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Die 10 reichsten Franken 2026 – einer hat Vermögen mehr als verdoppelt
Autor: Daniel Krüger
Franken, Dienstag, 13. Oktober 2026
In einer neuen Superreichen-Liste für ganz Deutschland tauchen viele Franken auf. Einigen macht die wirtschaftliche Lage zu schaffen – andere profitieren deutlich.
Die Zahl der Milliardäre in Deutschland hat mit 257 einen neuen Rekordwert erreicht, wie das Manager-Magazin in seinem Ranking der reichsten Deutschen 2026 berichtet. Wer sich die Bilanzen genauer ansehe, finde ein gemischtes Bild vor, heißt es in dem Bericht. Der Zollstreit mit den USA, Energiesorgen und der Reformstau in Deutschland hätten auch bei den Vermögenden hierzulande Spuren hinterlassen.
Laut Manager-Magazin sind die Umsätze der 100 größten Familienunternehmen zuletzt inflationsbereinigt geschrumpft. Börsenabstürze bei Konzernen wie Volkswagen oder SAP hätten auch deren Eigner getroffen. Andere hätten dagegen deutlich zugelegt, darunter viele neue Start-up-Gründer. Wir zeigen, wie es den zehn reichsten Menschen in Franken ergangen ist - einer von ihnen hat sein Vermögen sogar mehr als verdoppelt. BMZ-Gründer Sven Bauer (Karlstein am Main) ist hingegen gar nicht mehr in der Top-500-Liste vertreten. Sein Unternehmen wurde nach einer Insolvenz verkauft - mit drastischen Einschnitten vor Ort. Wenn du übrigens wissen willst, ob du mit dem Gehalt als arm, reich oder Angehöriger der Mittelschicht giltst, kannst du dich hier informieren.
Platz 10: Geis-Familien, Bad Neustadt (Kreis Rhön-Grabfeld)
Auf Platz zehn der Rangliste der vermögendsten Franken stehen die Familien von Hans-Georg und Wolfgang Geis aus Bad Neustadt. Ihr Vermögen beziffert das Manager-Magazin in der aktuellen Liste auf 900 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich nichts getan, denn schon 2025 hätten die Familien bei 900 Millionen Euro gelegen.
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Hinter dem Vermögen steht die Geis Gruppe, ein Logistikunternehmen. Hans Geis gründete es nach Angaben des Unternehmens 1945 als kleines Fuhrunternehmen. Heute sei die Gruppe ein familiengeführter Dienstleister.
Laut Geis arbeiten rund 10.000 Beschäftigte an 190 Standorten in 14 Ländern. Das Angebot reiche von Straßen-, Luft- und Seefracht bis zur Lagerlogistik. Zuletzt sei die Gruppe durch Übernahmen gewachsen, etwa der Gras-Gruppe und von agotrans, heißt es auf der Unternehmensseite.
Platz 9: Nikolaus Wiegand, Steinbach am Wald (Kreis Kronach)
Auf Platz neun steht Nikolaus Wiegand aus Steinbach am Wald. Das Manager-Magazin schätzt sein Vermögen 2026 auf 900 Millionen Euro. Auch bei ihm gibt es keine Bewegung: Schon im Vorjahr seien es 900 Millionen Euro gewesen.
Wiegand-Glas stellt laut Unternehmen Verpackungen aus Glas und PET her. Außerdem sei die Gruppe in den Bereichen Logistik, Recycling und Energie aktiv. Es gebe acht Standorte mit mehr als 2.100 Beschäftigten.
Seit dem 1. April 2025 ist Nikolaus Wiegand laut einem Regionalbericht alleiniger Gesellschafter. Zuvor habe er das Unternehmen gemeinsam mit seinem Cousin Oliver Wiegand geführt. Der Bericht verweise zudem auf eine jahrhundertelange Familientradition im Glasgeschäft.
Platz 8: Familie Rödl, Nürnberg
Den größten Sprung der Liste macht die Familie von Christian Rödl aus Nürnberg. Das Manager-Magazin beziffert ihr Vermögen 2026 auf 900 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch 350 Millionen Euro. Das Plus von 550 Millionen Euro bedeutet mehr als eine Verdopplung.
Hinter dem Vermögen steht die Beratungsgesellschaft Rödl und Partner. Dr. Bernd Rödl gründete sie nach Unternehmensangaben 1977 in Nürnberg. Sie bündle Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, IT-Beratung und Unternehmensfinanzierung unter einem Dach.
Laut Unternehmen arbeiten 6.000 Beschäftigte an 117 eigenen Standorten in 50 Ländern. Das Haus betone, ein integriertes Unternehmen statt eines losen Netzwerks zu sein. Zudem hebe es seine Unabhängigkeit als inhabergeführte Gruppe hervor.
Platz 7: Familie Thomann, Burgebrach (Kreis Bamberg)
Platz sieben geht an die Familie von Hans Thomann aus Burgebrach. Das Manager-Magazin schätzt ihr Vermögen auf 1,2 Milliarden Euro. Das entspreche exakt dem Vorjahreswert, eine Veränderung gebe es nicht.
Hans Thomann senior gründete das Musikhaus laut Unternehmen 1954. Sein Sohn Hans Thomann führe es seit 1990. Thomann betone, bis heute ein unabhängiger Familienbetrieb geblieben zu sein.
Auf Platz sechs liegt Thomas Kaeser aus Coburg. Laut Manager-Magazin beträgt sein geschätztes Vermögen 1,5 Milliarden Euro. Im Vergleich zu 2025 ändert sich nichts, schon damals seien es 1,5 Milliarden Euro gewesen.
Sein Unternehmen Kaeser Kompressoren geht auf eine Maschinenbauwerkstatt zurück, die Carl Kaeser senior 1919 in Coburg gründete. Daraus wurde nach Unternehmensangaben ein Hersteller von Kompressoren und Druckluftsystemen. Produziert werde in Coburg, Gera und Göttingen.
Der Vertrieb reicht laut Kaeser in mehr als 140 Länder, weltweit arbeiten rund 8.800 Beschäftigte für das Unternehmen. Thomas Kaeser führt es als Vorstandsvorsitzender. Mit im Vorstand sitzt Tina-Maria Vlantoussi-Kaeser, heißt es auf der Unternehmensseite.
Platz 5: Stoschek und Volkmann, Brose, Coburg
Platz fünf belegen die Familien Stoschek und Volkmann aus Coburg. Das Manager-Magazin beziffert ihr Vermögen 2026 auf 1,9 Milliarden Euro. Das sind 100 Millionen Euro mehr als im Vorjahr, damals seien es 1,8 Milliarden Euro gewesen.
Das Vermögen stammt vom Autozulieferer Brose. Laut Unternehmen begann die Geschichte 1908 mit einem Handelshaus für Auto- und Flugzeugzubehör in Berlin. 1919 gründete Max Brose gemeinsam mit Ernst Jühling in Coburg das Metallwerk. Ein frühes Erfolgsprodukt sei der patentierte manuelle Fensterheber gewesen.
Heute entwickelt Brose nach eigenen Angaben unter anderem Systeme für Türen, Klappen, Sitze und elektrische Antriebe. Rund 33.000 Beschäftigte arbeiteten an 75 Standorten in 24 Ländern. Die aktuelle Krise bei VW hat auch Auswirkungen auf den Autozulieferer Brose.
Platz 4: Familien Wagner, Rehau (Kreis Hof)
Platz vier geht an die Familien Veit und Jobst Wagner sowie Viktoria Wagner-Mom und Clarissa Wagner-de Thomas Tewes. Laut Manager-Magazin beträgt ihr Vermögen 2026 geschätzt 1,9 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das ein Plus von 200 Millionen Euro, 2025 seien es 1,7 Milliarden Euro gewesen.
Die Familien besitzen die Rehau-Gruppe, die in der Kunststoffverarbeitung tätig ist. Helmut Wagner gründete das Unternehmen laut Rehau 1948. Es sei weiterhin vollständig in Familienbesitz. Der Konzern hat seinen finanztechnischen Hauptsitz in der Schweiz, seine beiden großen Verwaltungssitze sind allerdings in Rehau (Landkreis Hof) und in Erlangen angesiedelt.
Nach Unternehmensangaben arbeiten mehr als 13.000 Beschäftigte an über 160 Standorten. Die Gruppe sei in sechs Teilgruppen gegliedert, die von Fenster- und Wassertechnik über Innenausbau bis zur Medizintechnik reichten. Veit Wagner übernahm 2021 den Vorsitz des Aufsichtsrats von seinem Bruder Jobst Wagner, heißt es bei Rehau.
Platz 3: Familie Diehl, Nürnberg
Einen großen Sprung macht die Familie Diehl aus Nürnberg auf Platz drei. Das Manager-Magazin schätzt ihr Vermögen 2026 auf 3,8 Milliarden Euro. Im Vorjahr seien es 2,5 Milliarden Euro gewesen, das entspricht einem Plus von 1,3 Milliarden Euro.
Die Diehl-Gruppe verbindet laut Unternehmen Rüstung und Luftfahrt mit Industriekomponenten und Messtechnik. Die Wurzeln reichten bis 1902 zurück. Heute gliedere sich die Gruppe in die fünf Bereiche Metall, Controls, Defence, Aviation und Metering.
Als Wachstumstreiber beschrieb ein Regionalbericht von Dezember 2025 die Rüstungssparte. 2024 seien dort mehr als 1000 Beschäftigte hinzugekommen, ähnlich viele sollten folgen. Als bekanntes Produkt nenne der Bericht das Luftverteidigungssystem IRIS-T. Erst im August hatte dieGruppe einen neuen Mega-Komplex im Nürnberger Land eröffnet.
Platz 2: Georg und Maria-Elisabeth Schaeffler, Herzogenaurach (Kreis Erlangen-Höchstadt)
Auf Platz zwei liegen Georg und Maria-Elisabeth Schaeffler aus Herzogenaurach. Laut Manager-Magazin beträgt ihr Vermögen 2026 geschätzt 11,7 Milliarden Euro. Das sind 1,6 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr, damals waren es 10,1 Milliarden Euro. Das Vermögen hängt an Schaeffler Technologies in Herzogenaurach und an Continental in Hannover. Wilhelm und Georg Schaeffler gründeten 1946 die Industrie GmbH, wie das Unternehmen berichtet.
Aus den Marken INA, LuK und FAG sei ein internationaler Technologiekonzern für Mobilitätslösungen entstanden. Schaeffler nennt rund 110.000 Beschäftigte an etwa 250 Standorten in 55 Ländern. Als Wachstumsfeld melde das Unternehmen einen Auftragsbestand von rund 400 Millionen Euro bei humanoider Robotik. Maria-Elisabeth Schaeffler schied 2023 aus dem Aufsichtsrat aus, blieb laut einem Regionalbericht aber Gesellschafterin der INA Holding.
Frankens reichste Familie bleibt die Familie Knauf aus Iphofen. Das Manager-Magazin schätzt ihr Vermögen 2026 auf 13,4 Milliarden Euro. Das sind 700 Millionen Euro mehr als im Vorjahr, damals seien es 12,7 Milliarden Euro gewesen.
Das Familienunternehmen Knauf Gips ist Bauzulieferer. Alfons und Karl Knauf sicherten sich laut Unternehmen 1932 die Abbaurechte an Gipsvorkommen. 1949 sei der Firmensitz nach Iphofen verlegt worden.
Heute umfasse die Gruppe Baustoffe, Dämmstoffe, Deckensysteme und eine Industriesparte, nennt Knauf auf seiner Karriereseite. Dort sind 43.500 Beschäftigte weltweit angegeben. Ende 2025 waren laut einem Regionalbericht die Pläne für ein neues Gipsbergwerk in Unterfranken umstritten, außerdem sollte Alexander Knauf zum 1. Januar 2026 in den Gesellschafterausschuss wechseln. Schon 2022 hatte das Manager-Magazin die Knaufs mit 10,5 Milliarden Euro auf Platz eins gesehen.
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