Extreme Witterungsbedingungen: Hopfenernte bricht ein - trotzdem keine Engpässe bei Bier
Autor: Agentur dpa
Nürnberg, Dienstag, 25. Juli 2023
Extreme Witterungsbedingungen sorgen auch beim Hopfen für eine schlechte Ernte. Der weltgrößte Hopfenhändler verzeichnete den stärksten Ernterückgang in der Nachkriegszeit. Besonders in Deutschland seien die Auswirkungen des Wetters stark gewesen.
Biertrinker müssen sich nach dem Einbruch der weltweiten Hopfenernte im vergangenen Jahr vorerst keine Sorgen machen. Zwar wurde mit 107.000 Tonnen 19 Prozent weniger Hopfen geerntet als 2021 und damit der stärkste Rückgang in der Nachkriegszeit verbucht, wie der weltgrößte Hopfenhändler BarthHaas am Dienstag (25. Juli 2023) in Nürnberg mitteilte. Und die Produktion der für den bitteren Geschmack entscheidenden Alphasäure sei sogar um fast ein Viertel abgesackt. Doch weil in den drei Jahren davor deutlich mehr Hopfen geerntet als verbraucht worden sei, erwartet das Unternehmen dank hoher Lagerbestände keine Engpässe.
Entscheidend für den Ernteeinbruch waren laut BarthHaas extreme Wetterbedingungen, die insbesondere in Deutschland starke Auswirkungen hatten. So litt der Anbau hierzulande einerseits unter der Trockenheit. Zudem richteten zwei starke Gewitter Schäden in der Hallertau an, dem mit Abstand größten deutschen Hopfenanbaugebiet. Dementsprechend fiel die deutsche Ernte im vergangenen Jahr um 28 Prozent niedriger aus als 2021. Bei der Alphasäure lag der Rückgang sogar bei 40 Prozent. Der Rückgang der deutschen Ernte um gut 13.000 Tonnen machte mehr als die Hälfte der weltweiten Einbußen aus.
Trotz schlechter Hopfenernte: Keine Engpässe aufgrund hoher Lagerbestände
Die schlechte Ernte zeige die Probleme durch extreme Witterungsbedingungen. "Da wir mit großer Wahrscheinlichkeit in Zukunft immer häufiger damit konfrontiert werden, müssen wir diesen Herausforderungen weltweit entgegentreten", sagte BarthHaas-Geschäftsführer Peter Hintermeier. Eine Möglichkeit sei, auf Hopfensorten zu setzen, denen Hitzestress weniger ausmache.