Hitzerekord, lang anhaltende Trockenheit und kein Regen in Sicht. Jeden Tag klettert das Thermometer weiter nach oben, die Risse in den Böden werden tiefer und der Wasserspiegel sinkt nach unten. Doch vor allem für Fische ist das Wasser lebensnotwendig. Thomas Speierl, Fischereifachberater des Regierungsbezirks Oberfranken, möchte den Teufel nicht an die Wand malen, aber "die Luft ist heiß und dünn".

Wenn nicht bald Regen kommt, fürchtet er eine ähnliche Situation wie 2015, als es sogar zu Notabfischungen gekommen ist. Gerade die Forellenzucht leidet unter dem Wassermangel, sagt Karl-Peter Schwegel aus dem Aufseßtal. Drei zu trockene Winter führten zu den Problemen bei dem Grundwasserspiegel. Die Quellschüttungen lassen nach und die Wassertemperaturen steigen bei zu wenig Wasser an. Bei 15 bis 18 Grad wird es für die Forellen kritisch. "Die Fische reagieren mit Stresssymptomen, stellen die Nahrungssuche ein. Das Immunsystem ist geschwächt", erklärt Speierl. Die Tiere sind anfällig für Flavobakterien, der sogenannten Grauschleiererkrankung, was dann zu massiven Ausfällen führen kann.

Heinrich Grasser, Vorstand vom Fischereiverein Eggolsheim sieht ein weiteres Problem in dem zu warmen Wasser. Zu viel Sonne sorgt für eine vermehrte Algenbildung. Diese verbrauchen nachts den Sauerstoff, der den Fischen fehlt. "Die Fische können einfach umkippen", erklärt Grasser. Das geht innerhalb von einer Stunde. In einem Baggersee wird deshalb dann eine Pumpe eingelassen, um Sauerstoff zuführen zu können. In größeren Baggerseen ist die Algenbildung weniger problematisch und eine Sauerstoffzufuhr deshalb nicht notwendig.


Situation nicht bedrohlich

Auch Kar-Peter Schwegel hat Strom vor Ort und kann belüften. Im Moment sei der Wasserstand zwar niedriger in den Gewässern und Bächen, aber noch nicht bedrohlich. Heinrich Grasser fürchtet, dass die anhaltende Trockenheit zu Problemen führen kann wie im vergangenen Sommer, als der Eggersbach so wenig Wasser hatte, dass die Fische darin verendeten. Vergangene Woche gab es aufgrund einer Baustelle eineinhalb Tage kein Wasser. Das hatten die Fische gut überstanden.

"Alles im grünen Bereich" kann Yvonne Niklas von der Forellenräucherei in Pottenstein melden, wenn auch aufgrund von fehlendem Niederschlag der Wasserspiegel im Bach sinkt. Ihre Forellen sind in eigenen Bächen und finden dort genügend Wasser, um sich wohlzufühlen. Niklas hofft, dass es so bleibt und lobt vor allem die sehr gute Wasserqualität in der Fränkischen Schweiz. Für Yvonne Niklas ist Hochwasser schlimmer, da dann ihre Fische einfach mit wegschwimmen.


"NIcht alle Teiche voll"

Wegschwimmen können gerade die Fische in vielen Teilen Oberfrankens nicht mehr, je länger die Trockenheit anhält. Höhere Wassertemperaturen bereiten den Karpfen weniger Probleme, doch auch sie stellen das Fressen ein. "Wir haben nicht alle Teiche voll bekommen", sagt Speierl und spricht damit das Thema fehlende Niederschläge an. Der Trend sei seit 2014 zu beobachten, in ungutem Ausmaß. Über 20 Prozent Rückgang bei den Niederschlägen werden verzeichnet.

Vor allem die Niederschlagsdefizite im Winter beeinflussen die Grundwasserneubildung. Auch hier ist bereits von einem Mangel von 30 Prozent die Rede. "Sowohl in der Fischerei, als auch im privaten und öffentlichen Leben müssen wir uns auf weniger Wasser einstellen", sagt Speierl. Der Streit um Wasser ist programmiert und für die Fische bedeutet das Stress.

Die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt meldet beim Wasserstand noch keine gravierenden Vorfälle. Weniger Wasser ist zu dieser Zeit normal. Und wenn es anders würde, könnte man ohnehin nichts machen.