230 neue Heimplätze für Senioren werden in Forchheim entstehen. In der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 8 plant das Rote Kreuz ein H-förmiges, viergeschossige Pflegeheim (130 Plätze), das aus zwei 45 mal 15 Meter großen Gebäudetrakten besteht. Und in der Bamberger Straße 3 bis 5 werden die Vereinigten Pfründnerstiftungen das Katharinenspital (ehemaliges Bürgerheim, Baujahr 1949) abreißen. Auch hier ist ein neuer, H-förmiger Gebäudekomplex im Gespräch.

In der Jahnstraße gibt es seit 1978 einen Bebauungsplan für jenes Grundstück, das zwischen der BRK-Geschäftsstelle und den östlich gelegenen Tennisplätzen liegt. Der ehemalige Kunstrasenplatz wird lange nicht mehr genutzt; und ist nicht mehr gefragt, seit Jahn beschlossen hat, den Sportbetrieb nach Forchheim-Nord zu verlegen.


Das Areal wurde mittlerweile an einen Bauträger verkauft, an die SH GmbH & Co Projektentwicklungs KG. Die Firma aus Pfarrkirchen wird das Pflegeheim für das Rote Kreuz bauen. "Das Investitionsvolumen für das Seniorenheim liegt bei etwa neun Millionen Euro", teilte eine Firmensprecherin mit.

Die Stadträte im Bauausschuss fanden das Projekt akzeptabel, auch wenn die Architektur des Pflegeheimes in der Jahnstraße wenig gefiel: "Ein Zweckbau - schön wird es nicht", meinte Edith Fießer (FGL). Markus Schmidt (CSU) versuchte es mit Pragmatik: "A weng Farbe an die Fassade, dann passt`s." Es müsse ja kein Hundertwasserhaus werden.


Katharinenspital wird abgerissen

Während an der Jahnstraße als Ersatz für die Einrichtung in der Hainbrunnenstraße ein klassisches Pflegeheim entstehe, sei das Konzept für das Haus in der Spitalstraße noch nicht ausgereift, sagte Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO).

Bauamtschef Gerhard Zedler legte einen Plan vor, der einen Abriss des Katharinenspitals vorsieht; und eine Bebauung auf dem gesamten Grundstück - also auch westlich des Spitals, entlang der Wiesent. Zedler und Stumpf betonten, dass es vorerst nur darum gehe, diese neue viergeschossige Bebauung zu beurteilen. Reiner Büttner (SPD) war skeptisch: Um über den Umfang des Neubaus zu entscheiden, müsse er doch über die Nutzung Bescheid wissen.


Einwand einer "Altstadtpflanze"

Nein, das müsse er nicht, sagte OB Stumpf. "Es geht vorerst nur darum, zu überprüfen: Passt das in die Landschaft?"

Manfred Mauser (FBF) war nicht einverstanden: "Als Altstadtpflanze liegt mir das Spital am Herzen." Er war gegen einen Abriss. Ob es nicht möglich sei, das Gebäude zu entkernen und die Fassade stehen zu lassen - "statt einen viereckigen Kasten hinzubauen", fragte Mauser.

"Ich gebe Ihnen Recht", sagte Bauamtschef Zedler, "aber das Gebäude muss von der Größe her finanziell tragbar sein". Sprich: Das Katharinenspital ist zu eng und zu klein, um eine rentable Senioreneinrichtung zu betreiben. Allerdings sagte Zedler dem FBF-Rat Mauser zu, dass der Neubau entlang der Bamberger Straße nicht so "schlank und ohne Aussagekraft" sein werde, wie er auf einer ersten Skizze zu sehen war. Zedler: "Da müssen wir uns mehr Architektur einfallen lassen."