Bayern Prognose: Mehr Einwohner bis 2044 – Zuwachs durch Migration
Autor: Nadine Wüste, Agentur dpa
Fürth, Dienstag, 28. April 2026
Bayerns Bevölkerung wächst bis 2044 vor allem dank Zuzug aus dem Ausland leicht an. Während die Städte wachsen, schrumpfen viele ländliche Regionen und die Zahl älterer Menschen steigt deutlich an.
An der Frage, ob es künftig mehr oder weniger Menschen in Bayern geben wird, ob die Älteren dominieren oder mehr Kinder geboren werden, hängt vieles. Gibt es noch ausreichend Beitragszahler für die Renten der Älteren? Müssen die Kommunen mehr Kindergärten errichten, oder sind vielleicht die bestehenden bald schon zu viel? Wie viele Krankenhäuser und Seniorenheime werden benötigt?
Bayern: Bevölkerung wächst moderat - Dank Zuzug aus dem Ausland
Das Statistische Landesamt hat für Bayern folgende Antwort gegeben: Die Bevölkerung im Freistaat wächst in den nächsten Jahren moderat - allerdings nicht überall und nicht überall gleich schnell. Insgesamt wird den Vorausberechnungen des Statistischen Landesamtes zufolge die Zahl der Menschen zwischen Hof und Garmisch-Partenkirchen von 13,25 Millionen im Jahr 2024 auf 13,53 Millionen im Jahr 2044 ansteigen, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag (27. April 2026) in Fürth - ein Zuwachs von 2,1 Prozent.
Herrmann nannte den Arbeitsmarkt und die Kriminalitätsrate als Standortvorteile des Freistaats. Bayern habe mit 4,2 Prozent im März 2026 nicht nur die niedrigste Arbeitslosenquote aller Bundesländer, sondern mit 9,0 Prozent auch die geringste Arbeitslosenquote von Ausländern und mit 10,0 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote unter ausländischen Frauen.
Die Kriminalitätsbelastung sei ebenfalls im Bundesländervergleich am niedrigsten - in den Großstädten München, Nürnberg und Augsburg sei sie niedriger als in allen anderen deutschen Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern. Der Bevölkerungszuwachs konzentriert sich vor allem auf den Süden des Freistaats. Die Regierungsbezirke Schwaben, Niederbayern und Oberbayern wachsen laut Herrmann deutlich.
"Erhöhen Attraktivität aller Regionen": Mehr Jobs sollen raus aus den Metropolen
Allein in der Landeshauptstadt München geht es um 4,7 Prozent nach oben, auf 1,58 Millionen Menschen im Jahr 2044, der angrenzende Landkreis Erding gewinnt 4,9 Prozent. Überhaupt hält der Trend in die Stadt durchaus an: Regensburg gewinnt der Berechnung zufolge 3,3 Prozent, Erlangen 4,1 Prozent, Augsburg 3,8 Prozent, Nürnberg immerhin noch 0,6 Prozent.
Die Regierung des Freistaats versucht dem mit ihrer Ansiedelungspolitik, auch von Landesbehörden entgegenzuwirken. 2.500 Arbeitsplätze seien etwa aus dem Ballungsraum München in andere Regionen verlegt worden. Bis 2030 sollen weitere 2.500 folgen. "Wir erhöhen die Attraktivität aller Regionen", sagte Innenminister Herrmann. In Mittelfranken und der Oberpfalz werden leichte Zugewinne prognostiziert. In Unterfranken und Oberfranken geht die Bevölkerungszahl dagegen zurück - jedoch längst nicht mehr so stark, wie noch vor zehn Jahren befürchtet.
Etwa in Oberfranken zeigt sich ein differenziertes Bild: Im Westen und Süden des Bezirkes halten sich etwa die kreisfreien Städte Bamberg und Coburg und auch der Landkreis Forchheim bei moderaten Verlusten unter einem Prozent vergleichsweise stabil. Kräftig nach unten geht es dagegen im Osten Oberfrankens: Der Landkreis Wunsiedel verliert 8,7 Prozent, die Stadt Hof immer noch 4,4 Prozent, der Landkreis Hof sogar 6,2 Prozent. Insgesamt betrifft der Schrumpfungsprozess laut Statistischem Landesamt rund 23 Prozent der 2056 Gemeinden in Bayern.