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LKR Forchheim
Saisonabbruch

Aufstiegsfeiern und der Ball ruhen in Forchheim

In immer mehr Sportarten wird die Saison aufgrund der Corona-Krise für beendet erklärt. Die Konsequenzen sind unterschiedlich. Selbst feststehende Aufsteiger können sich aber (noch) nicht freuen.
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Während mehr Volleyball-Teams als üblich aufsteigen dürfen und kaum jemand absteigen muss, ist es im Tischtennis streng: Wer aufgrund weniger absolvierter Partien leer ausgeht, hat Pech. Foto: René Ruprecht
Während mehr Volleyball-Teams als üblich aufsteigen dürfen und kaum jemand absteigen muss, ist es im Tischtennis streng: Wer aufgrund weniger absolvierter Partien leer ausgeht, hat Pech. Foto: René Ruprecht

Der Aufstieg gehört für Sportler zu den schönsten Erlebnissen in der Amateurkarriere. Nach der Entscheidung auf dem Spielfeld folgt nicht selten ein Autokorso durch die Nachbardörfer, dem sich eine ausgiebige Feier im Sportheim anschließt. Während der Ausgangsbeschränkung fällt das flach.

Ein Abstieg hängt Profi und Hobbysportler gleichermaßen lange nach. Meistens ist er jedoch das gerechte Ergebnis einer schwachen Saison. Nicht so in Zeiten der Corona-Krise. Während Fußballer und Handballer im Ungewissen über eine Fortsetzung der Spielzeit leben, wurde in einigen Sportarten offiziell das Ende verkündet - mit unterschiedlichen Auswirkungen. Drei Beispiele aus dem Basketball, Volleyball und Tischtennis.

Eggolsheim bleibt Bayernligist

Für die Regionalligen sowie die Bezirksoberliga abwärts hatten die zuständigen Basketballverbände Mitte März verkündet, dass die Saison abgebrochen wird. Die Teams aus den Spielklassen dazwischen mussten sich ein paar Tage mehr gedulden, dann wussten beispielsweise auch die Akteure der DJK Eggolsheim, dass die ausstehenden drei Partien in der Bayernliga Nord nicht mehr stattfinden. Wiederum etwa eine Woche später kam die Entscheidung über Auf- und Abstieg.

Nach einer Telefonkonferenz der Vertreter aller Bayernligisten mit Spielbetriebsleiter Robert Daumann ist klar: Maßgeblich sind die Tabellen zum Zeitpunkt der Corona-Pause am 13. März. Obwohl Eggolsheim auf dem letzten Platz lag, hat es den Klassenerhalt geschafft. Grund ist eine spezifische Regelung, nach der nur die Schlusslichter der drei Bayernligen sicher absteigen. In der Nord-Staffel ist das nicht die DJK, sondern die SpVgg Rattelsdorf, die vor Saisonbeginn zurückgezogen hatte und ans Ende des Tableaus gesetzt wurde. Über die anderen Absteiger - heuer zusätzlich vier Teams - entscheidet ein Koeffizient aus absolvierten Partien und errungenen Punkten.

Und da ließ die Mannschaft von Trainer Carsten Rchter genug Rivalen der anderen beiden Staffeln hinter sich. "Wir sind zwar froh, dass in Eggolsheim weiter Bayernliga-Basketball gespielt wird, aber wir hätten die drei Begegnungen gerne bestritten. Selbst mit dem Risiko, noch abzusteigen. Wir waren im Aufwärtstrend und hätten es uns zugetraut, den Klassenerhalt auch so zu schaffen", sagt der 30-Jährige.

Richter will sein Amt auch 2020/21 ausüben, bis Mitte Juni setzt er sich die Frist für eine Entscheidung, denn: "Ich bin sportlicher Leiter beim BBC Coburg und muss mir überlegen, ob mein Hauptberuf weiter zeitlich mit der Stelle des Trainers in Eggolsheim vereinbar ist", erklärt der Rattelsdorfer. Die Kooperation mit TTL Bamberg werde jedenfalls fortgesetzt, eventuell rücken jüngere Akteure des Partners nach.

Effeltrich will Härtefallregelung

Während es in den meisten Sportarten feste Spieltage gibt und die Tabellen daher weitgehend aussagekräftig sind, klafft die Zahl der absolvierten Spiele im Tischtennis oft weit auseinander. Auch in den oberen Ligen. Die Folge: Die SpVgg Effeltrich muss als Schlusslicht der 3. Bundesliga Süd runter, obwohl der Konkurrent am rettenden Ufer zwei Partien, aber nur drei Punkte mehr auf dem Konto hat. Daher legte der Verein fristgerecht Einspruch ein.

"Es wäre nicht unrealistisch gewesen, dass wir es noch schaffen", erinnert Kapitän Alexander Rattassep an die Aufholjagd der vergangenen Saison. "In den anderen drei der höchsten vier Ligen gibt es keinen vergleichbaren Fall. Daher hoffen wir auf eine Ausnahme", sagt der 27-Jährige. Nach drei Jahren Bundesliga steht die SpVgg an einer wichtigen Schwelle, denn in der Regionalliga müsste Effeltrich zu sechst statt zu viert antreten.

Da der mögliche Abstieg schon länger ein Thema war, lief die Planung ohnehin zweigleisig. "Wir haben mit allen Spielern gesprochen und auch Akteure aus der Zweiten gefragt, ob sie aufrücken würden", berichtet der Nürnberger, der zuversichtlich ist, auch in der 4. Liga eine Mannschaft stellen zu können. Er, Martin Guman und Marius Zaus bleiben an Bord. Yutaka Kashiwa und Ryu Hiruta, der bislang nicht für Effeltrich zum Einsatz kam, haben Bereitschaft signailisiert. Lediglich Ali Ghallabs Zukunft ist unsicher.

Drei Aufstiege in Neunkirchen

Die dreifache Aufstiegsfeier in Neunkirchen fällt nicht nur wegen des Virus' flach, sondern auch, weil vielleicht nicht alle Volleyballer ihr Recht wahrnehmen. "Die Vierte geht auf jeden Fall in die Bezirksliga", sagt TSV-Abteilungsleiter Sebastian Lenz. Die Mannschaft hatte sich den Aufstieg mit 13 Siegen aus 14 Partien in der Bezirksklasse Mittelfranken Nord redlich verdient. Schlimmstenfalls hätte sie in den zwei ausstehenden Spielen noch auf Rang 2 abrutschen können, doch der Bayerische Volleyball-Verband verkündete, dass alle Teams, die theoretisch hätten aufsteigen können, das Recht dazu erhalten.

Dasselbe gilt für die Zweite in der Bezirksliga. "Die Mannschaft hat ein Durchschnittsalter von Mitte/Ende 40. Die meisten haben früher höherklassig gespielt und kaum noch Ambitionen. Entscheidend ist der Mehraufwand durch mehr Spieltage", erklärt Lenz. Der 38-Jährige selbst ist Mittelblocker der ersten Mannschaft, die mit einer Begegnung und zwei Zählern weniger auf Platz 2 der Landesliga Nordost stand.

"Meister" CVJM Arzberg hat bereits im Januar verkündet, nicht aufsteigen zu wollen, in Neunkirchen ist die Entscheidung vor Fristende am 30. April noch nicht gefallen. "In der Bayernliga müssen wir für zehn Partien je zwei Schiedsrichter stellen, sonst zahlen wir pro Partie 100 Euro Strafe. Außerdem müssen wir von vornherein 1300 Euro abdrücken, von denen die anderen Schiedsrichter bezahlt werden", schildert Lenz die finanziellen Hürden. In den unteren Klassen ist stets die Mannschaft für das Schiedsgericht zuständig, die pausiert.

Dazu kommt, dass es in der Bayernliga nur Einzelspieltage gibt, während bisher zumindest bei den Heimspieltagen gleich zwei Partien absolviert wurden. Vom Kader her sieht Lenz sein Team - mit Ausnahme einer zusätzlichen Mitte - gerüstet. "Im Moment ist es ein Abwarten und Spekulieren, was die anderen Mannschaften machen", berichtet der Neunkirchener.

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