Durch Forchheim wabern Gerüchte: Wegen Umsatzrückgängen aufgrund der Corona-Krise sollen bei dem Forchheimer Traditionsunternehmen Weber & Ott angeblich Stunden reduziert werden. Sogar von angeblichen Stellenstreichungen ist die Rede.

In einem anonymen Schreiben, das die FT-Redaktion am Mittwoch erhalten hat, heißt es: "Wegen 30 Prozent Umsatzrückgängen werden Stellen gestrichen oder die Arbeiter müssen Stunden streichen." Von anderen Seiten hört man Gerüchte, dass es bereits vor einigen Monaten, zur Zeit der akuten Corona-Krise, eine Handvoll Kündigungen gegeben haben soll, teils einvernehmlich, teils nicht. So seien Jahresverträge nicht verlängert worden.

Vorstand bezieht Stellung

Auf FT-Nachfrage reagiert Oliver Dück, Vorstand der Weber & Ott AG, verwundert auf die Gerüchte, die er so nicht bestätigen kann: Dass die Corona-Krise die Wirtschaft, und besonders die Textilindustrie, hart getroffen hat, das dürfte kein Geheimnis sein. "Dass es der Branche momentan nicht gut geht, brauche ich nicht erzählen", sagt Dück.

Wegen der Corona-Krise liegen die Umsätze des Unternehmens rund 15 Prozent unter dem Niveau aus dem Jahr 2019, sagt Dück und betont: Das Jahr 2019 sei ein sehr gutes für das Unternehmen gewesen, der Personalstamm sei in den vergangenen Jahren gewachsen.

Er betont aber auch: Der Standort sei sicher, sagt er, "wir denken über alle Maßnahmen nach, die man machen kann", sagt Dück und zählt Möglichkeiten auf: Altersteilzeit, weniger Saisonkräfte, Stundenreduzierungen, Kurzarbeit. Die Kurzarbeit wolle man je nach Auftragslage auch im nächsten Jahr weiterführen.

Am Mittwoch habe es in manchen Bereichen Gespräch gegeben, ob sich Mitarbeiter vorstellen können, Stunden abzugeben.

Personalreduzierungen seien nicht ausgeschlossen, das gelte generell in Unternehmen aber immer. "Es kann immer sein, dass man sich von Mitarbeitern trennen muss", sagt Dück.

Auch beim Betriebsrat reagiert man verwundert auf die Gerüchte: Dass Entlassungen anstehen, davon sei ihr nichts bekannt, sagt Betriebsratsvorsitzende Jenny Göller. Wegen Corona gebe es natürlich Umsatzeinbußen. Mit Maßnahmen wie Kurzarbeit, Stundenreduzierungen oder Altersteilzeit sollen Entlassungen verhindert werden. "Ich gehe da gerne mit, weil ich möchte, dass das Unternehmen gesund bleibt", sagt Göller.