit der Idee selbstständig zu machen, Heu zu vermarkten. Er musste nicht wenige Absagen hinnehmen, als er nach einer Bank suchte, die einem 17-Jährigen einen Kredit zum Aufbau eines eigenen Unternehmens bewilligte. Er fand sie.

Stetig gewachsen

Was als Einmann-Firma begann, ist heute ein Unternehmen mit 16 Beschäftigten geworden. Dienstleistungen in der Land- und Forstwirtschaft gehören neben dem Heu ebenfalls zum Angebot und im Haus Arnika in Friedrichshöh' können Naturfreunde beim Heu-Heinrich eine Ferienwohnung mieten - inklusive Heubad, versteht sich. Bei allem, was er tut und anbietet, arbeitet Heinrich Meusel ausschließlich mit regionalen Partnern und Lieferanten zusammen.

Noch hat der Heu-Heinrich den Preis nicht in der Hand. Es gibt zwei Mitbewerber in seiner Kategorie, die er in Berlin treffen wird. Markus Zott aus Ustersbach in der Nähe von Augsburg ist der eine. Seine Geschäftsidee ist ein Haferdrink, der nur Zutaten aus Bayern enthält.

Das Angebot von Tobias Krutemeier aus Löhne in Westfalen geht in eine andere Richtung. Er bietet über eine Internet-Plattform an, gegen Entgelt Blumenwiesen anzusäen, und hat das auch schon in verschiedenen Regionen getan.

Für den Heu-Heinrich ist schon der erreichte Platz unter den letzten drei Bewerbern eine Auszeichnung. Aber spannend ist es schon, zur Preisverleihung nach Berlin zu fahren - und vielleicht Landwirt des Jahres in der Kategorie Geschäftsidee zu werden.

Die Jury hat es sich unterdessen nicht leicht gemacht. Wie Simon Michel-Berger, Chefredakteur von Agrarheute, betont, "ist es uns in diesem Jahr besonders schwergefallen, wer Landwirtin oder Landwirt des Jahres wird. Die Betriebe sind top aufgestellt und bringen beeindruckende Leistungen für Umweltschutz und Gesellschaft. Es macht Spaß, in einer solch innovativen Branche zu arbeiten".