Massives Eichenprozessionsspinner-Problem in Franken - Gesundheitsgefahr
Autor: Moritz Kircher
Franken, Donnerstag, 11. Juni 2026
An vielen Orten in Franken breitet sich eine Raupe aus, die bei Menschen zur akuten Gesundheitsgefahr werden kann. Massive Bekämpfungsmaßnahmen laufen. Eine erste Großstadt meldet Überlastung.
Zahlreiche Städte in Franken kämpfen derzeit mit einem massiven Befall von Baumbestand mit dem Eichenprozessionsspinner. Auch entlang fränkischer Autobahnen gibt es große Probleme mit der kleinen Raupe. Der Eichenprozessionsspinner tritt nach Angaben der Autobahn GmbH dieses Jahr besonders früh und besonders stark auf. Deshalb nehmen Fachleute jetzt entlang der fränkischen Autobahnen den Kampf gegen die Raupe auf, deren Brennhaare bei Menschen zur ernsthaften Gesundheitsgefahr werden können.
Eine Fachfirma mit Spezialgerät wird in den nächsten Wochen entlang der übrigen betroffenen Autobahnen, Parkplätzen sowie Tank- und Rastanlagen den Kampf gegen die Nester und Gespinste durchführen. Auch Grundstücksbesitzer sollten jetzt handeln.
Eichenprozessionsspinner: So müssen Grundstücksbesitzer jetzt handeln - Stadt mit Hinweis
Zum Beispiel in Coburg ist der Eichenprozessionsspinner mittlerweile flächendeckend zum Problem geworden, wie die Stadt in einer Pressemitteilung erklärt. Verantwortlich dafür seien unter anderem die milden Winter und die anhaltenden Trockenperioden, die den Raupen günstige Entwicklungsbedingungen bieten. Die Stadtverwaltung rät dringend dazu, befallene Bäume und Gespinste nicht zu berühren und betroffene Bereiche großzügig zu meiden.
Auf städtischen Flächen würden die Raupen derzeit entfernt. Dafür komme ein speziell ausgerüsteter Sauger zum Einsatz, mit dem die Tiere und ihre Nester abgesaugt werden, heißt es. Die Stadt Coburg weist darauf hin: Für die Bekämpfung auf Privatgrundstücken sind die jeweiligen Eigentümer verantwortlich, sofern von den Raupen eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgehen kann. Wer im öffentlichen Raum ein Gespinst oder einen befallenen Baum entdeckt, kann dies dem Grünflächenamt per E-Mail an gruenflaechenamt@coburg.de melden.
Der Eichenprozessionsspinner befällt bevorzugt nach Angaben der Stadt Coburg frei stehende, sonnige Eichen. Ende April oder Anfang Mai schlüpfen die Raupen aus den Eiern und ernähren sich ausschließlich von den Blättern der Bäume. Nach mehreren Häutungen bilden sie ihre charakteristischen Gespinste. Ab der dritten Häutung entstehen die gesundheitsschädlichen Brennhaare.
Vorsicht an diesen Autobahnparkplätzen und Rastanlagen in Franken
An den Autobahnen wird auf den Einsatz von Spritzmitteln zum Schutz anderer Insektengruppen verzichtet. Der Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner entlang der fränkischen Autobahnen wird vermutlich bis Ende Juli dauern, teilt die Autobahn GmbH des Bundes mit. Schwerpunkt der Maßnahmen seien die Autobahnabschnitte an der A73, zwischen den Anschlussstellen Möhrendorf und Breitengüßbach, an der A70 zwischen Hallstadt und dem Autobahndreieck Bayreuth/Kulmbach, an der A93 bei Weiden sowie auf der A9 zwischen den Anschlussstellen Pegnitz und Bad Berneck.
An Park- und Rastplätzen wird der Eichenprozessionsspinner nach Angaben der Autobahn GmbH vordringlich bekämpft. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners verfügen über feine Brennhaare, die schon bei leichtem Hautkontakt schwere allergische Reaktionen bei Menschen auslösen.