Tigermücke breitet sich in Franken weiter aus – jeder kann etwas dagegen tun
Autor: Agentur dpa
Nürnberg, Dienstag, 01. Sept. 2026
Eine invasive Art ist nach Franken eingewandert - und lässt sich wohl auch nicht mehr vertreiben. Allenfalls die Ausbreitung kann noch eingedämmt werden. Und Bürger können Kommunen dabei helfen.
Die Asiatische Tigermücke fühlt sich in der Region sichtlich wohl: Die invasive Art konnte bereits an vielen Orten nachgewiesen werden. Oft sind es einzelne Exemplare. In Orten wie Fürth oder Würzburg haben sich jedoch schon Bestände etabliert, die den Winter überleben. Um die weitere Ausbreitung zu verhindern, haben viele Kommunen der Asiatischen Tigermücke den Kampf angesagt. Dabei kann die Bevölkerung mithelfen.
In Nürnberg etwa hat das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) an fünf Standorten im Süden der Stadt Klebefallen aufgestellt. "Bereits bei der ersten Leerung konnten dort Tigermücken nachgewiesen werden", sagte Birgit Broghammer vom städtischen Gesundheitsamt. Eine vollständige Auswertung werde es nach dem Ende der Mückensaison geben. Erst dann könne abgeschätzt werden, inwieweit sich die Tigermücke in Bayerns zweitgrößter Stadt weiter habe ansiedeln können.
Landkreis Forchheim wappnet sich für die Tigermücke
In diesem Jahr gab es in Bayern dem LGL zufolge bisher außerdem Nachweise von Tigermücken in den Städten und Landkreisen Rosenheim, Schwabach, Oberallgäu und Fürth. Im Landkreis Forchheim behält das Gesundheitsamt die Tigermücke mit einem eigenen Monitoring im Blick. "Das aktuelle Monitoring dient dazu, die weitere Entwicklung dieser Populationen sowie das mögliche Auftreten weiterer Vorkommen systematisch zu überwachen", erläuterte dieses.
Im Landkreis Forchheim wiederum stellen Fachleute gemeinsam mit einer Fachfirma von Juni bis September 18 Fallen in der Gemeinde Igensdorf und sechs in der Stadt Forchheim auf. Bisher seien noch keine Tigermücken in diese getappt, sagte ein Sprecher des Gesundheitsamts. Belastbare Ergebnisse gebe es jedoch erst, wenn das Monitoring abgeschlossen sei.
Auch in Würzburg läuft nach dem Fund von 65 Tigermücken im Jahr 2025 in diesem Jahr wieder ein Monitoring zusammen mit der Universität, bei dem 15 Fallen in verschiedenen Stadtteilen aufgestellt werden. Die Auswertung erfolgt laut Stadt zum Saisonende.
Tigermücke kann gefährliche Viren übertragen
Im Landkreis Wunsiedel kommen in diesem Jahr ebenfalls Stechmückenfallen zum Einsatz. Dort war 2024 eine einzelne Tigermücke entdeckt worden und 2025 zehn weitere Exemplare. Das bisherige Ergebnis für 2026 gibt Hoffnung: "Bislang wurden keine weiteren Asiatischen Tigermücken nachgewiesen", heißt es vom Gesundheitsamt.
Doch was unternehmen die betroffenen Kommunen, um die fiesen Plagegeister zu bekämpfen? Im Gegensatz zu den vielen heimischen Mücken ist die auffällig schwarz-weiß geringelte Tigermücke auch tagsüber aktiv, sie ist deutlich aggressiver und kann einem dadurch den Aufenthalt im Freien verleiden.