Zwei Tage lang Feiern im Freien zu elektronischen Beats unterm Sternenhimmel. Das ist das Konzept des "Liquidgreen"-Festivals in der Fränkischen Schweiz.

Wie, noch nie davon gehört? Ich auch nicht. Jedenfalls bis vor ein paar Tagen. Dabei geht die Party in diesem Jahr bereits in die dritte Runde. Im letzten Jahr kamen laut Veranstalter zwischen 300 bis 400 Festivalbesucher in die Fränkische Schweiz, um zu den elektronischen Klängen verschiedener DJ's aus der Umgebung zu tanzen.
Als ich am Samstag dort ankomme, ist es früh am Abend und noch relativ entspannt. Es ist noch nicht so viel los. Die Veranstalter haben sich alle Mühe gegeben, damit sich die Feierenden wohl fühlen. Ein paar Leute haben es sich auf Heuballen, in Lounge-Zelten und an der Bar mit einem Drink gemütlich gemacht. Einige wenige Mutige tanzen sich schon mal vor der Bühne warm. DJ Erman Erim aus Nürnberg legt auf. Ein paar Zelte, in denen die Festivalbesucher übernachten wollen, stehen schon.

Was willst Du denn hier? Tanzen!

Michael "Möni" Mönius hat das Event erfunden und wundert sich schon etwas, was ich von der Zeitung eigentlich hier treibe. Die Zeitung in Franken will auch mit der Natur in der Fränkischen tanzen, sage ich. Beworben wurde die Techno-Party im Grünen freilich nur im Internet. Aber Möni und Patrick Staisch vom Veranstalter-Team erklären mir gerne, was es mit dem "Tanz in der Natur" - so lautet der Untertitel des Festivals - auf sich hat.
"Die Leute sollen die Natur schätzen", sagt Patrick. Während wir uns unterhalten, drängt sich Franky in den Vordergrund. Wer ich bin und was ich hier mache, will er wissen. Ich erkläre es ihm. "Ich war letztes Jahr hier, weil ich Fan von einem DJ war", sagt er. "Dieses Jahr bin ich vor allem wegen den Leuten hier." Franky verrät mir, dass er gerne auf Festivals geht. "Hier ist ein fantastisches Flair, ganz anders als bei einem Open Air mit 2000 Besuchern", schwärmt er. Es sei ganz einfach, in einer familiären Atmosphäre neue Leute kennenzulernen. Einige vom letzten Jahr hat er schon wiedergetroffen.

Was willst Du trinken?

Christian alias "Porky Porken" tippt mir auf die Schulter und fragt, ob ich was trinken will. Er arbeitet in der Bar, hat aber gerade frei. "Hier gibt es keine Kommerzgedanken", erklärt er mir. "Alle verstehen sich gut." Außerdem seien hier viele hochkarätige DJ's am Start, die auch weltweit auflegen. Eine Gruppe aus Köln ist wegen einiger dieser DJ's in die Fränkische gekommen. Und weil sie den letzten guten Sommertag in diesem Jahr auskosten wollen. "Wir stehen auf die Musik", sagt "Öxen", der seinen richtigen Namen nicht verraten will.

Ein paar Freunde aus Amberg dagegen sind nicht hier, weil ihnen die Musikrichtung unbedingt gefällt. "Wir wollen feiern und tanzen", meint Christina. Ein Hündchen huscht über die Tanzwiese. Neugierig laufe ich ihm hinterher und finde schnell seine Besitzer. Julia und Darius sind aus Nürnberg. Beide haben das Motto "Natur" sehr ernst genommen und Chihuahua-Dame Athena mit auf das Festival gebracht. Die scheint das gewohnt zu sein, denn Angst zeigt die kleine Hündin nicht. "Wir werden viel Spaß haben", ist sich Julia sicher.

Erst chillen, dann dancen

Das Dorf Seidmar befindet sich in unmittelbarer Nähe des Festival-Geländes. "Sehr schön und liebevoll gemacht", sagt Rika über die Location. Sie und Steffi wollen erst "chillen und dann dancen". Berit aus München wurde von ihren Freundinnen nach Franken eingeladen und will im Gegensatz zu ihnen nicht fotografiert werden. Sie lobt den fairen Eintrittspreis von 15 Euro. "Das ist frei von Kommerz, ganz anders als in München", sagt sie und strahlt und atmet die Beats mit der Sonne und den Sternen tief ein und tanzt jetzt Techno mit der Natur.