Armut in Bayern: Oberfranken und Mittelfranken fallen negativ auf
Autor: Redaktion, Agentur dpa
Franken, Montag, 08. Juni 2026
Laut einer aktuellen Analyse ist Bayern das Bundesland mit der geringsten Armutsquote in Deutschland. Innerhalb des Freistaats schneidet die Region Franken allerdings verhältnismäßig schlecht ab.
Nach einer Analyse des Paritätischen Wohlfahrtsverbands ist Bayern das Bundesland mit der geringsten Armutsquote in Deutschland. Innerhalb des Freistaats selbst landet die Region Franken allerdings auf den hinteren Plätzen. Auch bei einem deutschlandweiten Standort-Ranking machte Franken zuletzt auf sich aufmerksam - dort allerdings mit Spitzenplatzierungen für zwei besonders lebenswerte Städte.
Während die Armutsquoten in Schwaben (11,4 Prozent), Oberbayern (11,8) und Niederbayern (12,3) besonders niedrig sind, ergaben sich für die Oberpfalz (14,6) und die drei fränkischen Regierungsbezirke etwas höhere Werte. Innerhalb der Region hat Unterfranken eine Armutsquote von 13,2 Prozent, Mittel- und Oberfranken stehen beide bei 13,7 Prozent.
Armutsgefälle hat sich vergrößert
Im Durchschnitt zählen 12,6 Prozent der bayerischen Bevölkerung als arm, was weniger als die Hälfte der Quote am anderen Ende der Skala in Bremen (27,5 Prozent) ist. Hinter Bayern liegt Baden-Württemberg auf Platz zwei mit einer Armutsquote von 13,2 Prozent, der deutschlandweite Durchschnitt liegt bei 16,1 Prozent. Laut dem Wohlfahrtsverband hat sich das Gefälle der Lebensverhältnisse zwischen dem Süden und den strukturschwachen Regionen im Norden und Osten Deutschlands im vergangenen Jahr vergrößert.
Bezeichnend dafür ist, dass mit Brandenburg (14,7 Prozent) nur ein einziges der neuen Bundesländer besser als der Durchschnitt abschneidet. In Sachsen-Anhalt leben beträchtliche 21,8 Prozent der Bevölkerung in Armut, Thüringen (17,4), Mecklenburg-Vorpommern (16,8) und Sachsen (16,7) fallen ebenfalls negativ auf. Eine bemerkenswert hohe Quote haben auch die beiden Stadtstaaten Hamburg (18,9) und Berlin (18,7).
Als arm gelten für den Verband Haushalte mit weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens. Das Statistische Bundesamt spricht von armutsgefährdet. Der Median beschreibt nicht den Durchschnitt, sondern den Mittelwert zwischen der oberen und der unteren Hälfte der Einkommen. Die Regionen mit niedrigen Armutsquoten profitieren demnach hauptsächlich von einer starken Wirtschaftsstruktur, hoher Beschäftigung und vergleichsweise hohen Einkommen.
Wie viel Geld erhalten eigentlich die Kollegen? Das soll man schon bald erfahren.