Elf fränkische Tegut-Filialen verkauft - diese Standorte sind betroffen
Autor: Ralf Welz
Franken, Donnerstag, 11. Juni 2026
In Franken haben elf frühere Tegut-Filialen den Besitzer gewechselt. Sie werden zu Tante-Enso-Märkten. Die Nahversorgerkette setzt auf Einbindung der Bevölkerung vor Ort.
Das Einzelhandelsunternehmen Tante Enso übernimmt mehr als 30 Standorte der Supermarktkette Tegut. Das Bundeskartellamt hat den Erwerb freigegeben. Damit steht fest, dass ein Teil der bisherigen Tegut-Filialen künftig unter dem Konzept von Tante Enso weitergeführt wird. Wie aus der von der Enso eCommerce GmbH am Donnerstag (11. Juni 2026) veröffentlichten Übersicht hervorgeht, befinden sich unter den 36 genannten Verkaufsstellen elf Standorte in Franken.
Die Übernahme ist Teil des größeren Umbaus bei Tegut. Hintergrund ist der Rückzug des Mutterkonzerns Migros aus dem Geschäft mit der deutschen Supermarktkette. Verschiedene Filialen und Unternehmensteile gehen deshalb an unterschiedliche Käufer. Den größten Teil der Geschäfte will nach bisherigem Kenntnisstand der Edeka-Verbund übernehmen; dabei geht es um rund 200 Märkte. Die Rewe-Gruppe hat Interesse an etwa 40 Standorten angemeldet.
Diese 11 fränkischen Tegut-Filialen werden zu Tante-Enso-Standorten
Für Tante Enso bedeutet der Kauf einen deutlichen Ausbau des eigenen Filialnetzes. Das Unternehmen ist vor allem für kleinere Nahversorgungsformate bekannt, die insbesondere im ländlichen Raum eine wichtige Rolle spielen. Mit den Tegut-Standorten kann Tante Enso seine Präsenz spürbar erweitern. Das Bundeskartellamt sah keine durchgreifenden wettbewerblichen Bedenken. Die Behörde verwies darauf, dass Tante Enso bislang nur über eine vergleichsweise geringe Marktstellung verfügt. Gerade deshalb wurde die Übernahme genehmigt.
Die betroffenen bisherigen Tegut-Standorte liegen größtenteils in ländlich geprägten Gebieten Hessens, Thüringens und Nordbayerns. Von den elf Lebensmittelläden liegen zehn in Unterfranken, ein Standort befindet sich im mittelfränkischen Langenfeld, einer Gemeinde im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim. Folgende fränkischen Tegut-Standorte werden künftig von Tante Enso weitergeführt:
- Burgsinn (Landkreis Main-Spessart)
- Gerolzhofen (Landkreis Schweinfurt)
- Hambach (Landkreis Schweinfurt)
- Langenfeld (Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim)
- Leinach (Landkreis Würzburg)
- Nüdlingen (Landkreis Bad Kissingen)
- Partenstein (Landkreis Main-Spessart)
- Pflaumheim (Landkreis Aschaffenburg)
- Saal (Landkreis Rhön-Grabfeld)
- Schweinfurt
- Unterspiesheim (Landkreis Schweinfurt)
Tante Enso setzt auf Einbindung der Bevölkerung vor Ort - das steckt dahinter
Nach Angaben Enso eCommerce GmbH soll die Umstellung der neuen Filialen schrittweise erfolgen. Geplant ist zunächst die Vorstellung des 24/7-Hybrid-Smart-Store-Konzepts im Rahmen einer Bürgerversammlung. Daran soll sich eine vierwöchige Genossenschaftskampagne anschließen. In diesem Zeitraum müssen laut Unternehmen je nach Standort zwischen 500 und 800 Menschen aus dem Ort und der näheren Umgebung einen Genossenschaftsanteil erwerben, um Teilhaber zu werden. Das Unternehmen sieht in dieser Beteiligung ein Instrument zur langfristigen Sicherung der Standorte.
Beim Sortiment setzt Tante Enso nach eigenen Angaben auf Preiseinstiegsprodukte und Markenartikel, die über Rewe beliefert werden. Hinzu kommen rund 15 Prozent Produkte regionaler Hersteller sowie Waren kleinerer Produzenten und Artikel mit Bezug zu Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen. Wie das Unternehmen mitteilt, soll die bisherige tegut-Eigenmarke durch Bioprodukte ersetzt werden, die bei Rewe erhältlich sind.