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Ältester Osterbrunnen in Franken - seit über 100 Jahren Tradition


Autor: Julia Gebhardt

Fränkische Schweiz, Donnerstag, 19. März 2026

In der Fränkischen Schweiz werden zu Ostern seit über 100 Jahren Brunnen mit bunten Eiern und Blumen geschmückt. Der Brauch zieht jedes Frühjahr Tausende Besucher an.
Der Osterbrunnen in Haag, Ortsteil von Aufseß. Er wird nachweislich seit 1909 geschmückt.


Die farbenfrohe Tradition des Osterbrunnenschmückens hat ihren Ursprung in der Fränkischen Schweiz – ein Brauchtum, das in Bayern einzigartig ist. Bereits seit mehr als einem Jahrhundert erwartet Besucher in der Osterzeit ein ganz besonderer Anblick: In zahllosen Orten werden Brunnen und Quellen festlich dekoriert, sodass sie zu lohnenden Zielen für Wanderungen oder Radtouren werden.

Nahezu 200 Gemeinden verwandeln ihre Brunnen zwischen Karwoche und etwa zwei Wochen nach Ostern in echte Kunstwerke. Tausende bunte Eierschalen, frische Blumen, aufwendige Kränze und kunstvolle Girlanden schmücken die Wasserspender und zeugen von Liebe zum Detail.

Seit über 100 Jahren: Das ist der Ursprung der Osterbrunnen-Tradition in Franken

Der Hintergrund dieser Tradition liegt in der Bedeutung des Wassers für die einst wasserarme Region der Fränkischen Alb. Durch die spezielle Geologie des Fränkischen Juras, der überwiegend aus wasserdurchlässigem Dolomit- und Kalkgestein besteht, gab es nur wenige natürliche Wasserreserven. Um die Versorgung zu sichern, errichteten die Menschen Brunnen und Zisternen.

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Dem Osterwasser wurde laut der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz früher eine besondere Wirkung zugeschrieben. So sollten zum Beispiel Kinder, die mit frisch geweihtem Wasser an Ostern getauft wurden, besonders klug werden. Auch sollte das Trinken von Osterwasser dem Volksglauben nach vor Krankheiten schützen und wer Osterwasser im eigenen Haus verspritzte, sollte so Ungeziefer fernhalten können. 

Das "Putzen" der Brunnen beginnt dabei in den verschiedenen fränkischen Ortschaften zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Zumeist aber Ende März oder etwa zwei Wochen vor Ostern.

"Pioniere": Wo steht in Franken der älteste Osterbrunnen?

Als ältester Osterbrunnen gilt der im Ortsteil Haag bei Aufseß in der Fränkischen Schweiz. Laut einem Bericht vom Bayerischen Rundfunk (BR) wird der Osterbrunnen dort seit über hundert Jahren geschmückt - Filmaufnahmen von 1909 belegen das. Gleichzeitig sei dort "vermutlich" der Ursprung des inzwischen über ganz Franken verbreitete Brauchtum, denn die Aufseßer würden als die "fränkischen Pioniere des Osterbrunnenschmückens" gelten.

Der Grund: Im gleichen Jahr - also 1909 - bekamen die Aufseßer ihren ersten Brunnen - davor musste das Wasser aufwändig mit einer sogenannten Butte den Berg hinaufgetragen werden. Geschmückt wurde er daher aus "Freude und Dankbarkeit" von den Einwohnern, so der BR. Das geschehe in der Regel am Gründonnerstag.

Eine weitere Besonderheit des Aufseßer Brunnens: Der Schmuck sehe auch noch fast genauso aus wie vor hundert Jahren. Von Hand ausgeblasene und bemalte Hühnereier, die an kleinen Fichten hängen - Plastik oder Glitzer sucht man hier vergebens.

Rekordhalter: "Größter Osterbrunnen der Welt" in Franken

Im Durchschnitt benötigt ein Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz etwa 80 Meter Girlandenschmuck und 1.800 bis 2.000 bemalte Eierschalen, heißt es von der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz.

Doch es geht noch weitaus opulenter: Der Osterbrunnen in Bieberbach bei Egloffstein hat sich mit rund 11.000 Eiern sogar als "größter Osterbrunnen der Welt" einen Platz im Guinness-Buch der Rekorde gesichert. Dabei handelt es sich auch ausschließlich um echte Eier, die allesamt liebevoll von Hand bemalt wurden.

Ganze Busse voller Besucher drängen sich bei Oster-Rundfahrten dann um die Brunnen. Was rund um Frankens größten Osterbrunnen noch alles geboten ist, erfährst du hier.