Demnach seien die Voraussetzungen für Polarlichter im Jahr 2026 außergewöhnlich günstig. Der Grund sei die Kombination aus einem Sonnenmaximum und geomagnetischen Stürmen. Laut Möstl werden in 2026 drei bis fünf geomagnetische Stürme erwartet, die stark genug sind, um Polarlichter bis nach Mitteleuropa sichtbar zu machen.
Bevorzugte Beobachtungsmonate für Polarlichter in Deutschland
Die Aktivität der Sonne folgt einem elfjährigen Zyklus, wobei die Hochphasen die Wahrscheinlichkeit von Polarlichtern in Deutschland erheblich erhöhen.
Im Jahr 2026 befindet sich die Sonne weiterhin in einer aktiven Phase, was die dunklen Monate des Jahres besonders interessant macht.
- Januar und Februar 2026: Lange Nächte und kaltes, klares Wetter schaffen ideale Voraussetzungen.
- November und Dezember 2026: Die anhaltende Sonnenaktivität macht auch diese Monate vielversprechend.
- Oktober und März: Diese Übergangsmonate bieten ebenfalls Chancen, insbesondere bei klaren Nächten, erklärt der MDR.
Polarlichter über Deutschland: Warum genaue Vorhersagen schwierig sind
Die Vorhersage von Polarlichtern in Deutschland ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Polarlichter entstehen durch geomagnetische Stürme, die durch koronale Massenauswürfe der Sonne ausgelöst werden. Diese Ereignisse sind zwar mit wissenschaftlichen Methoden teilweise vorhersehbar, jedoch oft nur kurzfristig und ohne regionale Präzision. In mittleren Breiten wie Deutschland hängt die Sichtbarkeit von Polarlichtern zusätzlich von Wetterbedingungen und Lichtverschmutzung abt.
Ein zentrales Problem ist der sogenannte Kp-Index, der geomagnetische Aktivitäten auf einer Skala von 0 bis 9 misst. Polarlichter über Deutschland erfordern häufig einen Wert von mindestens 6 bis 8, was nur bei besonders starken geomagnetischen Stürmen erreicht wird. Solche Werte treten spontan auf und sind kaum langfristig vorhersagbar. Echtzeit-Updates und spezialisierte Apps sind daher unerlässlich, um die Chancen auf eine Sichtung zu maximieren, unterstreicht die Seite Polarlicht-Vorhersage.de hervorhebt.
Zusätzlich spielen lokale Gegebenheiten wie klare Nächte und eine freie Sicht nach Norden eine entscheidende Rolle. Regionen mit geringer Lichtverschmutzung, wie die Nord- und Ostseeküste sowie ländliche Gebiete in Norddeutschland, bieten die besten Bedingungen für die Beobachtung, so so der NDR.
Hilfreiche Apps: Aurora und Aurora Forecast
Moderne Technologien erleichtern die Suche nach Polarlichtern enorm. Apps wie Aurora und Aurora Forecast gehören zu den zuverlässigsten Tools, die Echtzeit-Vorhersagen und detaillierte Informationen liefern.
- Aurora App:
- Echtzeit-Benachrichtigungen bei geomagnetischen Aktivitäten.
- Karten mit den besten Orten für Sichtungen.
- Lokale Wetter- und Wolkenprognosen.
- Verfügbar für Android und iOS.
- Aurora Forecast:
- Präzise Kp-Index-Prognosen für mehrere Tage.
- Übersichtskarten zur globalen Aurora-Aktivität.
- Unterstützt langfristige Planung und Echtzeit-Updates.
- Verfügbar für Android und iOS.
Diese Apps sind ideale Begleiter für Polarlicht-Enthusiasten und bieten umfassende Unterstützung bei der Planung und Beobachtung des faszinierenden Naturphänomens.
Die besten Beobachtungsorte in Franken
Für die Sichtung der Polarlichter bieten sich in Franken mehrere Orte an, die gute Bedingungen wie geringe Lichtverschmutzung und eine freie Sicht nach Norden bieten.
- Oberfranken: Laut BR24 eignet sich der Vogelberg in Bischberg im Landkreis Bamberg besonders gut. Er bietet eine panoramische Sicht Richtung Norden und ist weit entfernt von städtischem Licht.
- Mittelfranken: Das Fränkische Seenland ist ein beliebtes Ziel für Beobachtungen.
- Unterfranken: Die Region um Bad Kissingen und der Spessart bieten optimale Bedingungen für Polarlicht-Sichtungen.
Ein Tipp nahe Franken ist die Sternwarte Neumarkt. Die Lage in der Oberpfalz, abseits größerer Städte, sorgt für geringere Lichtverschmutzung und optimale Bedingungen für die Sichtung von Himmelsphänomenen wie Sternschnuppen oder Planeten.
Die schönsten Aufnahmen aus der Community
Auch in Franken haben es einige aufmerksame Himmelsbeobachter geschafft, das Himmelsphänomen vor dem nächtlichen Nachthimmel fotografisch einzufangen. Der inFranken.de-Redaktion wurden von mehreren Fotografinnnen und Fotografen Aufnahmen zugeschickt. Ingmar Stenglein hat die Polarlichter beispielsweise vom Kreuzberg bei Marktrodach aus eingefangen.
Carolin Metz gelangen farbprächtige Aufnahmen in Bischofsheim in der Rhön.
Domi konnte das seltene Phäomen in Kramersfeld fotografieren.
Hintergründe: Wie entstehen Polarlichter?
Polarlichter entstehen durch das Zusammenspiel von Sonnenwind, geladene Teilchen der Sonne und dem Erdmagnetfeld. Dieses Magnetfeld lenkt die Teilchen zu den Polarregionen, wo sie auf Sauerstoff- und Stickstoffatome in der Atmosphäre treffen. Laut dem DWD regen die Teilchen diese Gase zum Leuchten an, wodurch die farbigen Lichter entstehen. Die Farbe hängt von der Höhe und dem angeregten Gas ab: Grün und Rot entstehen durch Sauerstoff, Blau und Violett durch Stickstoff.
Diashows:
Der geomagnetische Sturm, der dieses Spektakel auslöste, erreichte die zweithöchste Stufe G4, wie die US-Atmosphärenbehörde NOAA berichtete. Die außergewöhnliche Intensität führte dazu, dass die Polarlichter bis nach Süddeutschland sichtbar waren – ein äußerst seltenes Ereignis in unseren Breitengraden.
Die Eruptionswolke der Sonne hat die Strecke zwischen Sonne und Erde in nur etwa 25 Stunden zurückgelegt – eine außergewöhnliche Geschwindigkeit, die laut Spaceweather zu den schnellsten jemals beobachteten koronalen Massenauswürfen (CME) der letzten 30 Jahre gehört. Diese Geschwindigkeit von rund 1660 km/s zeigt, wie extrem der Sonnensturm war.
Tipps für die Polarlicht-Sichtung
Damit die Sichtung der Polarlichter in Franken gelingt, sollten einige Vorkehrungen getroffen werden:
- Klare Nächte: Wolkenfreier Himmel ist essenziell.
- Lichtverschmutzung vermeiden: Dunkle Standorte wie ländliche Gebiete oder Küstenregionen sind ideal.
- Blick nach Norden: Polarlichter erscheinen häufig am Nordhorizont.
- Den Himmel regelmäßig überprüfen, da Polarlichter plötzlich auftauchen können.
- Vorhersagetools nutzen, um magnetische Aktivität und die Wahrscheinlichkeit von Polarlichtern zu bestimmen.
- Die beste Beobachtungszeit ist zwischen 22 Uhr und 2 Uhr nachts, da die Aktivität oft in diesem Zeitraum am höchsten ist.
- Warme Kleidung tragen, da die Sichtung meist in kalten Regionen oder Jahreszeiten erfolgt.
Für Enthusiasten ist 2026 ein Jahr voller Möglichkeiten. Mit der richtigen Vorbereitung und etwas Glück kann das magische Leuchten des Himmels auch in Deutschland bewundert werden.
Normalerweise treten Polarlichter nur in polnahen Regionen auf, doch die Intensität des geomagnetischen Sonnensturms machte das Spektakel zu Jahresbeginn in ganz Bayern sichtbar. Laut Experten des Deutschen Wetterdienstes war das Auftreten Mitte Januar eine der seltenen Gelegenheiten, Polarlichter in Süddeutschland zu erleben. sl/gej/mit dpa