Die Ehrenbürg auf dem Walberla
Das Walberla - das man auch als Ehrenbürg kennt - ist ein Hügel, der circa 200 Meter über dem Wiesenttal in der Fränkischen Schweiz liegt. Wenn du auf der A73 an Forchheim vorbeifährst, kannst du die sattelförmige Erhebung gut erkennen. In der Bronze- und Eisenzeit war der Berg, ebenso wie der Staffelberg, eines der wichtigen Machtzentren Oberfrankens. Älteste Funde weisen auf eine Besiedlung seit der Jungsteinzeit (circa 4000 vor Christus) hin. Den Wall, der die gesamte Hochebene umgibt, kannst du heute noch gut erkennen. Das Oppidum verdankte seinen Wohlstand seiner verkehrsgünstigen Lage auf dem Weg zum Frankenwald und zum Fichtelgebirge. Die Heunischenburg bei Kronach stand wahrscheinlich ebenfalls in enger Verbindung zur keltischen Stadt, da sie als Sicherungsposten für die Zinn- und Kupfertransporte diente.
Über die Bauweise der Behausungen ist nicht viel bekannt, da die Gebäude alle aus Holz und anderen, Naturmaterialien bestanden und verrottet sind. Die Befestigungsmauern wurden mit Holz und Steinen errichtet. Sicher scheint jedoch, dass die Häuser über niedrigen Kellergruben standen, von denen einige ausgegraben wurden. Den höchsten Teil der Ehrenbürg, bewohnte die adelige Oberschicht. Auch das tiefer liegende Hochplateau war für die damaligen Verhältnisse dicht besiedelt. Viele Handwerker, die hauptsächlich Metall verarbeiteten, lebten dort. Die benötigten Lebensmittel bauten Bauern auf Feldern rund um den Berg an.
Circa 300 vor Christus wurden das Oppidum auf dem Walberla wie auch der Staffelberg und andere, kleinere Siedlungen verlassen. Ursache war vielleicht die in der beginnenden Eisenzeit schwindende Bedeutung von Kupfer und Zinn, auf deren Verarbeitung der Wohlstand des Oppidums basierte. Die Kelten wanderten nach Norditalien und Anatolien aus, wo sie Galater genannt wurden. Heute steht auf dem Gipfelpunkt eine Kapelle, die der heiligen Walburga geweiht ist. Am ersten Sonntag im Mai findet hier die Walberlkärwa statt, sie dauert zwei Tage und ist stets gut besucht. Eine Wallfahrt zur Kirche ist seit dem Jahr 900 bekannt. Ursprünglich war es vermutlich ein Frühlingsfest. Wenn du hochwandern möchtest, parkst du am besten am Wanderparkplatz in Kirchehrenbach. Von dort kannst du eine längere Tour mit 14 Kilometern oder die kürzere mit 7 Kilometern wählen. Auch der Tag der Brennereien und Brauereien, der jedes Jahr im Oktober stattfindet, lockt viele Besucher an. Hier kannst du bei verschiedenen Brennereien Obstbrände verkosten. Natürlich darf dabei eine deftige Brotzeit nicht fehlen.
Weitere Informationen zum Walberla
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- Adresse: Walberla, Landkreis Forchheim, Fränkische Schweiz
- Lage, Anfahrt und Parken:
- Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Regionalbahn R22 stündlich zwischen Forchheim und Kirchehrenbach.
- Mit dem Auto: Parkmöglichkeiten im Tal, kein Zugang direkt mit dem Auto zum Berg.
- Parkplätze sind in Kirchehrenbach und Wiesenthau verfügbar.
- Kontakt:
Die Heunischenburg bei Kronach
Die Heunischenburg ist eine bronzezeitliche Befestigung nahe Kronach und befindet sich auf einem 486 Meter hohen Bergsporn des Wolfsbergs. Sie stammt aus der späten Urnenfelderzeit um das 9. Jahrhundert vor Christus. Es handelt sich um die älteste aus Stein gebaute Anlage nördlich der Alpen. Der Name Heunischenburg kommt vermutlich vom Begriff Hünen, sprich Riesen. In der Nähe des Tores wurden sehr viele bronzene Pfeilspitzen gefunden. Das spricht dafür, dass die Anlage mehrmals heftig umkämpft war. Auch einige Brandspuren zeugen von der unruhigen Vergangenheit. Vermutlich war die Burg zur Sicherung der Transportwege gedacht, auf denen Kupfer und Zinn aus dem Fichtelgebirge zur Ehrenbürg gebracht wurden.
Eine 110 Meter lange Wallmauer sicherte die Ostflanke des einstigen Militärlagers ab. An den anderen Seiten boten die steilen Hänge des Felsvorsprungs natürlichen Schutz. Trotzdem bauten die Bewohner zusätzlich eine Holzbewehrung. Die Wehranlage verfügte über ein Zangentor, was es dem Gegner schwer machte, durch die dadurch entstehende enge Gasse einzudringen, und eine Ausfallpforte, durch die die Bewohner im Notfall fliehen konnten. Da Zangentore hauptsächlich im Mittelmeerraum verwendet wurden, ist es wahrscheinlich, dass es durch den Handel bereits Verbindungen dorthin gab. Die Befestigung ist einzigartig unter den damaligen Siedlungen, da dort sehr viele Waffen gefunden wurden, was z.B. beim Staffelberg und der Ehrenbürg nicht der Fall war. In den Jahren 1986, 2000 und 2012 wurde die befestigte Anlage umfassend rekonstruiert und vermittelt einen guten Eindruck, wie eine Burg in der Urnenfelderzeit aussah.
Wenn du die Heunischenburg besuchen bzw. erwandern möchtest, gibt es mehrere Möglichkeiten. Die schnellste und kürzeste Strecke zu Fuß (250 Meter) ist der Weg vom kostenlosen Parkplatz Heunischenburg zur Burg. Die Anfahrt erfolgt von der B 303 über einen Feldweg und ist durch einen braunen Wegweiser gekennzeichnet. Ein anspruchsvoller, circa 19 Kilometer langer Rundwanderweg, ist der "Heunischenburg-Weg HRW 9". Er beginnt und endet in Mitwitz. Mit Gruppen oder Schulklassen empfiehlt sich die geführte Wanderung Bronzezeit erleben. Sie ist von März bis Oktober buchbar, dauert 120 Minuten und kostet 95 Euro. In einem gesonderten Artikel haben wir 11 wunderschöne Wanderrouten für den Herbst zusammengestellt.
Weitere Informationen zur Heunischenburg
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- Öffnungszeiten:
- Eintrittspreise:
- Der Zugang zur Heunischenburg ist kostenlos.
- Geführte Touren können kostenpflichtig sein.
- Adresse: Heunischenburg, Wolfsberg, Kronach-Gehülz, 96317 Kronach
- Lage, Anfahrt und Parken:
- Mit dem Auto: Parkplatz in Kronach-Gehülz, beschildert und gut erreichbar.
- Zu Fuß erreichbar: Verschiedene Wanderwege führen zur Anlage, darunter der "Burgenweg Westroute" und der "Heunischenburg-Weg HRW 9".
- Kontakt:
Die keltische Burg bei Burggaillenreuth
Auf dem alten Schloßberg bei Burggaillenreuth (Landkreis Forchheim) befand sich circa 600 Jahre vor Christus eine wehrhafte Burganlage. Die verfallenen Reste der mächtigen Toranlage und die Mauern sind noch gut zu erkennen. Die Anlage stammt aus der gleichen Zeit wie das Oppidum auf dem Staffelberg und gehörte zu einem System befestigter Höhenlager, wie sie auch bei Kasendorf (Kreis Kulmbach) und auf dem Kordigast (Kreis Lichtenfels) zu finden sind. Der Erhaltungsgrad der Anlage ist einzigartig in Franken.
Die einstige Befestigungsanlage liegt auf einer plateauartigen Bergkuppe, dem alten Schloßberg, südwestlich über dem mittleren Wiesenttal in der Nähe von Burggaillenreuth. Das 130 Meter auf 80 Meter große Plateau ist von Wällen umgeben. Da die Bergkuppe nach drei Seiten mäßig und nach Osten hin fast senkrecht zur Wiesent abbricht, sind die ganze Nordostflanke und Teile der West- und Südflanke so durch steil aufragende Klippen geschützt. Das restliche Plateau umgibt eine starke, über einen Meter hoch und zehn Meter breite Steinmauer. Im Norden und im Osten wurde lediglich eine Plankenwand errichtet, da hier die natürlichen Gegebenheiten für ausreichende Deckung sorgten. Im Süden lag die 20 Meter lange und acht Meter breite Torgasse, die optimal zu verteidigen war. Die vor Ort angebrachten Hinweistafeln erklären die Burganlage ausführlich und zeigen unter anderem eine Rekonstruktion des Haupttores.
Vom Wanderparkplatz am Spielplatz Burggaillenreuth kannst du in einer circa sieben Kilometer langen Rundwanderung den alten Schloßberg erreichen. Auf dem Weg liegt die Esperhöhle, in der auch Werkzeuge und Menschenknochen aus der Zeit um 600 vor Christus gefunden wurden. Die kürzeste Strecke führt vom Parkplatz direkt zur Burg und ist nur circa einen Kilometer lang.
Weitere Informationen zur keltischen Burg bei Burggaillenreuth
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- Öffnungszeiten:
- Die keltische Burganlage "Alter Schlossberg" ist ganzjährig frei zugänglich.
- Ein Besuch ist nur tagsüber empfohlen, da der Weg nicht beleuchtet ist.
- Eintrittspreise:
- Der Zugang zur keltischen Burganlage ist kostenfrei.
- Adresse: Alter Schlossberg, Burggaillenreuth, 91320 Ebermannstadt
- Lage, Anfahrt und Parken:
- Mit dem Auto: Parkmöglichkeiten in der Nähe von Burggaillenreuth, etwa 500 Meter vom Zugang zur Anlage entfernt.
- Zu Fuß erreichbar: Der Weg zum "Alten Schlossberg" ist ausgeschildert und nur zu Fuß begehbar.
- Kontakt:
Wichtige Rolle in den Mythen und Legenden Oberfrankens
Die historischen Stätten von Staffelberg und Walberla sind nicht nur archäologisch bedeutsam, sondern spielen auch eine wichtige Rolle in den Mythen und Legenden Oberfrankens. Der Staffelberg gilt in lokalen Erzählungen als "der Berg der Riesen". Man erzählt sich, dass die Riesen einst auf dem Plateau lebten und ihre Spuren im Gestein hinterlassen haben. Auch das Walberla ist eng mit Legenden verbunden; es heißt, die heilige Walburga selbst habe dort Rast gemacht und das Land gesegnet. Viele ortstypische Sagen werden von Generation zu Generation weitergegeben und verlieren so nie ihren mystischen Charakter. Einige der schaurigsten Geschichten aus Franken haben wir hier zusammengestellt.