Trotz des gesetzlichen Anspruches auf einen Kindergartenplatz fehlen in Forchheim derzeit rund 50 Kindergartenplätze. Dies räumte Gabriele Obenauf, Leiterin des Amtes für Jugend, Bildung, Sport und Soziales, bei der jüngsten Sitzung des Haupt- und Personalausschusses der Stadt Forchheim ein. Allerdings würden heuer durch die Übernahme des ehemaligen Kindergartens Regenbogen in der Bamberger Straße 40 Kindergartenplätze geschaffen.

In der Warteliste, so Obenauf seien die Kleinen des Kindergartens Regenbogen enthalten. Von den 21 Kindern, die derzeit diese Einrichtung besuchten, blieben aber nur sechs Kinder übrig. Alle anderen würden eingeschult, seien weggezogen oder hätten einen Platz in einer der anderen Einrichtungen bekommen, so dass sich die Situation deutlich entspannen werde.

Dazu trage auch bei, dass beim Hort der Arbeiterwohlfahrt für Asylkinder im Vorschulalter eine Halbtagsgruppe zur Vorbereitung auf die Schule eingerichtet werde. Auch der private "Rabbel Zabbel"- Kindergarten unter der Leitung von Joanna Schiener plane eine Ausweitung um 18 Plätze, die allerdings erst zu Beginn des Kindergartenjahres 2018/19 zur Verfügung stünden. 15 weitere Plätze sollen am Kindergarten Verklärung Christi in den Räumen des Hortes geschaffen werden.

"Durch diese Maßnahmen", so Obenauf, dürften im Kindergartenbereich die noch bestehenden Engpässe bei den drei bis sechs Jahre alten Kindern zum größten Teil beseitigt werden." Im Gegensatz dazu hatte Martin Hempfling vom Jugendamt des Landkreises darauf verweisen, dass für Kinder mit Migrationshintergrund ein höherer Förderbedarf bestehe, so dass für Kinder zwischen drei und sechs Jahren 70 Kindergartenplätze fehlten.


Krippensituation angespannt

Als "deutlich angespannter" bezeichnete Gabriele Obenauf die Situation bei den Krippenplätzen. Für Kinder unter drei Jahren fehlten nach Angaben der Jugendamts-Leiterin der Stadt 84 Plätze. Hier kurzfristig Abhilfe zu schaffen, gestalte sich schwierig, zumal es an Grundstücken fehle, auf denen eine Kinderkrippe errichtet werden könne. Deshalb habe sie an die Träger appelliert, kurzfristig das Platzangebot im Krippenbereich zu erweitern.

Die Fachaufsicht des Landratsamtes habe zwar einer kurzfristigen Ausweitung des Platzangebotes befristet zugestimmt, doch könnten die so gewonnen neun Plätze nicht mehr als ein Provisorium sein. Um die Nachfrage der Eltern erfüllen zu können , sei es dringend erforderlich, neue Krippengruppen anzusiedeln.

Zudem sei davon auszugehen, dass der Bedarf weiter steigt. Obenauf rechnet damit, dass zwischen 40 und 50 Prozent aller Kinder zwischen einem und zweieinhalb Jahren einen Betreuungsplatz beanspruchten. Derzeit liegt die Versorgungsquote bei 43,3 Prozent. Zur Schaffung der notwendigen Plätze würden schon seit längerem Baumaßnahmen vorbereitet. Dazu zählten die Erweiterung des Carl-Zeitler Kindergartens, die Erweiterung des Kindergartens in Burk und ein neuer Kindergarten bzw. eine Kinderkrippe in Forchheim-West.

Aktuell seien Zwischenlösungen für zwei Krippengruppen notwendig. Wie die aussehen sollen, konnte Gabriele Obenauf aber nicht sagen. An den Lösungen werde gearbeitet, betonte die Jugendamts-Leiterin.

Um auf Dauer die Situation zu entschärfen, einigten sich die Mitglieder des Haupt- und Personalausschusses darauf, dass bei der Entwicklung künftiger Baugebiete wie etwa im Forchheimer Süden der Bau von Kinderbetreuungseinrichtungen gleich in die Planung mit aufgenommen werden sollen.

Stadtrat Udo Schönfelder (CSU) rechnete vor, dass die Schaffung von 18 Plätzen am Carl-Zeitler Kindergarten eine Investition von 72 000 Euro pro Kind bedeuteten. Deshalb mahnte er bayernweite Vergleichswerte der Kosten pro Krippenplatz an. "Mir geht es, darum, dass die Kosten nicht durch die Decke schließen", mahnte Schönfelder.