Der Schnee ist zurück im Freistaat und hat am Wochenende auf den Straßen zu mehr als 100 Unfällen geführt. Auch in allen Teilen Frankens machte sich das Winterwetter bemerkbar.

Schnee und Eis haben in der Nacht zum Sonntag zu mehreren Glätteunfällen auf Bayerns Straßen geführt. Es gab mindestens acht Unfälle mit einigen Leichtverletzten, wie mehrere Polizei-Dienststellen mitteilten. 

Schnee sorgt für Chaos in Mittelfranken - vor allem Kreis Ansbach betroffen

Nachdem Mittelfranken Anfang vergangener Woche von massiven Schneegestöbern weitgehend verschont, kam es am Wochenende zu einigen Meldungen zu Glätteunfällen.  So ist in Ansbach ein Autofahrer über eine rote Ampel gefahren und hat dabei mit seinem Fahrzeug einen Ampelmast umgestoßen.

Ebenfalls im Kreis Ansbach fuhr ein 24-Jähriger am Sonntagabend mit seinem Auto auf der Ortsverbindungsstraße von Neudorf in Richtung Dornberg, als er in einer langgezogenen Rechtskurve aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit bei Schneeglätte nach rechts von der Fahrbahn abkam und in einen Graben fuhr. Bei dem Unfall wurde der 24-Jährige nicht verletzt, an seinem Fahrzeug entstand aber ein Sachschaden in Höhe von rund 5000 Euro.

Zu einem Glätteunfall mit einer leicht verletzten Person kam es auf der Staatsstraße 2249 zwischen Rauenzell und Herrieden. Eine 19-Jährige war hier mit ihrem Auto unterwegs, als sie kurz nach Rauenzell auf winterglatter Fahrbahn nach rechts von der Fahrbahn abkam und gegen ein Verkehrszeichen prallte.

Bei Unfallaufnahme wurde festgestellt, dass die St. 2249 schneebefreit war. Lediglich kurz vor der Unfallstelle herrschte Winterglätte. Bei dem Unfall entstand ein Gesamtschaden von rund 4500 Euro. Die junge Fahrerin wurde vorsorglich durch den Rettungsdienst ins KH Ansbach verbracht.

In den späten Sonntagabendstunden kam es im Weidleinsweg in Rothenburg ob der Tauber zu einem glättebedingten Verkehrsunfall. Zuvor wollte ein 56-jähriger Rothenburger mit seinem Auto von der Schweinsdorfer Straße in diesen einbiegen. Aufgrund unangepasster Geschwindigkeit, den örtlichen Gegebenheiten, als auch der winterlichen Straßenverhältnisse kam der Mann mit seinem Fahrzeug ins Rutschen und touchierte ein Verkehrszeichen. Bei dem Verkehrsunfall entstand Sachschaden in Höhe von rund 3000 Euro. Das Fahrzeug des Mannes war anschließend nicht mehr fahrtauglich und musste abgeschleppt werden. Glücklicherweise wurde bei dem Unfall niemand verletzt.

Am Sonntagabend fuhr ein junger Mann aus Heroldsberg mit seinem Auto auf der Erlenstraße in Erlangen. Vor einer Einmündung musste er vorfahrtsbedingt halten. Aufgrund der Schneeglätte rutschte der Wagen jedoch in die Einmündung und wurde von einem vorbeifahrenden Klein-Lkw gestreift. An beiden Fahrzeugen entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 10.000 Euro. Die beiden Beteiligten blieben unverletzt.

Eisglätte auch in Oberfranken - Viele Fahrer haben Glück im Unglück

Zu drei Unfällen bei Schneeglätte durften die Polizisten der oberfränkischen Polizeiinspektion Stadtsteinach im Kreis Kulmbach im Laufe des Sonntags ausrücken. Der erste ereignete sich gegen 6.10 Uhr in Marktschorgast, hier kam ein 48-Jähriger mit Sommerreifen in Rutschen und krachte in ein geparktes Auto.

Ein weiterer Verkehrsteilnehmer kam gegen 18.10 Uhr auf schneeglatter Fahrbahn ins Schleudern und touchierte dabei ein entgegenkommendes Fahrzeug. Gegen 23.20 Uhr ereignete ein weiterer Unfall bei Presseck, hier kam ein 31-Jähriger von der Fahrbahn ab und landete im Graben. Die beteiligten vier Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden, der Gesamtschaden beläuft sich auf über 100.000 Euro. Glücklicherweise wurde niemand verletzt.

Mehrfach fuhren die Streifen der Autobahnpolizei aus Hof am Sonntag ab den Nachmittagsstunden zu Verkehrsunfällen auf den hochfränkischen Autobahnen an. Jedes Mal attestierten die Polizisten den Unfallfahrern dabei eine "den winterlichen Wetterverhältnissen nicht angepasste Geschwindigkeit" als Unfallursache.

Den Anfang machte um 15.45 Uhr ein 40-jähriger Sachse mit Wohnsitz in der Schweiz. Er kam auf der A72 kurz vor dem Autobahndreieck Bayerisches Vogtland mit einem gemieteten Kleintransporter bei einer Geschwindigkeit von 120 km/h in einer Kurve auf der winterlichen Fahrbahn ins Schlittern. Der Kleintransporter verließ am rechten Fahrbahnrand die Straße, fuhr die Böschung hoch und rammte schließlich noch ein Hinweisschild bis er ziemlich demoliert am Fahrbahnrand zum Stehen kam. Verletzt wurde der Mann nicht, jedoch beläuft sich der Sachschaden auf rund 20 Tausend Euro.

Weiter ging es um 18 Uhr auf der A93 bei Thiersheim/LKr Wunsiedel i.F., wo ein 37-jähriger Autofahrer aus dem Raum Riesa bei Schneeglätte außer Kontrolle geriet. Nach mehreren Kollisionen mit den Leitplanken kam das Fahrzeug stark beschädigt entgegen der Fahrtrichtung am Pannenstreifen zum Stehen. Auf der Fahrt in die Kaserne befindliche Bundeswehrangehörige hielten hier an und leisteten Hilfe. 
An dem Wagen des Sachsen entstand laut Einschätzung der Beamten Totalschaden in Höhe von 30.000 Euro. Außerdem wurden einige Leitplanken demoliert.

Um 19 Uhr erwartete die Beamten auf der A72 bei Feilitzsch/LKr Hof ein ähnliches Szenario. Hier war ein 50-Jähriger aus Chemnitz mit seinem Auto in Richtung Westen unterwegs gewesen, als er auf der schneebedeckten Fahrbahn das Fahrzeug eines 23-Jährigen überholte. Im Überholvorgang geriet der 50-Jährige ins Rutschen und kollidierte mit dem Wagen rechts neben ihm. Die beiden Autos kam von der Fahrbahn ab und im Straßengraben zum Liegen. Auch hier beläuft sich der Sachschaden auf mehrere Tausend Euro.

Den vorläufigen Abschluss machte ein 33-jähriger Mann um 21.10 Uhr auf der A93 bei Rehau. Der Mann aus dem grenznahen Asch geriet auf der schneebedeckten Nordfahrbahn mit seinem Auto ins Rutschen und kollidierte mehrfach mit der Leitplanke. Sachschaden hier: sechs Tausend Euro.

Unterfranken rutscht - Mann kollidiert mit Stromverteiler

Auf der Strecke von Oberelsbach in Richtung Oberwaldbehrungen geriet Samstagnacht, gegen 02.30 Uhr eine 19-Jährige mit ihrem Auto in das verschneite Bankett und fuhr sich fest. Beim Versuch das wieder "frei" zu fahren, rutschte das Fahrzeug rückwärts eine leichte Böschung hinunter und blieb auf einem Acker stehen. Dort musste der Wagen der 19-Jährigen geborgen werden, verletzt wurde aber glücklicherweise niemand. Auf den ersten Blick waren auch am Fahrzeug keine Schäden zu erkennen. 

Am späten Sonntagabend war ein junger Mann mit seinem Auto auf der Staatsstraße von Unterleinleiter in Richtung Heiligenstadt unterwegs. Nach dem Ortsausgang von Unterleinleiter beschleunigte er jedoch. In einer Rechtskurve verlor er dann die Haftung auf dem winterglatten Untergrund und das Fahrzeug schlitterte unkontrolliert nach links. Dabei stieß das Auto im Frontbereich unter anderem gegen eine im Kurvenbereich befindliche Richtungstafel, sodass ein erheblicher Frontschaden entstand und abgeschleppt werden musste. Der Fahrer blieb glücklicherweise unverletzt

Knapp 120 Kilometer weiter ist ein Sattelzug in Marktheidenfeld im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart gegen einen Stromverteiler und eine Straßenlaterne gefahren. Das Fahrzeug des 46-jährigen Fahrers sei in der Nacht auf der schneeglatten Straße ins Rutschen gekommen, teilte die Polizei mit. Zur Bergung musste der Strom kurzzeitig ausgeschalten werden.

Am Sonntag zog der Schneefall allmählich nach Westen, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. Die Meteorologen erwarteten Tiefstwerte von minus drei Grad.