Franken: Streiks bei Bus & Bahn - diese Städte sind betroffen
Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa
Franken, Samstag, 11. April 2026
Bald steht die fünfte Verhandlungsrunde für den kommunalen Nahverkehr in Bayern an. Vorher will Verdi noch einmal Druck machen.
Die Gewerkschaft Verdi ruft für Dienstag (14. April 2026) zu ganztägigen Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr mehrerer großer Städte in Bayern auf. Unter anderem sollen U-Bahn, Bus und Tram in München und Nürnberg in den Depots bleiben, teilte Verdi mit. Auch in Augsburg, Regensburg, Fürth, Bayreuth, Dachau, Passau, Landshut und Schweinfurt werden die öffentlichen Verkehrsmittel laut der Gewerkschaft bestreikt. Nicht betroffen sind S- und Regionalbahnen. Auch Aschaffenburg ist vom Streik betroffen, dort erwartet Verdi jedoch keine Auswirkungen für die Fahrgäste.
Teilweise waren die Warnstreiks im Vorfeld bekannt: In Regensburg hatten die dortigen Stadtwerke bereits am Freitag vor den Auswirkungen gewarnt. Dort wird ein Notfahrplan eingerichtet. Ähnliches dürfte auch in den meisten anderen betroffenen Städten der Fall sein. Im Busbereich kann erfahrungsgemäß oft ein Teil des Verkehrs mit Fahrzeugen externer Dienstleister aufrechterhalten werden. Bei U-Bahn und Trams waren die Ausfälle zuletzt meist gravierender.
Ganztägige Warnstreiks im Nahverkehr am Dienstag in Franken - das sind die Forderungen
Mit der Aktion am Vortag der fünften Verhandlungsrunde für Bayern will Verdi Druck auf die Arbeitgeber ausüben. Inzwischen hat die Gewerkschaft ihre Forderungen ein Stück weit reduziert und strebt eine Erhöhung der Entgelte um 550 Euro in zwei Stufen bei einer Laufzeit von 24 Monaten sowie eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit an. Auch die Arbeitgeber hatten nach der letzten Verhandlungsrunde mitgeteilt, dass sie ihr Angebot verbessert hätten, die Forderung der Gewerkschaft aber als "realitätsfern" abgelehnt.
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Man habe "großes Verständnis für den Frust der Fahrgäste" und sei sich der angespannten Lage angesichts der hohen Energiepreise bewusst, heißt es von Verdi. "All diese Probleme können jedoch nur politisch gelöst und nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden." Aber auch die Beschäftigten im ÖPNV litten unter den hohen Energiepreisen, betonte Sinan Öztürk, stellvertretender Landesbezirksleiter von Verdi Bayern.
Im aktuellen Tarifkonflikt hat es bereits zahlreiche Warnstreiks gegeben. Zwei davon laufen aktuell noch: In Bayreuth und Bamberg ist der Nahverkehr noch bis zur Nacht von Samstag auf Sonntag betroffen.