Hitzewelle in Franken: So ist die Lage in den Kliniken
Autor: Riccarda Rascher
Franken, Donnerstag, 25. Juni 2026
Die Hitzewelle bringt zusätzliche Belastung für die Gesundheit. Wer jetzt laut dem Klinikum Nürnberg und der Uniklinik Würzburg besonders gefährdet ist.
Am Klinikum Nürnberg wird laut einer schriftlichen Mitteilung am Donnerstag (25. Juni 2026) gegenüber inFranken.de in den vergangenen heißen Tagen "kein messbarer Anstieg der Patientenzahlen" beobachtet. Dennoch behandeln die Ärzte anteilig mehr Menschen mit hitzebedingten Beschwerden. "Meist kommen ältere Patienten mit Austrocknung und deren Folgen zu uns – von Nierenversagen über Verwirrtheit bis zu Magen-Darm-Problemen", heißt es vom Klinikum Nürnberg.
Besonders gefährdet seien ältere Menschen mit Vorerkrankungen, da ihr Durstgefühl im Alter nachlasse und sie oft zu wenig trinken. Zusätzlich könnten bestimmte Medikamente den Flüssigkeits-, Salz- und Wärmehaushalt beeinträchtigen. Die betroffenen Patienten werden häufig stationär aufgenommen, um den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt zu stabilisieren. In vielen Fällen sei eine rasche Entlassung möglich – bei schwereren Verläufen könne die Behandlung jedoch mehrere Tage dauern.
Klinikum Nürnberg: Warum Hitze für Innenräume zum Problem wird
Das Klinikum Nürnberg weist außerdem darauf hin, dass sich gesundheitliche Probleme vor allem bei länger anhaltenden Hitzeperioden häufen. Der Grund: Innenräume heizen sich stark auf und kühlen nachts kaum ab. Daher raten die Mediziner zu besonderer Vorsicht. Zu den wichtigsten Empfehlungen zählen:
- Keine Erledigungen in der heißen Nachmittagszeit
- Direkte Sonne vermeiden
- Bei Überhitzung sofort eine kühle Umgebung aufsuchen
- Ältere Menschen nicht alleinlassen und auf ausreichendes Trinken achten
- Medikamente ärztlich auf mögliche Wechselwirkungen bei Hitze prüfen lassen
Das Klinikum Nürnberg verfolgt ein mehrteiliges Hitzeschutzkonzept. Laut eigener Auskunft umfasst dieses die Aufklärung von Patienten zum Selbstschutz, etwa über Internetangebote und Informationsfilme, Schulungen für Mitarbeiter zum Umgang mit Hitze, die Entwicklung eines organisatorischen Hitzeschutzplans für den Klinikalltag und geplante baulich-technische Anpassungen zur besseren Klimaanpassung. Ein Problem bleibt jedoch die Finanzierung: Für bauliche Maßnahmen zur Kühlung fehlten aktuell die Mittel.
Uniklinikum Würzburg: Einzelfälle statt Welle
Auch das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) berichtet gegenüber inFranken.de, dass es bislang "keinen großen Anstieg" hitzebedingter Patienten gebe. Allerdings komme es durchaus zu Einzelfällen. "Patienten werden dehydriert in die Notaufnahme gebracht und dann mit Infusionen versorgt", so das UKW. Bei stationären Patienten werde während der täglichen Visite besonders auf den Flüssigkeitshaushalt geachtet und ältere Menschen gezielt zum Trinken angehalten.
Nach Einschätzung des UKW entspricht die aktuelle Lage den Erfahrungen der vergangenen Jahre. "Ein größeres Patientenaufkommen erwarten wir eigentlich nicht", heißt es. Viele Menschen seien durch Wetterwarnungen und mediale Hinweise inzwischen sensibilisiert. Ein vergleichbarer Effekt sei auch im Winter bei Glatteiswarnungen zu beobachten – die Bevölkerung passe ihr Verhalten entsprechend an. Dennoch rechnen die Mediziner damit, dass es je nach Wetterlage in den kommenden Tagen und Wochen weiterhin hitzebedingte Fälle geben wird, Symptome reichten von Schwindel bis Nierenschäden.