Das Bild von der vor allem Kaffee kochenden und ein wenig herumtelefonierenden Sekretärin möchte der Wettbewerb "Deutschlands beste Sekretärin" revidieren. Die 26-jährige Tanja Ammerl aus Forchheim steht im Finale und muss sich jetzt am Mittwoch in Stuttgart mit neun Mitstreiterinnen messen.

"Ich lasse das auf mich zukommen. Ich weiß, was ich kann, alles andere ist eine Herausforderung", sagt Tanja Ammerl. Herausforderungen hat sie bislang immer gut gemeistert.
Gleich nach ihrer Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation ist ihr der Posten als Vorstandssekretärin der Nürnberger Versicherungsgruppe angeboten worden.

Das entspricht der höchsten Ebene, die man in diesem Beruf erreichen kann. Tanja Ammerl war damals gerade 19 Jahre alt: "Es war eine Riesenchance. Ich wurde viel gefordert und gefördert", fasst sie die vergangenen Jahre als Sekretärin zusammen. Heute muss Ammerl Unterlagen für jeden einzelnen Termin zusammenzutragen und auch Präsentationen erstellen. Und dann gehört es zu ihren Aufgaben, den Tagesablauf des Chefs zusammenzustellen. "Ich muss den Chef organisieren und steuern", sagt Tanja Ammerl kurz und bündig.

Langeweile ist ein Fremdwort

Das kann auch schon mal bedeuten, dass sie dem Chef bei Konferenzen Zeichen gibt, dass der nächste Termin schon wartet. Dass der Zeitplan eingehalten wird, das ist Tag für Tag die große Herausforderung für Tanja Ammerl. Langeweile ist jedenfalls ein Fremdwort im Beruf von Tanja Ammerl.

Um das etwas abwertende Klischee, das der Sekretärin oft immer noch anhängt, zu widerlegen, ruft die Firma Leitz jährlich zu einem Wettbewerb für Sekretärinnen auf. In der Zeitschrift "Working@office" hat Tanja Ammerl davon gelesen und dann auch beschlossen, daran teilzunehmen. Dafür musste sie einen fünfseitigen Fragebogen ausfüllen und dabei Einblicke in ihre Kenntnisse und Fähigkeiten geben. Aber auch ihr Chef musste begründen, warum ausgerechnet er die beste Sekretärin im Vorzimmer hat.

Nach einiger Zeit kam der Antwortbrief und Tanja Ammerl eine Einladung für das Finale. Darin kämpfen zehn Sekretärinnen um den Titel der Besten in ihrem Berufsstand.

In diesen Tagen ist Tanja Ammerl noch damit beschäftigt, sich auf das Finale vorzubereiten. Etwas intensiver als sonst liest sie gerade die Zeitung, merkt sich die Namen der Nobelpreisträger und lässt die Wahlen nochmals detailliert Revue passieren. Die 26-Jährige rechnet auch damit, einen Geschäftsbrief auf Englisch schreiben zu müssen.

Den Tag der Entscheidung lässt sie nun einfach auf sich zukommen. "Ich freue mich, dass ich bei den zehn besten dabei bin", sagt Tanja Ammerl. Nur eines wird sie sicher nicht tun: Kaffee kochen.