Mit einem überragenden Ergebnis wurde die CSU-Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner aus Lichtenfels erneut für den Wahlkreis Kulmbach-Lichtenfels-Bamberg nominiert. Die examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin tritt bei der Bundestagswahl am 26. September zum dritten Mal in Folge an. Die Delegierten der Kreisverbände im Wahlkreis Kulmbach-Lichtenfels-Bamberg haben Zeulner mit knapp 98,45 Prozent nominiert. Corona-bedingt fand die Veranstaltung an einem ungewöhnlichen Ort statt: Im Karl-Fleschutz-Stadion, in dem sonst Fußball gespielt wird.

Zeulner dankte für das Vertrauen und versprach, auch weiterhin alles daranzusetzen, ihre "wunderschöne Heimat auf der Bundesebene zu stärken und gut zu vertreten". Die Reform der Pflege nannte die CSU-Politikerin als ihr zentrales Thema, mit dem sie für die Bundestagswahl und damit auch für den Bundestag in Berlin antritt: "Es ist für mich das Mega-Thema der Zukunft und ich habe ja damals in den Koalitionsverhandlungen schon dafür gekämpft, dass wir eine grundlegende Reform der Pflege und der Pflegeversicherung in allen Bereichen bekommen", rief Zeulner in Erinnerung. Damals habe es für das Thema keine Mehrheiten gegeben. Deshalb wolle sie nun "eine Revolution in der Pflege" anstoßen. Auf der einen Seite seien die wirtschaftlichen Herausforderungen weiterhin sehr groß. "Und auf der anderen Seite wissen wir, dass wir bis 2030 noch Zeit haben, bis dann die Baby-Boomer in Rente gehen und die Zahl der Pflegebedürftigen massiv steigen wird."

Um diese wirtschaftliche Belastung stemmen zu können, müssten die Ausgaben im Rahmen gehalten werden, und Unternehmer dürfe man nicht überlasten. Dennoch stehe eine "würdige Pflege" im Zentrum. "Ich werde mich in jeden Fall dafür einsetzen, dass wir bei einem möglichen Verhandlungsmandat über die Pflege, die Pflegeversicherung und eine umfassende Reform aus dem allgemeinen Thema ,Gesundheit‘ rauslösen." Ihre große Sorge, betonte Zeulner, sei, dass es im Falle einer Regierungsbildung ohne Beteiligung der CDU/CDU zum Mittel der Steuererhöhungen gegriffen werde - zulasten von Steuerzahlern und nachfolgenden Generationen, schloss die Politikerin.

Medizinischen Dienst kritisiert

"Für mich reicht es nicht aus, über Steuererhöhungen bei den Leistungsträgern und über neue Schulden zu reden." Zeulner sprach weitere Strukturreformen in der Pflegeversicherung an und dazu zähle für sie auch die Abschaffung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung vor allem in Altenpflegeheimen. Bei den einzelnen Versorgungsträgern in der häuslichen Pflege halte Zeulner Kooperationen für notwendig, um die Ressourcen im Fahrdienst und in der Beratung besser zu nutzen. In Zukunft solle es nur Geld von der Pflegekasse geben, wenn in den Verträgen festgehalten sei, dass die Pflegekräfte nach Tarif bezahlt werden.

Weiteres Projekt: barrierefreie Bahnhöfe

Die Bundestagsabgeordnete sprach daneben noch regionale Themen wie den Bahnhof in Bad Staffelstein, die Sanierung des Rathauses in Weismain und den barrierefreien Ausbau von Bahnhöfen an. Zeulner sagte, sie sei zuversichtlich, dass man die Planung für Kulmbachs Bahnhof noch in dieser Legislaturperiode abschließen werde.