Heute sind Bayerns Apotheken wegen Protest dicht - Wo bekomme ich wichtige Medikamente her?
Autor: Agentur dpa
Franken, Mittwoch, 22. November 2023
Tausende Apotheken in Bayern planen einen Protesttag am heutigen Mittwoch, dem 22. November 2023. Wer krank wird oder dringend Medikamente benötigt, wird diese nur mit deutlich mehr Aufwand bekommen.
Erst im Juni haben Apotheker in ganz Deutschland ihre Arbeit für einen Tag niedergelegt. Jetzt wurden erneut Proteste für Mittwoch, dem 22. November 2023, angekündigt. Gemeinsam protestieren die Apothekerinnen und Apotheker am 22. November unter anderem für die Erhöhung ihres Honorars.
Sorgen bereitet ihnen aber nicht nur die finanzielle Situation. Laut Landesapothekerverbänden stehen vor allem Lieferengpässe, gestiegene Kosten und Personalsorgen auf der Agenda. Deshalb sollen mehrere Tausend Apotheken in Franken und ganz Bayern geschlossen bleiben.
Apotheker-Streik in ganz Franken - "mit dem Rücken zur Wand"
Aufgrund der wachsenden Probleme stehen viele Pharmazeuten "mit dem Rücken zur Wand", beschreibt die Präsidentin des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg Tatjana Zambo beispielsweise die Situation vieler ihrer Kollegen und Kolleginnen.
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Ein großes Thema sei dabei das Honorar. Der Vorsitzende des Bayerischen Apothekerverbandes Hans-Peter Hubmann fordert "endlich einen Inflationsausgleich für unser Honorar". Der gesetzlich festgelegte Zuschlag pro verschreibungspflichtigen Medikament sei seit über zehn Jahren nicht mehr erhöht worden. Die fehlende Vergütung ist laut Hubmann in allen Bereichen spürbar. Schon jetzt gerieten viele Apotheken in Personalnot und in eine finanzielle Schieflage und schreiben rote Zahlen. Die Mitarbeiter, die man dringend bräuchte, könne man nicht angemessen vergüten, so Hubmann weiter.
Ein Sprecher des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen dagegen findet die Forderung hingegen unbegründet. Es gebe Erhöhungen, etwa bei der Dokumentationsgebühr oder der Vergütung von Notdiensten. "Für zusätzliche Honorarsteigerungen an die Apotheken sehen wir keinen sachlichen Grund."
Manche Kunden fragen schonmal: "Bin ich jetzt ein Versuchskaninchen?"
Doch nicht nur der finanzielle Druck belastet. Es seien auch die Lieferengpässe bei vielen Medikamenten, sagt Verbandschef Hubmann. Das bestätigt auch die Apothekerin Maier aus Hengersberg: "Die letzten zwei Jahre war es extrem".
Fünf Firmen habe sie Mitte November wegen eines Medikaments angerufen. Teilweise hätten sie ihr nicht einmal ein Lieferdatum geben können oder die Lieferung sei erst nächstes Jahr wieder möglich gewesen. Das sei mittlerweile Alltag.