Geduld und richtige Vorbereitung sind essenziell. Wer Polarlichter sehen will, sollte sich warm anziehen, Snacks mitnehmen und sich auf längere Wartezeiten einstellen. Es empfiehlt sich, regelmäßig den Himmel zu beobachten, denn Polarlichter treten oft in kurzen, sogenannten Substürmen auf. Die Erscheinung kann wenige Minuten oder auch länger dauern – wer zu spät rausgeht, verpasst sie leicht, wie drohnen.de berichtet. Ein klarer Himmel ohne Wolken ist die absolute Grundvoraussetzung. Wer regelmäßig die aktuellen Vorhersagen prüft und auf Push-Nachrichten seiner Apps achtet, erhöht seine Chancen deutlich, das einzigartige Naturschauspiel der Polarlichter live zu erleben.
Hilfreiche Apps: Aurora und Aurora Forecast
Zusätzlich spielen lokale Gegebenheiten wie klare Nächte und eine freie Sicht nach Norden eine entscheidende Rolle. Regionen mit geringer Lichtverschmutzung, wie die Nord- und Ostseeküste sowie ländliche Gebiete in Norddeutschland, bieten die besten Bedingungen für die Beobachtung, so so der NDR.
Moderne Technologien erleichtern die Suche nach Polarlichtern enorm. Apps wie Aurora und Aurora Forecast gehören zu den zuverlässigsten Tools, die Echtzeit-Vorhersagen und detaillierte Informationen liefern. Diese Apps sind ideale Begleiter für Polarlicht-Enthusiasten und bieten umfassende Unterstützung bei der Planung und Beobachtung des faszinierenden Naturphänomens:
- Aurora App:
- Echtzeit-Benachrichtigungen bei geomagnetischen Aktivitäten.
- Karten mit den besten Orten für Sichtungen.
- Lokale Wetter- und Wolkenprognosen.
- Verfügbar für Android und iOS.
- Aurora Forecast:
- Präzise Kp-Index-Prognosen für mehrere Tage.
- Übersichtskarten zur globalen Aurora-Aktivität.
- Unterstützt langfristige Planung und Echtzeit-Updates.
- Verfügbar für Android und iOS.
Warum 2026 ein "Jahr" der Polarlichter ist
Das Jahr 2026 wird von Wissenschaftlern als ein besonderes Jahr für Polarlichter angesehen. Die hohe Sonnenaktivität, die sich derzeit in der Hochphase ihres elfjährigen Zyklus befindet, ist dafür verantwortlich, dass Polarlichter sogar in mittleren Breiten wie Deutschland häufiger auftreten können. Laut dem MDR, der 2026 als "Jahr der Polarlichter" bezeichnet, seien für die kommenden Monate weitere Nächte mit Himmelleuchten vorausgesagt. Die Ausnahmestellung von 2026 betonen auch die Badischen Neuen Nachrichten ("Rekordjahr für Polarlichter") und das österreichische Portal vol.at ("2026 wird ein Jahr der Polarlichter").
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"Wir befinden uns derzeit im Maximum des sogenannten 11-jährigen Sonnenzyklus", sagte Christian Möstl, Weltraumwetter-Experte, laut Frankfurter Rundschau. Diese Phase sei geprägt von einer erhöhten Anzahl an Sonnenflecken, Flares und koronalen Massenauswürfen (CMEs), die für die Entstehung von Polarlichtern verantwortlich sind.
Demnach seien die Voraussetzungen für Polarlichter im Jahr 2026 außergewöhnlich günstig. Der Grund sei die Kombination aus einem Sonnenmaximum und geomagnetischen Stürmen. Laut Möstl werden in 2026 drei bis fünf geomagnetische Stürme erwartet, die stark genug sind, um Polarlichter bis nach Mitteleuropa sichtbar zu machen.
Bevorzugte Beobachtungsmonate für Polarlichter in Deutschland
Die Aktivität der Sonne folgt einem elfjährigen Zyklus, wobei die Hochphasen die Wahrscheinlichkeit von Polarlichtern in Deutschland erheblich erhöhen.
Im Jahr 2026 befindet sich die Sonne weiterhin in einer aktiven Phase, was die dunklen Monate des Jahres besonders interessant macht.
- Januar und Februar 2026: Lange Nächte und kaltes, klares Wetter schaffen ideale Voraussetzungen.
- November und Dezember 2026: Die anhaltende Sonnenaktivität macht auch diese Monate vielversprechend.
- Oktober und März: Diese Übergangsmonate bieten ebenfalls Chancen, insbesondere bei klaren Nächten, erklärt der MDR.
Die besten Beobachtungsorte in Franken
Für die Sichtung der Polarlichter bieten sich in Franken mehrere Orte an, die gute Bedingungen wie geringe Lichtverschmutzung und eine freie Sicht nach Norden bieten.
- Oberfranken: Laut BR24 eignet sich der Vogelberg in Bischberg im Landkreis Bamberg besonders gut. Er bietet eine panoramische Sicht Richtung Norden und ist weit entfernt von städtischem Licht.
- Mittelfranken: Das Fränkische Seenland ist ein beliebtes Ziel für Beobachtungen.
- Unterfranken: Die Region um Bad Kissingen und der Spessart bieten optimale Bedingungen für Polarlicht-Sichtungen.
Ein Tipp nahe Franken ist die Sternwarte Neumarkt. Die Lage in der Oberpfalz, abseits größerer Städte, sorgt für geringere Lichtverschmutzung und optimale Bedingungen für die Sichtung von Himmelsphänomenen wie Sternschnuppen oder Planeten.
Seltenes Sonnensturm-Schauspiel: Polarlichter über Franken zu sehen
Ein außergewöhnlich starker Sonnensturm hatte am Montagabend, 19. Januar 2026, den Himmel über Franken in ein farbiges Lichtspiel verwandelt. In Städten wie Fürth und Bamberg waren die Polarlichter mit bloßem Auge sichtbar, wie die fränkische Nachrichtenagentur News5 berichtete. Besonders in ländlichen Gegenden bot sich ein beeindruckender Anblick: Grüne und rote Lichter durchzogen den sternenklaren Himmel. Die Polizei Mittelfranken nahm sich die Zeit, ein Polarlicht-Foto auf Facebook zu posten. "Ein besonderer Moment am gestrigen Abend: Über Mittelfranken waren Polarlichter zu sehen – festgehalten von den Kolleginnen und Kollegen der Polizeiinspektion Weißenburg", heißt es. Besonders kreativ fällt die Überschrift aus: "Blaulicht trifft Polarlicht."
Auch über anderen Regionen Bayerns, sowohl in Städten als auch in den ländlichen Gegenden, waren die Nordlichter zu sehen. Mit ihrer intensiven Leuchtkraft erhellten sie den Himmel und verzauberten die Menschen. Die ungewöhnliche Intensität des geomagnetischen Sturms machte das farbige Leuchten selbst weit südlich der Polarregionen erkennbar. Obwohl solche Erscheinungen in Deutschland äußerst selten sind, waren die Lichter durch den starken Sonnensturm deutlich zu sehen, wie der Deutsche Wetterdienst bestätigte.
Auch am Dienstag, 20. Januar 2026, und Mittwoch, 21. Januar 2026, standen die Chancen, Polarlichter über Franken zu sehen, außergewöhnlich gut. Dies lag an einem starken geomagnetischen Sturm, der durch einen koronalen Massenauswurf ausgelöst wurde und die Erde erreichte. Der sogenannte KP-Index, der die geomagnetische Aktivität misst, lag bei 6 bis 7.
Die schönsten Aufnahmen aus der Community
Auch in Franken haben es einige aufmerksame Himmelsbeobachter geschafft, das Himmelsphänomen vor dem nächtlichen Nachthimmel fotografisch einzufangen. Der inFranken.de-Redaktion wurden von mehreren Fotografinnnen und Fotografen Aufnahmen zugeschickt. Ingmar Stenglein hat die Polarlichter beispielsweise vom Kreuzberg bei Marktrodach aus eingefangen.
Carolin Metz gelangen farbprächtige Aufnahmen in Bischofsheim in der Rhön.
Domi konnte das seltene Phäomen in Kramersfeld fotografieren.
Hintergründe: Wie entstehen Polarlichter?
Polarlichter entstehen durch das Zusammenspiel von Sonnenwind, geladene Teilchen der Sonne und dem Erdmagnetfeld. Dieses Magnetfeld lenkt die Teilchen zu den Polarregionen, wo sie auf Sauerstoff- und Stickstoffatome in der Atmosphäre treffen. Laut dem DWD regen die Teilchen diese Gase zum Leuchten an, wodurch die farbigen Lichter entstehen. Die Farbe hängt von der Höhe und dem angeregten Gas ab: Grün und Rot entstehen durch Sauerstoff, Blau und Violett durch Stickstoff.
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Der geomagnetische Sturm, der dieses Spektakel auslöste, erreichte die zweithöchste Stufe G4, wie die US-Atmosphärenbehörde NOAA berichtete. Die außergewöhnliche Intensität führte dazu, dass die Polarlichter bis nach Süddeutschland sichtbar waren – ein äußerst seltenes Ereignis in unseren Breitengraden.
Die Eruptionswolke der Sonne hat die Strecke zwischen Sonne und Erde in nur etwa 25 Stunden zurückgelegt – eine außergewöhnliche Geschwindigkeit, die laut Spaceweather zu den schnellsten jemals beobachteten koronalen Massenauswürfen (CME) der letzten 30 Jahre gehört. Diese Geschwindigkeit von rund 1660 km/s zeigt, wie extrem der Sonnensturm war.
Tipps für die Polarlicht-Sichtung
Damit die Sichtung der Polarlichter in Franken gelingt, sollten einige Vorkehrungen getroffen werden:
- Klare Nächte: Wolkenfreier Himmel ist essenziell.
- Lichtverschmutzung vermeiden: Dunkle Standorte wie ländliche Gebiete oder Küstenregionen sind ideal.
- Blick nach Norden: Polarlichter erscheinen häufig am Nordhorizont.
- Den Himmel regelmäßig überprüfen, da Polarlichter plötzlich auftauchen können.
- Vorhersagetools nutzen, um magnetische Aktivität und die Wahrscheinlichkeit von Polarlichtern zu bestimmen.
- Die beste Beobachtungszeit ist zwischen 22 Uhr und 2 Uhr nachts, da die Aktivität oft in diesem Zeitraum am höchsten ist.
- Warme Kleidung tragen, da die Sichtung meist in kalten Regionen oder Jahreszeiten erfolgt.
Für Enthusiasten ist 2026 ein Jahr voller Möglichkeiten. Mit der richtigen Vorbereitung und etwas Glück kann das magische Leuchten des Himmels auch in Deutschland bewundert werden.
Normalerweise treten Polarlichter nur in polnahen Regionen auf, doch die Intensität des geomagnetischen Sonnensturms machte das Spektakel zu Jahresbeginn in ganz Bayern sichtbar. Laut Experten des Deutschen Wetterdienstes war das Auftreten Mitte Januar eine der seltenen Gelegenheiten, Polarlichter in Süddeutschland zu erleben. sl/gej/mit dpa