Ein Ort, der etwas auf sich hält, kann natürlich nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen, wenn seine Kerwa ihren 60. Geburtstag feiert. Der will etwas ganz Besonderes auf die Beine stellen. Warum also nicht zwei Frauenfußball-Mannschaften gegeneinander antreten lassen? Dachten sich die Geschwander.

Gegeneinander an traten die Frauen aus dem Hinterdorf und Vorderdorf. Die Zahl der Zuschauer entsprach annähernd der Zahl der Geschwander: 420. Sie machten eine Stimmung, die man 420 Menschen eigentlich kaum zugetraut hätte. "Wir trainierten eine Woche lang", sagte Sonja Kirsch vom Vorderdorf. Auch das Elfmeterschießen habe man geübt, ergänzte Teamkollegin Lisa Neuner.
Ohnehin hätten Trainer Wolfgang Neuner und Christopher Schmidt hätten "wertvolle Tipps" für den Platz gegeben.


"Es hat halt nicht gereicht"

Dass Neuner und Schmidt offensichtlich die richtigen Worte gefunden und ihre Spielerinnen so richtig heiß gemacht haben, spiegelte sich am Ende auch im Ergebnis wider. Das Vorderdorf gewann mit 3:1. Die Tore schossen Katja, Anna Lena und Cindy. Für Hinterdorf traf Anna.

"Ich gebe immer hundert Prozent. Dieses Mal hat es halt nicht gereicht", ließ sich Steffi Haas vom Hinterdorf die Laune trotzdem nicht verderben. Sie selbst tritt nur zur Kirchweih gegen den Ball. Nur zwei oder drei Spielerinnen pro Mannschaft spielen auch in der aktiven Damenmannschaft.

Wer die Stimmung auf den Rängen erlebte, konnte beinahe den Eindruck bekommen, Geschwand sei ein zerstrittenes Dorf. Der Sportplatz glich einem Tollhaus. Die meist männlichen Fanblocks feuerten die Spielerinnen mit Fahnen, Trompeten und Trommeln ununterbrochen an. Selbst bengalische Feuer wurden abgebrannt. "Weil eben alles in Geschwand erlaubt ist", lachte ein Zuschauer.

Zu wenig Bier

Zuvor hatten Fans aus Hinterdorf sogar die Vereinsfahne der Vorderdorfer gestohlen. Was die Vorderdorfer bieten müssen, um ihre Fahne wieder zu bekommen, steht noch nicht fest. Jürgen Igel vom Organisationskommittee schaute zufrieden auf die Fans. Nur eines hatte er falsch eingeschätzt. Es gab zu wenig Bier auf dem Sportplatz. Es waren schlicht mehr Zuschauer gekommen als erwartet.