Die Bienen rund um Pottenstein müssen momentan "zu Hause" bleiben. Der Grund: die amerikanische Faulbrut der Bienen. Das heißt aber nicht, dass sie nicht fliegen dürfen. Das Landratsamt Bayreuth hat rund um Pottenstein und Ahorntal eine Sperrzone eingerichtet. Michael Benz, Sprecher des Landratsamts sagt, dass nach aktueller Aktenlage im Sperrbezirk Pottenstein 142 Bienenvölker betroffen sind. Diese sind aber nicht alle mit der Krankheit infiziert.


Untersuchungen angeordnet

"Es ist genau ein Bienenstand mit einem Bienenvolk betroffen", erklärt Bernhard Lang, Kreisvorsitzender Pegnitz der Bayerischen Imker im Bezirksverband Oberfranken. Nun werden die anderen Völker untersucht. Dazu werden Proben genommen, die dann eingeschickt werden. Bis es Ergebnisse gibt, kann das drei bis vier Wochen dauern. In der Allgemeinverfügung des Landratsamt Bayreuth ist auch festgelegt, wie das weitere Vorgehen ist: "Alle Bienenvölker und Bienenstände im Sperrbezirk sind unverzüglich auf amerikanische Faulbrut amtstierärztlich zu untersuchen; diese Untersuchung ist frühestens zwei, spätestens neun Monate nach der Tötung oder Behandlung der an der Seuche erkrankten Bienenvölker des verseuchten Bienenstandes zu wiederholen." Nach maximal sechs bis neun Monaten wird das Sperrgebiet im Normalfall aufgehoben, sofern nicht weitere befallene Völker auftauchen.

"Aus Sicherheitsgründen ist der Sperrbezirk bei uns größer ausgefallen, als es gesetzlich vorgeschrieben ist", erklärt Bernhard Lang.

Es sei noch viel zu früh, um eine Aussage zu machen, aber in den Amtsblättern werde verkündet, wenn der Sperrbezirk aufgehoben wird. Bienen fliegen aber trotzdem auch in dem Sperrgebiet, man kann sie nicht in ihrem Stock einsperren - sie würden dann eingehen.

"Natürlich dürfen die Bienen weiter fliegen", erklärt Veterinärin Iris Fuchs. "Wir sagen immer etwas salopp: Es darf halt nichts rein und nichts raus." Es dürfen also keine Bienenvölker in den Sperrbezirk gebracht und auch keine ausgesiedelt werden.

Der Landkreis Forchheim ist nicht von der Faulbrut betroffen. Wolf-Dietrich Schröber, Kreisvorsitzender der Bayerischen Imker in Forchheim, sagt: "Bei uns ist alles gut." Ansonsten wäre der hier zuständige Veterinär schon auf die Imker im Landkreis zugegangen. "Für den betroffenen Imker ist ein Befall sehr hart", weiß Schröber, versichert aber auch, dass die amerikanische Faulbrut für den Honig unschädlich ist und der Verbraucher nichts davon merken würde. Das verspricht auch Bernhard Lang. "Der Honig, die erwachsenen Bienen und der Mensch sind von der Krankheit nicht betroffen."

Für die Imker im Landkreis Forchheim beziehungsweise in den Gebieten, die an die Sperrzone grenzen, hat Iris Fuchs auch noch einen Tipp: Da es keine regelmäßige Untersuchungspflicht gibt, würden viele Imker ihre Untersuchungen erst dann machen lassen, wenn tatsächlich klare Anzeichen der Fäule zu erkennen sind. "Es ist aber wichtig, es frühzeitig zu erwischen", sagt sie. Sie empfiehlt daher, regelmäßig die kostenfreien Untersuchungen wahrzunehmen.

Außerdem appelliert sie an die Imker in der Nähe des Sperrgebiets und darin. Alte Bienenstöcke, die nicht benutzt werden, sollten unbedingt zugemacht werden. "Es ist schwierig die Brut zu bekämpfen, wenn nicht alle mitziehen", erläutert Iris Fuchs.


Hintergrund

Der Erreger der amerikanischen Faulbrut der Bienen ist ein Bakterium, das in der Lage ist, Sporen zu bilden. Diese Sporen sind extrem gegen Hitze, Kälte und Chemikalien resistent und vertragen leicht Temperaturen bis zu 200 Grad Celsius. Diese Eigenschaften erschweren die Bekämpfung. Es handelt sich bei der amerikanischen Faulbrut um eine anzeigepflichtige Tierseuche. Quelle: LRA Bayreuth