Gut hat es Petrus nicht gemeint bei der Eröffnung des vorweihnachtlichen Marktes in Wohlmuthshüll. Er schickte kräftige Regengüsse zu ungünstigster Zeit. Umso beachtlicher, dass sich die Besucher nicht abhalten haben lassen und den Weg hinauf in das kleine, besinnliche Juradorf suchten mit seinen 200 Seelen, wo die Weihnachtsengel Eva und Lisa den Prolog zur Eröffnung des Markt vortrugen. "Für uns Ebermannstädter ist der vorweihnachtliche Markt in Wohlmuthshüll schon längst zum Muss geworden, wird für das ganze Stadtgebiet die Vorweihnachtszeit eingeläutet", betonte Bürgermeisterin Christiane Meyer allen aus der Seele.
Bei all den Alltagssituationen, gibt es etwas, was die Menschen zusammenschweißt, sie verbindet. Das sei das Wissen um die Dorfgemeinschaft. Diese Gemeinschaft sei bereit, Verantwortung zu übernehmen, für sich und für andere. Der besondere Dank der Bürgermeisterin galt der Dorfgemeinschaft mit ihrer langen Tradition, die längst nicht selbstverständlich sei. Der gesamte Erlös kommt grundsätzlich sozialen Zwecken zu Gute. Ein Drittel geht an die Filialkirche Wohlmuthshüll, ein Drittel an die Kinderkrippe "Zwergenland" und ein Drittel an den Kindergarten St. Nikolaus.
Die Besucher rückten bei Nässe und Kälte näher zusammen. Sie fanden Platz unter schützenden Zeltdächern und in Buden, ließen sich die Stimmung nicht vermiesen. So manches wärmende Glas Glühwein, verführerische Liköre und selbst hergestelltes Gebäck erleichtern die Situation und hoben die Stimmung. Die menschliche Nähe animierte auch zur Unterhaltung, abseits von der Hast des Alltages.
Selbstverständlich, dass das ganze Dorf unterwegs war, meinte Barbara Lahner, eine der treibenden Kräfte, damit die Organisation funktionierte. Lahner strahlte trotz des wenig einladenden Wetters. Man lasse sich in Wohlmuthshüll einfach nicht unterkriegen. Die Leute seien guter Stimmung.
Sie kommen aus dem Umkreis, ob aus dem ferneren Igensdorf oder dem nahen Gasseldorf, sie finden sich hier zusammen. "Klein, fein, Selbstgebasteltes, so soll es sein", meinte eine Besucherin. Vom Adventskranz bis zu selbstgebastelten Weihnachtsschmuck warten im Feuerwehrhaus viele Ideen auf die Besucher zum Erwerb. Die Wohlmuthshüller waren viele Monate fleißig, die vielen Teile herzustellen. "Das kriegen wir schon alles los", sagt eine Helferin genauso selbstbewusst. Oben im FFW-Haus wartet ein gemütlicher Raum zum Plausch, lädt zum Verweilen ein. Draußen engagieren sich die Jugendlichen der KLJB bei Kinderpunsch, Waffeln und "Frostschutz". Sie wollen mit ihrem Erlös "Die Mutmacher" und ihre wertvolle Arbeit unterstützen. "Durch ihre Spendenbereitschaft", so hatte die Bürgermeisterin eingangs festgestellt, "regen sie an, über die christlichen Werde des Weihnachtsfestes nachzudenken. Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe gehören dazu". Die Besucher lassen sich auf diese Gedanken offensichtlich ein. Sie kaufen gerne, wo Profit keine Rolle spielt, sondern nur das Herz und der weihnachtliche Gedanke sprechen.