Stern-Klinikliste: 6 Krankenhäuser aus Franken erreichen Top-Positionen
Autor: Riccarda Rascher
Franken, Donnerstag, 18. Juni 2026
Das Magazin Stern hat die besten Kliniken Deutschlands ermittelt. Unter den bundesweiten Empfehlungen finden sich sechs Krankenhäuser aus Franken.
Die Klinikrangliste in Deutschland hat einen neuen Spitzenreiter: Erstmals seit 14 Jahren ist nicht mehr die Berliner Charité auf Platz eins – stattdessen führt nun der Verbund der Universitätskliniken Heidelberg und Mannheim das Ranking an. In Deutschland gibt es etwa 1841 Krankenhäuser. Diese Zahl gibt das Statistische Bundesamt aus. Die Zahlen sind aus dem Jahr 2024. Das Magazin Stern hat in einer Analyse unlängst die besten Kliniken und Fachabteilungen von Krankenhäusern in Deutschland ermittelt.
Grundlage der Bewertung ist die jährlich erscheinende Klinikliste, die unter anderem auch vom Magazin Stern veröffentlicht wird und in Zusammenarbeit mit dem Münchner Institut Munich Inquire Media (MINQ) entstand. Die Klinikliste 2026/2027 bildet die besten Krankenhäuser Deutschlands in einer Rangfolge ab und basiert auf "umfangreichen Recherchen". Laut Angaben der Zeitschrift wurden die ausgezeichneten Kliniken "im Rahmen eines aufwendigen, mehrstufigen Auswahlverfahrens ermittelt". Die Klinik-Erhebung des Stern in ihrer derzeitigen Form wurde erstmals 2022 veröffentlicht. Auch bei den besten Krankenhäusern der Welt sind Kliniken aus Franken dabei.
Sechs Kliniken aus Franken in den Top 100 besten Kliniken
Trotz des Wechsels an der Spitze im Stern-Ranking bleibt Franken im bundesweiten Vergleich stark vertreten: Sechs Kliniken aus der Region zählen weiterhin zu den 100 besten Krankenhäusern Deutschlands. Besonders gut schneiden dabei das Universitätsklinikum Erlangen (Platz 13) und das Universitätsklinikum Würzburg (Platz 16) ab.
- Universitätsklinikum Erlangen (Platz 13)
- Universitätsklinikum Würzburg (Platz 16)
- Klinikum Nürnberg (Platz 25)
- Sozialstiftung Klinikum Bamberg (Platz 61)
- Klinikum Fürth (Platz 88)
- Rhön-Klinikum Campus Bad Neustadt (Platz 91)
Universitätsklinikum Erlangen
Mit seinen Hochschulambulanzen übernimmt das Universitätsklinikum Erlangen auch Aufgaben eines Stadtkrankenhauses. Die Klinik wurde 1815 gegründet. 1847 führte Johann Ferdinand Heyfelder hier erstmals eine Operation unter Äthernarkose durch. Bekannt wurde das Klinikum bundesweit 1982 durch die Geburt des ersten Retortenbabys in Deutschland sowie später durch das "Erlanger Baby" - ein Fötus einer hirntoten Schwangeren, die 1992 mehrere Wochen intensivmedizinisch weiterbehandelt wurde, um ihrem ungeborenen Kind das Überleben zu ermöglichen.
Universitätsklinikum Würzburg
Klinikum Nürnberg
Das Klinikum Nürnberg ist ein Krankenhaus der Maximalversorgung und zählt zu den größten kommunalen Kliniken in Deutschland. An zwei Standorten werden jährlich rund 335.000 Patientinnen und Patienten versorgt. Neben der medizinischen Versorgung bildet das Klinikum Pflegefachkräfte aus und betreibt ein eigenes Fort- und Weiterbildungszentrum. Seine Ursprünge reichen bis ins Jahr 1845 zurück, als in Nürnberg das erste städtische Krankenhaus eröffnet wurde.
Klinikum Bamberg
Die Sozialstiftung Klinikum Bamberg entstand 2004 durch den Zusammenschluss mehrerer städtischer Stiftungen im Gesundheits- und Sozialwesen. Dazu zählen unter anderem das Klinikum Bamberg, die Nervenklinik sowie Einrichtungen der Altenpflege. Heute betreibt die Stiftung zahlreiche Häuser und verfügt über mehr als 1.300 Betten und Behandlungsplätze. Ihre Wurzeln reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück: Bereits 1789 wurde in Bamberg ein modernes Allgemeines Krankenhaus eröffnet. Anfang des 19. Jahrhunderts kamen weitere Einrichtungen hinzu, darunter ein Bürgerspital sowie eine frühe psychiatrische Klinik.
Der Wechsel an der Spitze des Rankings markiert eine Neuerung in der deutschen Krankenhauslandschaft: Erst im Zuge der Krankenhausreform im Jahr 2024 wurden die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen, um eine engere Zusammenarbeit großer Klinikstandorte zu ermöglichen. Der Zusammenschluss des Uniklinikverbund Heidelberg‑Mannheim war jedoch nicht unumstritten. Neben finanziellen Herausforderungen – insbesondere auf Seiten Mannheims – gab es zunächst auch wettbewerbsrechtliche Bedenken vonseiten des Kartellamts.
In der Ende Juni veröffentlichten neuen Klinikliste finden sich 2200 Empfehlungen in 39 Fachbereichen - das Feld reicht dabei von Augen- bis Krebskliniken. An der Spitze des Rankings steht der Uniklinikverbund Heidelberg‑Mannheim. Auf Platz zwei folgt die Charité in Berlin, dahinter reihen sich das Universitätsklinikum Schleswig‑Holstein in Lübeck (Platz 3), das Universitätsklinikum Freiburg (Platz 4) sowie das Universitätsklinikum Tübingen (Platz 5) ein. Nicht auf dieser Liste, aber nun mit einer digitalen Schnittstelle modern ausgestattet, ist das Klinikum Haßberge.
- Uniklinikverbund Heidelberg‑Mannheim
- Charité in Berlin
- Universitätsklinikum Schleswig‑Holstein in Lübeck
- Universitätsklinikum Freiburg
- Universitätsklinikum Tübingen
- Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München
- Vivantes - Netzwerk für Gesundheit (Berlin)
- LMU Klinikum München
- Universitätsklinikum Dresden
- Universitätsklinikum Leipzig
- Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
- Klinikum Stuttgart