Fränkischer Zirkus sendet Hilferuf - "ist uns sehr peinlich"
Autor: Manuel Dietz
Franken, Freitag, 30. Januar 2026
"Bislang haben wir es immer aus eigener Kraft geschafft", erzählt der Direktor. Wegen der aktuellen Witterung muss der Circus Corona nun jedoch um seine Zukunft bangen.
Das Zirkusunternehmen gastiert regelmäßig in fränkischen Orten - etwa in Memmelsdorf nahe Bamberg oder in Herzogenaurach. Eigentlich wollte der Circus Corona seine Zelte zum jetzigen Zeitpunkt bereits in Uehlfeld (Kreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) aufgeschlagen haben, um dort ab Donnerstag (29. Januar 2026) die ersten Vorstellungen zu geben. Doch daraus wurde nichts. Wie Zirkusdirektor Sergio Schmidt am Mittwoch (28. Januar 2026) gegenüber inFranken.de berichtete, haben die heftigen Schneefälle der vergangenen Tage den Zirkusleuten einen Strich durch die Rechnung gemacht.
"Bei den Schneemassen ist es unmöglich, unser Zelt aufzubauen und wir sind deshalb nun gezwungen, das Gastpiel in Uehlfeld und wahrscheinlich auch das in Diespeck ausfallen zu lassen", erklärt Schmidt. Da sich der Zirkus ausschließlich durch den Verkauf von Eintrittskarten finanziere, befinde man sich deshalb aktuell in einer äußerst problematischen Lage. "Bei uns sieht der aktuelle Stand so aus, dass wir keinerlei finanzielle Mittel mehr zur Verfügung haben und die Kosten trotzdem täglich weiter laufen", so der Direktor. Deshalb muss der Zirkus jetzt sogar um seine Zukunft bangen. Vor diesem Hintergrund sehen sich die Verantwortlichen nun dazu gezwungen, um Hilfe zu bitten.
Circus Corona muss um Zukunft bangen - "hatten in letzter Zeit viel Pech"
"Es ist uns sehr peinlich, diesen Weg gehen zu müssen", erklärt Sergio Schmidt im Gespräch mit inFranken.de. "Bislang haben wir es immer aus eigener Kraft geschafft, aber nun stehen wir vor einer Hürde, die wir alleine nicht überwinden können", zeigt sich der Zirkusdirektor besorgt. Durch den unerwarteten Wegfall der Einnahmen seien die anfallenden Kosten aktuell nicht mehr aus eigener Kraft zu stemmen. "Wir brauchen täglich rund 200 Euro, um über die Runden zu kommen und die laufenden Kosten für Dinge wie Heizöl, Gas, Lebensmittel oder Futter und Heu für unsere Tiere zu decken", erklärt Schmidt. Geld, das die Zirkusleute aktuell nicht haben.
"Wir hatten in letzter Zeit viel Pech", hält der Direktor fest. Angefangen habe alles bereits im vergangenen Jahr. "Nachdem wir Anfang März 2025 unseren Spielbetrieb wieder aufgenommen haben, blieben unsere Ränge fast in jeder Stadt in der wir aufgetreten sind nahezu leer", berichtet er. Mit Sommerbeginn sei es weiter bergab gegangen. "Von jetzt auf gleich sind überhaupt keine Zuschauer mehr zu unseren Shows gekommen", so Schmidt.
Unerwartete Kosten wie anfallende Reparaturen an Fahrzeugen, steigende Preise für Futter und Platzmieten sowie hohe Spritpreise machten den Zirkusleuten zusätzlich zu schaffen. Bis Ende Juli seien deshalb sämtliche Ersparnisse aufgebraucht gewesen. Nur durch Auftritte in Altenheimen oder auf Firmenfeiern habe man sich bis Herbst über Wasser halten können.
Fränkischer Zirkus sendet Hilferuf - "brauchen finanzielle Unterstützung"
Wie der Direktor des Circus Corona erklärt, habe man gehofft, durch die Einnahmen aus dem jährlichen "Weihnachts Circus" in Herzogenaurach, finanziell endlich wieder auf einen grünen Zweig zu kommen. Doch leider seien zu den Vorstellungen diesmal rund 2000 Zuschauer weniger gekommen als noch in den Vorjahren. "Das ist natürlich enorm, gerade nach so einer harten Saison", konstatiert Schmidt. Diese Verkettung der Ereignisse führe nun letzten Endes dazu, dass der Circus Corona auf externe Hilfe angewiesen ist.
"Wir brauchen finanzielle Unterstützung, um unseren Spielbetrieb wieder aufnehmen und laufende Kosten decken zu können", erklärt Schmidt. So explizit nach Unterstützung zu fragen, falle ihm jedoch schwer. "Wir sind kein Bettel-Unternehmen, wir sind fleißige und hart arbeitende Menschen, die nur für den Zirkus leben", betont er. "Uns erfüllt es mit Freude, in der Manege zu stehen und anderen Menschen in dieser schweren und harten Zeit ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, das ist unsere Philosophie."