Mit Berichten des Vorstands über das laufende Geschäftsjahr 2019/2020 wurden die Mitglieder in der Lillachtal-Halle von Weißenohe über den aktuellen Stand des Fördervereins Chorakademie und der Planungen für die Errichtung des Chorzentrums Kloster Weißenohe informiert.

Vorsitzender Eduard Nöth begrüßte neben den Mitgliedern unter anderem den Vorsitzenden des Sängerkreises Erlangen/Forchheim, Norbert Mischke, den Ehrenpräsidenten des Fränkischen Sängerbundes (FSB), Peter Jacobi, das neue Vorstandsmitglied für die Öffentlichkeitsarbeit, Dietlinde Peter, und den Bürgermeister der Nachbargemeinde Igensdorf, Edmund Ulm (CSU). Nöth hob in seinem Bericht die erfreuliche Mitgliederentwicklung hervor, die Zahl stieg von 318 auf 348 an.

Mit dem Beitritt der Gemeinden Pinzberg und Leutenbach unterstützen nunmehr 25 der 29 Kommunen im Landkreis Forchheim den Förderverein und somit das überregionale Kulturprojekt. Derzeit generiert der Förderverein ein jährliches Beitragsvolumen von circa 26 000 Euro. Ziel ist es, bis zum Eröffnungstermin des Chorzentrums die 30 000-Euro-Marke zu erreichen.

Nöth erinnerte auch an das rege Bemühen, eine Lösung für das bestandene Finanzierungsdefizit von 2,7 Millionen Euro zu finden. Dies sei durch den Einsatz der beiden Forchheimer Landtagsabgeordneten Michael Hofmann (CSU) und Thorsten Glauber (FW) gelungen, die die Übernahme von zwei Millionen Euro aus den Fraktionsreserven von CSU und FW sicherstellen konnten.

Der Vorsitzende dankte dem Bezirkstag von Oberfranken und dem Kreistag Forchheim, die durch Beschlüsse dauerhaft ab Inbetriebnahme je 20 000 Euro für den Betrieb beisteuern. Die Gemeinde Weißenohe wird die Kofinanzierung beim Bau in Höhe von über zwei Millionen Euro erbringen.

Der Weißenoher Bürgermeister Rudolf Braun (WGA) erinnerte an den Termin mit der Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, um aus Bayreuth und Bonn grünes Licht für den Baubeginn zu erhalten. So gehe es zum einen um eine Vereinbarung zwischen der Gemeinde und der Bauherren- und Betreiber-gGmbH zur Sicherung des öffentlichen Zwecks und des dauerhaften Betriebs. Diese Vereinbarung liege im Entwurf vor, so Braun.

Des Weiteren war darzulegen, dass durch das Chorzentrum keine Konkurrenz zu bestehenden Musikakademien geschaffen wird. Dies hat der künstlerische Leiter Gerald Fink zwischenzeitlich ausführlich begründet. Eine weitere Forderung war die unbefristete Zusage des Landkreises und des Bezirks Oberfranken für ihre Unterstützung des laufenden Betriebs. Die Hausaufgaben wären also soweit erledigt.

Der Projektsteuerer des Bauherrn, Dieter Christoph, erwähnte, dass es durch eine anwaltschaftliche Beratung gelungen sei, das Bauministerium davon zu überzeugen, die Baumaßnahme unter Beachtung förder- und beihilferechtlicher Vorgaben neu zu bewerten. Das führte schließlich dazu, dass das Chorzentrum Kloster Weißenohe als Gemeinbedarfseinrichtung anzusehen ist und somit auch der Bettenneubau gefördert wird.

Der Finanzbericht des Schatzmeisters Herbert Meier zeigte erfreuliche Zahlen. Der Verein wird bis Baubeginn den geforderten Eigenanteil von 230 000 Euro und die Stützung des laufenden Betriebs mit jährlich 25 000 Euro erbringen können. Mit Stolz konnte Herbert Meier auch auf den steten Aufwuchs der gegründeten Stiftung Chorakademie verweisen. Meier zeigt sich hoffnungsvoll, dass noch in diesem Jahr die 200 000-Euro-Marke erreicht wird.

Die Bundestagsabgeordnete Silke Launert (CSU), stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins und verantwortlich für die Beschaffung einer Bundeskulturförderung in Höhe von 5,3 Millionen Euro, dankte dem Vorstand dafür, dass er sich trotz vieler Tiefschläge nie habe entmutigen lassen.

Im letzten Tagesordnungspunkt ging es um eine Veränderung des Stammkapitals an der gemeinnützigen GmbH, die als Bauherr und späterer Betreiber agieren wird. Den Änderungsvorschlag des Vorstands trug der Geschäftsführer der gGmbH, Herbert Meier, vor. Demnach soll der Förderverein von seinem 40-prozentigen Anteil 25 Prozent an die Gemeinde verkaufen, die dann 45 Prozent des Stammkapitals besäße. 32 Prozent hält nach wie vor der Fränkische Sängerbund und acht Prozent die Chorjugend des FSB, 15 Prozent verbleiben beim Förderverein. Mit dem Beschluss, so Meier, käme man einer Bitte der Regierung nach, die in einer stärkeren Beteiligung der Gemeinde gerade für die erforderliche Fremdfinanzierung größere Spielräume sieht. Der Antrag wurde einstimmig so beschlossen. Der Verkaufserlös dieser Anteile in Höhe von 6750 Euro wird dem Vermögen der Stiftung Chorakademie zugeführt.

Nöth erklärte: "Wir möchten, dass in Bälde in Bayreuth die Ampel auf Grün wechselt und wir 2021 den ersten Spatenstich vornehmen können." red