Druckartikel: In Franken liegt eine der dreckigsten Straßen des Landes

In Franken liegt eine der dreckigsten Straßen des Landes


Autor: Riccarda Rascher

Fürth, Samstag, 06. Juni 2026

Eine aktuelle Feinstaubauswertung hat Alarmierendes ergeben. In einer Straße in Franken herrscht die fünfthöchste Belastung der gesamten Republik.
Mit Messgeräten wird die Feinstaubbelastung erfasst - in Fürth war sie im Mai besonders hoch.


Die Luftqualität in deutschen Städten ist immer wieder Thema - besonders dann, wenn aktuelle Messdaten besorgniserregende Werte zeigen. Die jüngste Auswertung der Feinstaubdaten des Umweltbundesamtes für den Mai 2026 sorgt für eine unerwartete Erkenntnis - im negativen Sinne.

Berlin schneidet massiv schlecht ab, doch gleich dahinter taucht eine fränkische Stadt weit oben im Ranking der am stärksten belasteten Straße auf, wie aus einer Pressemitteilung der südkoreanischen Firma Coway hervorgeht.

Straße in Fürth mit fünfhöchster Feinstaub-Belastung in ganz Deutschland

Die vier am stärksten belasteten Straßen Deutschlands liegen laut den ausgewerteten Messdaten allesamt in Berlin. Spitzenreiter ist der Mariendorfer Damm in Tempelhof mit einem Monatsmittel von 22,8 Mikrogramm pro Kubikmeter. Damit liegt der Wert rund 50 Prozent über dem Gesundheitsrichtwert von 15 μg/m³ im Jahresmittel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), so die Pressemitteilung.

Auch der ab 2030 geltende EU-Grenzwert von 20 μg/m³ würde hier überschritten. Auffällig: Hinter den Berliner Straßen landet gleich die viel befahrene Theresienstraße nahe des Fürther Hauptbahnhofs. Sie weist ein Monatsmittel von 19,6 Mikrogramm pro Kubikmeter auf. Warum gerade an dieser Stelle der Stadt? In der Theresienstraße befindet sich eine der mehr als 50 Messstationen für Emissionen und Immissionen von Schadstoffen in Bayern, wie die Stadt Fürth auf ihrer Website erklärt.

In Fürth werde zum Beispiel explizit Feinstaub (PM10) gemessen, heißt es dort. Die Statistik bezieht sich nicht nur auf einzelne Tage, sondern den gesamten Monat Mai. 

Über 200.000 Tote durch Feinstaub - hohes Risiko für Lungen- und Herzkrankheiten

Hingegen wurde ein besonders belasteter Tag deutschlandweit Anfang Mai gemessen: Im brandenburgischen Luckenwalde stieg der Tageswert laut Mitteilung auf 78 μg/m³. Auch in Gera und Kassel wären deutlich erhöhte Werte registriert worden. Als mögliche Ursache gilt unter anderem Saharastaub, der zu Beginn des Monats für eine starke Feinstaubbelastung gesorgt habe.

Feinstaubpartikel entstehen vor allem durch Reifenabrieb und alte Dieselmotoren im Verkehr, Holzöfen und Kamine, Industrie sowie Naturphänomene. Die winzigen Partikel könnten tief in die Atemwege eindringen und stünden im Zusammenhang mit Erkrankungen der Lunge sowie des Herz-Kreislauf-Systems, heißt es in der Mitteilung. Besonders an verkehrsreichen Straßen könne die Belastung höher ausfallen als im städtischen Durchschnitt. Schätzungsweise mindestens 239.000 Todesfälle pro Jahr lassen sich in der EU auf eine zu hohe Feinstaubbelastung in der Luft zurückführen, wie der MDR berichtet. 

Ein wichtiger Aspekt betrifft nicht nur die Außenluft: Feinstaub gelangt auch in Innenräume, etwa durch geöffnete Fenster, so die Mitteilung. Gerade an stark befahrenen Straßen kann sich die Belastung somit auch in Wohnungen oder Büros widerspiegeln. Weitere Nachrichten aus Fürth und Umgebung findest du in unserem Lokalressort.