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Mäc-Geiz insolvent: Manche fränkische Standorte stehen vor Rettung


Autor: Moritz Kircher

Franken, Freitag, 06. November 2026

Ein großer deutscher Non-Food-Discounter steckt mitten im Insolvenzverfahren. Auch fränkische Filialen sind betroffen. Während manche Standorte nun aufatmen können, kam für andere schon das Aus.
Mäc-Geiz ist einer der größten deutschen Non-Food-Discounter. Schon im Jahr 2023 machte die Filiale in Bamberg dicht.


Update vom 06.11.2026: Zukunft der fränkischen Filialen von Mäc Geiz entschieden

Das Insolvenzverfahren über den Discounter Mäc Geiz läuft. Bald müssen die Gläubiger abstimmen, ob sie dem Sanierungsplan ihren Segen erteilen, damit es mit dem Unternehmen weitergehen kann. Und danach sieht es aus.

Mit 123 Standorten soll es für einen Großteil der Mäc-Geiz-Filialen weitergehen. Für rund 60 wird das Insolvenzverfahren aber aller Voraussicht nach das Aus bedeuten. Mäc Geiz hatte in Franken insgesamt vier Filialen. Für zwei soll es offenbar weitergehen. Die anderen beiden sind wohl schon geschlossen. 

Zwei fränkische Filialen sollen erhalten bleiben

Das Dienstleistungs- und Logistikzentrum am Firmensitz in Landsberg in Sachsen-Anhalt bleibt laut Mitteilung bestehen. 850 Arbeitsplätze könnten erhalten werden, hieß es. Wie viele Menschen ihren Job verlieren, wurde auf Nachfrage nicht genannt. Im Frühjahr hatte die Handelskette nach eigenen Angaben noch knapp 1.200 Beschäftigte. 

Voraussichtlich im Dezember dieses Jahres werden die Gläubiger dem Unternehmen zufolge beim zuständigen Amtsgericht Halle (Saale) über den Sanierungsplan für Mäc Geiz abstimmen. Der soll die Grundlage dafür schaffen, die Gesellschaft zu entschulden und wirtschaftlich solide aufzustellen. Und in diesem Plan spielen die fränkischen Filialen in Bad Kissingen und Nürnberg offenbar weiterhin eine Rolle. Sie stehen laut Deutscher Presseagentur auf der Liste der Filialen, die erhalten bleiben sollen.

"Wir sind von unserem Geschäftsmodell überzeugt und freuen uns, unseren Kundinnen und Kunden auch künftig an vielen Standorten unsere Produktpalette anbieten zu können", sagte Rüdiger Grommes, Geschäftsführer von Mäc Geiz. Der Discounter will künftig unter anderem mit neuen Produkten und erweiterten Sortimentsbereichen punkten.

Wo Mäc Geiz in Franken einen Schlussstrich gezogen hat

Allerdings offenbar nicht in den Filialen in Röthenbach an der Pegnitz (Kreis Nürnberger Land) und Bad Neustadt (Kreis Rhön-Grabfeld). Die beiden Standorte sind nicht auf der Liste der Filialen zu finden, in denen es weitergehen soll. Und wer online nach ihnen sucht, bekommt schon jetzt das Ergebnis: "Dauerhaft geschlossen".  Verifizieren lässt sich diese Information im Filialfinder auf der Website von Mäc Geiz derzeit (6. November, 15.30 Uhr) nicht. Die Seite ist wegen Wartungsarbeiten nicht erreichbar.

Die Mäc Geiz Handelsgesellschaft mbH hatte im Mai einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage sei es erforderlich, sich grundlegend neu aufzustellen, hieß es. Mäc Geiz verkauft Produkte des täglichen Bedarfs wie Haushaltswaren und Drogerieartikel sowie Schreibwaren. Die Kette konkurriert unter anderem mit Händlern wie Action, Tedi und Woolworth. Die Filialen befinden sich überwiegend in den Bundesländern im Osten Deutschlands.

(Mit Material von dpa)

Der Ursprungsartikel vom 05.08.2026: Mehreren Standorten von Mäc Geiz in Franken droht Schließung

Der Haushaltsdiscounter Mäc Geiz ist insolvent. Am 1. August hat das zuständige Amtsgericht in Halle an der Saale das Insolvenzverfahren eröffnet. Der Einzelhändler betreibt deutschlandweit rund 200 Filialen - mehrere davon in Franken. Von etwa einem Viertel der Filialen will sich Mäc Geiz trennen. Den Schwerpunkt seiner Geschäftstätigkeit hat das Unternehmen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin und Thüringen. Einige Filialen gibt es auch in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Die vier bayerischen Mäc-Geiz-Filialen liegen alle in Franken. Diese sind:

  • Bad Kissingen (Riedgraben 7)
  • Bad Neustadt (Spörleinstraße 15)
  • Nürnberg (Zerzabelshoferstraße 31) 
  • Röthenbach an der Pegnitz (Am Gewerbepark 2)

Rund 200 Filialen: Verhandlungen über Mäc-Geiz-Standorte laufen

Von 66 Mitarbeitern aus den Bereichen Vertrieb, Dienstleistungszentrum und Logistik habe man sich bereits "schweren Herzens" getrennt, wie Mäc Geiz in einer Pressemitteilung schreibt. Derzeit liefen Verhandlungen mit Vermietern an allen Filialstandorten, teilt das Unternehmen außerdem mit. Man gehe davon aus, "dass rund 50 Filialen geschlossen werden müssen". Den Insolvenzantrag zu dem nun eröffneten Insolvenzverfahren hatte Mäc Geiz bereits im Frühjahr gestellt.

Ob einer oder mehrere der fränkischen Standorte auf der Streichliste stehen? Diese Frage von inFranken.de kann das Unternehmen derzeit nicht beantworten und verweist auf die Pressemitteilung. "Welche Standorte (...) konkret betroffen sein werden, steht aufgrund der noch laufenden Gespräche derzeit noch nicht final fest." Schon 2024 wurden die Filialen in Bamberg und in Hof geschlossen, seitdem gibt es keinen Standort mehr in Oberfranken.

Sobald die Verhandlungen über die einzelnen Standorte abgeschlossen seien, werde Mäc Geiz über die Entscheidungen informieren. Spätestens im Herbst dieses Jahres solle "Klarheit über die künftige Standortstruktur" bestehen.

Mäc-Geiz blickt zuversichtlich auf die laufende Sanierung

Nach aktuellen Angaben in der Pressemitteilung beschäftigt Mäc Geiz aktuell 1175 Mitarbeiter. Zu besten Zeiten waren es wohl ungefähr 1800. Das ist die Zahl, die derzeit noch auf der Website des Unternehmens (abgerufen am 5. August 2026) angegeben wird. Dort schreibt das Unternehmen auch noch von 211 Filialen. Nach aktuellen Angaben sind es aber nur noch 183.

Als Grund für die finanzielle Schieflage nennt Mäc Geiz lediglich ein anspruchsvolles wirtschaftliches Umfeld. Ob damit beispielsweise Konkurrenz aus dem Internet, Wettbewerber im stationären Handel oder andere Gründe gemeint sind, lässt das Unternehmen offen. Mäc-Geiz-Geschäftsführer Rüdiger Grommes zeigt sich jedoch optimistisch, dass das Unternehmen erfolgreich saniert werden kann. "Die planmäßige Verfahrenseröffnung bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagt er mit Blick auf die Insolvenz in Eigenverwaltung seit dem 1. August. Wie schwierig die Lage im stationären Einzelhandel derzeit ist, zeigt sich auch an der Einrichtungskette "Depot", die dutzende Filialen schließt.

Die kommenden Monate seien "entscheidend für den weiteren Verlauf der Sanierung", so Grommes in dem Pressestatement weiter. "Gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie allen weiteren Beteiligten arbeiten wir weiterhin konsequent daran, unser Unternehmen dauerhaft wettbewerbsfähig aufzustellen."

Höhepunkt der Expansion schon lange überschritten

Die erste Mäc-Geiz-Filiale öffnete laut Unternehmenswebsite 1994 in Halle an der Saale. In den ersten zehn Jahren legte Mäc Geiz ein rasantes Wachstum hin. Zehn Jahre später war das Filialnetz bereits auf 100 angewachsen, und das Unternehmen bezog seinen heutigen Stammsitz in Landsberg (Sachsen-Anhalt) nebst neuem Lager- und Logistikzentrum. 

Das Einzelhandelsunternehmen mit einem Sortiment aus Haushalt, Reinigung, Drogeriebedarf, Tiernahrung, Kosmetik, Hygiene, Schreibwaren, Kleintextilien, Food, Getränken und Bedarf für Kleingärtner und Hobbyheimwerker erreichte im Jahr 2014 mit der Eröffnung der 250. Filiale den Höhepunkt seiner Expansion. Seither ist das Filialnetz wieder auf 183 geschrumpft.

Bald soll es also weiter verkleinert werden auf rund 130. Ob es dann auch noch die Standorte in Bad Kissingen, Bad Neustadt, Nürnberg und Röthenbach geben wird, bleibt für Beschäftigte und Kundschaft abzuwarten.