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Schnee-Chaos in Franken: Mehr als 400 Einsätze - Polizei "stark gefordert"
Autor: Alexander Milesevic, Ellen Schneider
Franken, Montag, 26. Januar 2026
Der Schnee hat Franken fest im Griff - und sorgt auf den Straßen in der Region für zahlreiche Unfälle. inFranken.de hat bei den Polizeipräsidien nachgehakt.
Mehrere Zentimeter Neuschnee sorgen derzeit für Chaos auf den Straßen in ganz Franken. 126 glättebedingte Unfälle zählt das Polizeipräsidium Mittelfranken gegen 8.30 Uhr, circa 150 Einsätze sind es auch in Oberfranken. In Unterfranken sind bis 9 Uhr sogar schon mehr als 200 witterungsbedingte Einsätze registriert. inFranken.de hat bei den Präsidien nachgehakt und sich einen Überblick verschafft.
Die Auswirkungen der Wetterlage sind deutlich spürbar: Mehrere Menschen sind in Franken auf schnee- und eisglatten Straßen verunglückt - bisher gingen die Unfälle jedoch glimpflich aus. Meistens blieb es sogar bei Sachschäden. Lastwagen blieben stecken oder rutschten über die Fahrbahnen. An vielen Schulen fällt der Präsenzunterricht aus, in mehrere Städten ist der Busverkehr und die Müllabfuhr eingestellt. Auch der Tiergarten Nürnberg zog Konsequenzen. Bahnreisende müssen mit Einschränkungen rechnen, in Nürnberg fahren die Straßenbahnen nicht. Hier kommst du schnell zu den Unfällen in deiner Region:
Zahlreiche Unfälle mit Blechschäden in Oberfranken - "sind aktuell stark gefordert"
Noch vor dem Berufsverkehr um 5.30 Uhr registrierte das Polizeipräsidium Oberfranken laut Sprecher Matthias Potzel bereits 50 Einsätze - bis 8.40 Uhr sei die Zahl auf 150 Unfälle angestiegen. Einen örtlichen Schwerpunkt könne man nicht ausmachen, die Unfälle ziehen sich durch den gesamten Regierungsbezirk.
Die große Mehrheit machten dabei Verkehrsunfälle mit Sachschaden oder festgefahrene Fahrzeuge aus, berichtet der Polizeisprecher. Es gebe zwar auch Unfälle mit Verletzten - allerdings handle es sich dabei bisher nur um wenige, geringere Verletzungen. "Wir sind aktuell stark gefordert", ordnet Potzel ein. Das größte Problem für Autofahrer: "Es stockt sehr stark, die Schneemassen sind da und die Bevölkerung kämpft sich zur Arbeit oder sonst wohin." Das sind einige der Unfälle in Oberfranken:
Lkw kollidieren auf A72 bei Hof: In Oberfranken wurde am frühen Montagmorgen (26. Januar 2026) gegen 1 Uhr die A72 bei Hof teilweise gesperrt. Zwischen den Anschlussstellen Hof-Töpen und Hof-Nord war die Fahrbahn in Richtung A9 blockiert, nachdem ein mit Leergut beladener Lastwagen auf schneeglatter Fahrbahn ins Rutschen geraten war. Ein dahinter fahrender Lkw fuhr auf. Beide Fahrer wurden verletzt. Trümmer und Ladung blockierten die Fahrbahn. Einer der Lastwagen sei komplett aufgerissen worden, erklärte ein Feuerwehrsprecher. Demnach habe sich die Ladung auf der Fahrbahn verteilt.
Fahrer kommt in Bamberg von Fahrbahn ab: Auch in Bamberg kam es zu einem Unfall: Ein Fahrer kam mit ihrem Fahrzeug gegen 6 Uhr morgens laut Potzel alleinbeteiligt von der Fahrbahn ab und touchierte ein Verkehrszeichen. Dabei sei es zu leichten Verletzungen gekommen.
Vier Unfälle auf A9 zwischen Pegnitz (Kreis Bayreuth) und Bayreuth: Die A9 musste nahe des Sophienbergs gegen 5 Uhr nach einem Unfall zeitweise komplett gesperrt werden. Ein Lkw-Fahrer kam laut Polizei nach rechts von der Fahrbahn ab und wurde leicht verletzt, als sich sei Laster in der Schutzplanke verkeilte. Bei drei anderen Unfällen auf der A9 im Kreis Bayreuth entstanden Blechschäden, als Autofahrer die Kontrolle über ihre Wagen verloren. In allen Fällen sei nicht angepasste Geschwindigkeit der Grund dafür gewesen, hieß es.
Zahlreiche Unfälle in Mittelfranken - diese Stellen sind die "Sorgenkinder"
"Jeder, der jetzt noch unterwegs ist, muss mit Verkehrsmeldungen rechnen. Es ist immer noch sehr glatt", betont auch Marc Siegl, Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken. Mit dem Schnee am Sonntagabend (25. Januar 2026) gegen 19 Uhr seien schon gegen 20 Uhr die ersten Unfälle gemeldet worden. Aber: "Die Leute fahren vorsichtig", lobt Siegl.
Auch in Mittelfranken seien die meisten Einsätze glimpflich verlaufen – schwere Unfälle habe es bislang nicht gegeben. Einige Stellen entpuppen sich jedoch als "Sorgenkinder". Dazu zählen laut Siegl beispielsweise die A6 zwischen Feuchtwangen-Nord und Aurach, die A7 zwischen Rothenburg ob der Tauber und Wörnitz und die A6 zwischen Lichtenau und Ansbach. Vereinzelt seien auch Ausfahrten nicht befahrbar. Das sind einige der Unfälle in Mittelfranken:
Kollision mit 3 Verletzten in Herzogenaurach: Am Sonntagabend (25. Januar 2026) sei es gegen 21 Uhr zu einer Kollision zweier Fahrzeuge auf der Niederndorfer Hauptstraße in Herzogenaurach gekommen. Ein Pkw sei dabei ins Schlittern geraten und auf die Gegenfahrbahn gerutscht. Beide Fahrer und eine Person auf dem Beifahrersitz wurden dabei verletzt. Die Straße war zeitweise gesperrt.
Festgefahrener Lkw in Nürnberg: In Nürnberg Süd habe sich aufgrund der Schneemassen ein Lkw festgefahren. Das Overfly der A6 sei daher seit 7.30 Uhr gesperrt. Das THW sei vor Ort, um die Fahrbahn von Schnee zu befreien.
Lkw rutscht auf A6 in Böschung: Auf der A6 rutschte ein Gemüselaster in eine Böschung und kippte um. Der 39 Jahre alte Fahrer habe am Sonntagabend (25. Januar 2026) gegen 21.45 Uhr auf der schneeglatten Fahrbahn bei Feuchtwangen (Kreis Ansbach) die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren, nachdem das Heck des Lastwagens ausgebrochen war, teilte die Polizei mit. Bei Unfall wurde der Kraftstofftank beschädigt, rund 30 Liter Diesel traten aus. Die Feuerwehr pumpte die restlichen etwa 300 Liter aus dem Tank ab. Der entstandene Schaden wird auf rund 100.000 Euro geschätzt.
Überholmanöver auf A6 geht schief - 2 Verletzte: Rund eine Stunde vorher wurden zwei Menschen mittelschwer verletzt, als eine 51-Jährige bei einem Überholmanöver auf der A6 bei Ansbach die Kontrolle über ihr Auto verlor und einen Unfall verursachte. Den Angaben zufolge touchierte sie mit ihrem Fahrzeug einen anderen Wagen. Beide Autos drehten sich anschließend und prallten gegen die Mittelschutzplanke. Dabei wurden sie so schwer beschädigt, dass sie abgeschleppt werden mussten. Schätzungen zufolge beläuft sich der Schaden auf rund 40.000 Euro. Die 51-Jährige und ihr 45 Jahre alter Beifahrer wurden in ein Krankenhaus gebracht.
Kollisison mit Gegenverkehr bei Herzogenaurach: Bei Herzogenaurach geriet ein Fahrzeug in den Gegenverkehr und kollidierte mit einem anderen Wagen, wobei drei Personen verletzt wurden.
Fahrzeug überschlägt sich auf A9: Auf der A9 zwischen Nürnberg-Ost und dem Autobahndreieck Feucht überschlug sich ein Autofahrer mit seinem Fahrzeug.
Auto rutscht in Kirchen-Vorgarten: In Happurg kam ein Auto von der Straße ab und rutschte in den Vorgarten einer Kirche.
"Schwer durchzukommen": Obacht auf A3 im Bereich Randersacker-Wertheim
"Die Straßen sind schneebedeckt, was zu Verkehrsbeeinträchtigungen führt - diese sind teilweise nicht unerheblich", bekräftigt Polizeisprecher Denis Stegner vom Präsidium Unterfranken. In Unterfranken konzentriere sich das Unfallgeschehen jedoch auf die Region Würzburg und die A3 im Bereich Randersacker-Wertheim. "Hier ist es ziemlich schwer, durchzukommen", betont Stegner.
Dort gab es bereits mehrere Unfälle. Mehrfach standen Autos oder Lastwagen quer, der Verkehr kam ins Stocken. Teilweise konnten auch Räumfahrzeuge nicht mehr passieren, wie ein Polizeisprecher sagte. Auf der A3 blieben Lastwagen zudem in beiden Fahrtrichtungen aufgrund der Steigungen und Gefälle stecken.
Sechs Leichtverletzte seien aktuell infolge von witterungsbedingten Einsätzen zu registrieren. Auch hier blieben schwere Unfälle bislang aus. Bei 90 der 200 registrierten Einsätze aufgrund der Wetterlage handelt es sich um Unfälle. Überwiegend seien jedoch Verkehrsunfälle mit Blechschaden zu verzeichnen gewesen. Und: "Die Zahl der Verkehrseinsätze steigt weiter an." Das sind einige der Unfälle in Unterfranken:
Peugeot kommt auf der B8 ins Schleudern: Laut dem Polizeipräsidium Unterfranken kam es am Sonntag, gegen 17 Uhr, auf der B 8 von Kitzingen in Richtung Würzburg zu einem Unfall, in den drei Fahrzeuge verwickelt waren. Ein 23-Jähriger touchierte demnach beim Überholen das Fahrzeug einer 69-Jährigen, da er ins Schleudern geraten war. Ein dahinter fahrendes Auto mit einem 19-jährigen Fahrer am Steuer wurde durch Trümmerteile der Kollision ebenfalls beschädigt. Die 69-jährige deutsche Fahrerin des Skoda erlitt einen Schock und wurde deshalb medizinisch versorgt. Weitere Verletzungen gab es nicht. Der Gesamtschaden betrage circa 20.000 Euro. Die B8 musste zur Unfallaufnahme und Bergung der Fahrzeuge für ungefähr eine halbe Stunde voll gesperrt werden.
Pkw überschlägt sich bei Arnstein: Eine 36-jährige deutsche Autofahrerin fuhr gegen 19.30 Uhr auf der B 26 von Arnstein nach Werneck. Dort geriet ihr Pkw ins Schleudern und kam nach links von der Fahrbahn ab. Das Auto überschlug sich und blieb im Straßengraben liegen. Die Frau wurde durch den Rettungsdienst vor Ort medizinisch begutachtet, blieb jedoch nach eigenen Angaben unverletzt. Am Pkw entstand ein Schaden von circa 5.000 Euro.
Sattelzug gerät auf A3 ins Schlingern: Auf der A3 bei Randersacker, Fahrtrichtung Nürnberg, kam in der Nacht gegen 2.15 Uhr ein Sattelzug ins Schlingern, touchierte beide Leitplanken und blieb auf dem linken Fahrstreifen stehen. Der 65-jährige Fahrer konnte seinen Lkw bis zur nächsten Rastanlage weiterfahren. Ein hinter ihm fahrender Lkw, der einen Zusammenstoß nicht mehr verhindern konnte, war in der Folge nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden.
Unfall mit drei Fahrzeugen auf A3 in Richtung Frankfurt: Auch in Fahrtrichtung Frankfurt kam es zu Unfällen und Verkehrsbehinderungen. Nach einem Zusammenstoß eines Mercedes eines 47-Jährigen mit der Mittelleitplanke, auf Höhe Werneck, mussten zwei weitere Fahrzeuge stark bremsen und ausweichen, um eine Kollision zu verhindern. In der Folge stießen diese beiden Fahrzeuge seitlich zusammen. Der Mercedes war nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden. Die anderen beiden Fahrer konnten ihre Fahrt laut der Polizei fortsetzen. Verletzt wurde niemand. Die Fahrbahn war zeitweise gesperrt.
Mehrere Lkw im Bereich Waldaschaff festgefahren: Auch im Bereich Waldaschaff kam es zu erheblichen Behinderungen. Feuerwehr, THW und Straßenmeisterei waren im Einsatz, um mehrere Lkw zu befreien, die sich aufgrund des Schneefalls festgefahren hatten.
A45 durch zwei Lkw vollständig blockiert: Die A45 in Richtung Aschaffenburg musste gegen 23.30 Uhr auf Höhe Alzenau für circa vier Stunden voll gesperrt werden, nachdem dort zwei Lkw verunfallt waren. Der Sattelzug eines 57 Jahre alten Deutschen hatte die rechte Leitplanke touchiert. In der Folge stellte sich der Sattelanhänger quer über die Fahrbahn. Ein in gleiche Richtung fahrender zweiter Sattelzug eines 32-Jährigen geriet auf der schneeglatten Fahrbahn ebenfalls ins Rutschen und konnte nicht mehr kontrolliert werden. Er stieß mit dem bereits verunfallten Lkw zusammen und stellte sich ebenfalls quer. Die Fahrbahn wurde durch die beiden Gespanne vollständig blockiert, die beide abgeschleppt werden mussten. Der entstandene Sachschaden liegt bei mehr als 100.000 Euro.
Schnee-Chaos: Weitere Unfälle in Bayern und Einschränkungen im Nahverkehr
Die Deutsche Bahn meldete für die Region Nürnberg wetterbedingte Verspätungen und Ausfälle im S-Bahn-Verkehr. Die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH stellte am Montagmorgen (26. Januar 2026) den öffentlichen Nahverkehr in der Mainstadt ein. Ebenso fällt in Bamberg, Erlangen und dem Kreis Kitzigen der Busverkehr aus.
In Nürnberg fahren mehrere Linien nicht, bei anderen kann es zu Einschränkungen kommen. Wann die Busse wieder fahren werden, war zunächst unklar. Auch im Kreis Bayreuth kommt es "zu erheblichen Beeinträchtigungen im Fahrbetrieb", wie das Landratsamt mitteilt. Es werde jedoch versucht, den Schülerverkehr am Mittag und Nachmittag zu bedienen.
Auch im Rest Bayerns werden mehrere Unfälle aufgrund der Wetterlage gemeldet: Zwischen Altdorf und Oberölsbach in der Oberpfalz rutschte ein Lkw in eine Leitplanke. Im Großraum München ist die Polizei ebenfalls gefordert. Auf der A8 rund um Fürstenfeldbruck wurden mindestens vier Unfälle registriert. Auf der A99 zwischen der Anschlussstelle Ludwigsfeld und dem Autobahndreieck München-Südwest sowie auf der A96 kam es zu weiteren Unfällen. ami/esc/mit dpa
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