Das Jack-Steinberger-Gymnasium und die Realschule in Bad Kissingen haben Platzprobleme beim Sportunterricht. Schuld sind die Corona-Krise und die Schließung des städtischen Hallenbades. Beiden Schulen fehlen Hallenkapazitäten durch das Aus des Schwimmbades. Zudem kann das Gymnasium laut Rektor Markus Arneth die schuleigene Sporthalle nicht nutzen, weil die Belüftung mit Blick auf den Infektionsschutz unzureichend ist. Beide Schulen mieten zum Ausgleich Zeiten in der Nüdlinger Schlossberghalle an.

Das Landratsamt führt das Ausweichen nach Nüdlingen vor allem darauf zurück, dass das Kissinger Hallenbad nicht mehr zur Verfügung steht. Sprecherin Anja Vorndran sagt, dass die Behörde es dem Gymnasium nicht untersagt hat, die Schulhalle zu benutzen. Aber: Die Kreishochbauverwaltung hat eine technische Einschätzung zur Lüftungssituation erarbeitet. Der Schule wurde empfohlen, ein Lüftungskonzept zu erstellen. Sportstunden könnten angepasst stattfinden, es müsse dazu der Aerosol-Ausstoß bei anstrengenden im Vergleich zu weniger anstrengenden Sportarten berücksichtigt werden. Das Lüftungskonzept liegt vor, die hygienische Beurteilung vom Gesundheitsamt steht "aufgrund der immensen Auslastung aufgrund des derzeitigen Pandemiegeschehens noch aus". Das Gymnasium hofft, dass bis zum zweiten Halbjahr Luftfiltergeräte eingebaut sind, damit die Turnhalle wieder nutzbar ist. Laut Landratsamt werden die Ausschreibungsunterlagen erstellt, der Kostenrahmen ist angefragt. "Die Beschaffung der Luftreinigungsgeräte unterliegt jedoch auch unter Pandemiebedingungen vergaberechtlicher Vorgaben, die es einzuhalten gilt und die entsprechende Zeit in Anspruch nehmen", so Vorndran.

21 Sportgruppen des Gymnasiums sowie drei der Realschule fahren zum Sportunterricht nach Nüdlingen. Nach Auskunft des Landratsamtes sind dazu montags zwei Busse im Einsatz, dienstags, mittwochs und freitags je ein Bus. "Sobald die Turnhalle am Gymnasium wieder einsatzfähig ist, reduziert sich die Zahl der Fahrten etwa um die Hälfte", berichtet Vorndran. 15 000 bis 18 000 Euro Kosten plant das Landratsamt für die zusätzliche Busbeförderung für das Schuljahr 2021/2022 ein. lbo