Maria und Alfons Bauer blickten zurück auf eine bewegte Zeit.
christiane reuther Es war ein schöner Tag mit großer Hitze, erinnern sich Maria und Alfons Bauer an den Tag ihrer Hochzeit vor 70 Jahren. Am Samstag feierte das Ehepaar im Knetzgauer Gemeindeteil Westheim nun das sehr seltene Jubiläum der Gnadenhochzeit. Nach sieben Jahrzehnten, getragen von Höhen und Tiefen, freuten sich die Eheleute, diesen Tag gemeinsam erleben zu dürfen. Als Erfolgsrezept für ein lange währendes Eheglück gibt das Jubelpaar an: Humor und viel Arbeit.
Maria Bauer, eine geborene Hacker, und ihr Ehemann Alfons sind "waschechte" Westheimer. "Bei einer Wanderung zum Zabelstein sind wir uns das erste Mal im Freundeskreis begegnet", erzählt die Jubilarin. Weiter vertiefte sich das junge Glück dann beim darauf folgenden Pfingsttanz am gleichen Abend in einer Gaststätte im heutigen Knetzgauer Gemeindeteil Oberschwappach. Die Hochzeit fand am Pfingstwochenende bei strahlendem Sonnenschein vor dem Traualtar der Kirche in Westheim statt.
Als Hausfrau und Mutter von drei Töchtern lag Maria Bauer das Wohlergehen der Familie am Herzen. Die ist mittlerweile um fünf Enkel und sechs Urenkel angewachsen. Der Humor hat die heute 92-Jährige ein Leben lang begleitet. So war die aufgeschlossene Jubilarin, die auch gerne in der Landwirtschaft aushalf, nach eigener Aussage für jede "Lumperei" zu kriegen: Sei es als Faschingsprinzessin in den 1950er Jahren, beim Theaterspielen oder beim Singen. Für Letzteres hat sie sich über 60 Jahre beim Kirchenchor in Westheim begeistert. Der KAB-Ortsverein führt sie ebenfalls seit Jahren als Mitglied.
Ob Boxen, Tennis oder Fußball, für Sportsendungen jeglicher Art lässt sich die Jubilarin begeistern und schlägt sich auch mal die halbe Nacht um die Ohren, um ein spannendes Match zu verfolgen.
Für ihren Ehemann war früher die Bahn der Lebensmittelpunkt. Dort hatte er lange Jahre als Rangiermeister gearbeitet. Doch auch der Sport gehört zu seinem Leben: Als guter Linksaußen war der heute 91-Jährige in den 50er Jahren ein begehrter Fußballer – sogar über die Landkreisgrenze hinaus. Doch den Vorzug gab der Jubilar stets seinem Heimatverein, dem TSV Westheim. Den hatte er als Gründungsmitglied mit aus der Taufe gehoben.
Nun halten sich die Bauers mit Gartenarbeit und kleineren Spaziergängen gesundheitlich fit. Dazu zählt auch der Gang zur benachbarten Kirche, wo sie normalerweise den Sonntagsgottesdienst besuchen. Den vermissen sie in Zeiten von Corona schmerzlich. Und auch ihr sonntäglicher Stammtisch nimmt momentan eine Auszeit. Der führt eigentlich nach Wohnau, wo sich die "Pensionisten" in geselliger Runde treffen. Zum Ehrentag gratulierten dem allseits geschätzten Jubelpaar zahlreiche Gäste – im angemessenen Abstand oder per Telefon. Unter den Gratulanten waren auch Vertreter aus der lokalen Politik und der Kirchengemeinde.