Bundesweit wird mit sogenannten "Stolpersteinen" das Andenken an bei Deportationen umgekommenen Juden aufrecht erhalten. 70 000 gibt es inzwischen in ganz Europa, die meisten davon in Deutschland. Auch in Maßbach sind seit 2012 vor den Wohnhäusern jüdischer Mitbürger diese mit Messingkappen versehenen Pflastersteine verlegt worden. Initiiert wurde diese Aktion von der Aktion "Bürger für Bürger" von Gästeführer Klaus Bub und Gemeinderat Winfried Streit.

Die beiden möchten nun selbige Aktion auch in Poppenlauer durchführen, wo Juden um 1800 herum mit etwa 100 Mitbürgern rund zehn Prozent der damaligen Ortsbevölkerung stellten. 1935 lebten immerhin noch 42 Juden in Poppenlauer. Lina Heinemann überlebte am Ende als einzige den Holocaust.

Den Gemeinderat ließ Klaus Bub eindrucksvoll in die Geschichte blicken. Von Mai bis November diesen Jahren lief eine Spendenaktion im Markt Maßbach, die 2289 Euro einbrachte, und mit der alle 19 Stolpersteine für Poppenlauer finanziert werden können. Der Bauhof muss lediglich die Ausschachtungen auf den Gehwegen vor den Anwesen vornehmen. Zuvor sollen aber noch alle jetzigen Hausbesitzer von der Maßnahme informiert werden.

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig.  Dabei handelt es sich um kubische Betonsteine mit einer Kantenlänge von zehn mal zehn Zentimetern, auf deren Oberseite sich eine individuell beschriftete Messingplatte befindet, die Hinweis auf die letzten frei gewählten Wohnhäuser der NS-Opfer gibt. mel