Enormen Anklang fand der 1. Tourismustag der Fränkischen Schweiz, die 150 Plätze im Saal des Bildungshauses von Obertrubach waren schnell vergriffen. Eingeladen hatte Sandra Schneider, Leiterin der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz (TZ). Es galt, das neue Tourismuskonzept der TZ vorzustellen.
Roland Wölfel, Geschäftsführer der Beraterfirma Cima, hatte den Auftrag, das Konzept zu präsentieren. An der Erstellung war auch die Firma Tourismus Plan B aus Berlin beteiligt gewesen. Der Landrat und Vorsitzende des Gebietsausschusses Fränkische Schweiz, Hermann Ulm (CSU), begrüßte die Gäste von touristischen Leistungsträgern, Verbänden, der Wirtschaft aus Kommunen, den vier an der Region beteiligten Landkreisen Forchheim, Bayreuth, Kulmbach und Bamberg, sowie der Politik.
Unter den Gästen war beispielsweise der örtliche Bürgermeister Markus Grüner, Regierungspräsidentin Doris Herold oder MdL Michael Hofmann (CSU). Die TZ-Mitarbeiter beantworteten Fragen zur Online-Buchbarkeit oder zum Marketing.
Sich das Potenzial des Tourismus und seiner Leistung in der Region bewusst machen, nannte Schneider ein Ziel der Tagung. Im Tourismuskonzept werden Stärken und Schwächen in der Region definiert, sowie die Zielsetzung. Unweigerlich gehört dazu das Thema Gastronomie. Vier Viersterne-Häuser bei Hotels seien zu wenig; 20 Prozent oder 130 Ferienwohnung mit Zertifizierung geben auch noch Luft nach oben. "Rock die Fränkische" hieß der Impulsvortrag von Jürgen Krenzer. Er hatte die Gabe, mit vielen möglichen und scheinbar unmöglichen Ideen die Zuhörer nicht nur gut zu unterhalten. Als begnadeter Redner verstand er mit Humor und Witz zu stimulieren. "Auslachen, Anmachen, Abkupfern" lautetet seine drei A-These. "Wirst du mit einer Idee ausgelacht, liegst du richtig", machte er Mut zu neuen Ideen und nannte dabei Beispiele aus seiner Praxis in der Rhön. Dann komme die Eifersucht, dann das Abkupfern durch andere. Es waren Tipps & Tricks zur Inszenierung authentischer Ideen, dabei mit einem starken Profil mit lokalen Ideen.
Roland Wölfel als Berater der TZ setzte sich in seinem Vortrag mit den Themen der besseren Organisation und Kooperation durch das Tourismuskonzept Fränkische Schweiz auseinander. Dazu sieht er auch die Notwendigkeit der Spezialisierung und Aufgabeteilung in der Region vom Naturpark Fränkische Schweiz, den Fränkisch Vereinen und der Tourismuszentrale und regionalen Organisationen. Wölfel streifte Aktivitäten wie Organisation und Zusammenarbeit privater und öffentlicher Akteure bei der Umsetzung von Projekten durch Akquirieren und Fördermittel für die Touristische Entwicklung wie Kulturerlebnis Fränkische Schweiz, Bikerschaukel, Kletterzentrum oder Kulturweg. Er regte die Erweiterung des Gebietsausschusses durch Vertreter der Unternehmergemeinschaft an. Regionsübergreifend regt er einen Innovationsfond Tourismus an.
Breiten Raum nahm das Thema Besucherinformation ein. Kernziele bilden dabei Einheitliche Servicestandards, ein flächendeckendes Info-Netz oder auch Besucherinfozentren zu Reiseanlässen wie Klettern, Natur, Burgen.
Attraktiv erscheint die Idee von Touchpoints, eine Art lebendige Infotafeln, wie sie bisher nicht in Deutschland zu finden ist. Damit konnte Wölfel auch Markus Söder beeindrucken, der um die Mittagszeit eintraf. Der Staatsminister für Finanzen, Landesentwicklung und Heimat will versuchen, dafür Fördermittel loszueisen.


Heimspiel mit guter Laune

MdL Michael Hofmann, der den Besuch arrangiert hatte, begrüßte ihn zusammen mit Bürgermeister Grüner und Landrat Hermann Ulm. Natürlich gehörte im Saal zunächst ein Test fränkischer Bierqualität sowie fränkischem Hochprozentigem dazu. Letztlich war es ein Heimspiel in bester Laune.
Söder verstand es, Balsam für die oft sensible fränkische Seele zu verabreichen, man war ja unter sich. Als Nürnberger bewies er seine umfangreiche Detailkenntnis der Fränkischen Schweiz. Damit befand er sich übergangslos im Thema Tourismus und lokale Prioritäten.
Alle Mitgliedsorte waren unter den 150 Teilnehmern vertreten. Unter ihnen Touristiker, Gastronomen, Besitzer von Ferienwohnungen und Freizeiteinrichtungen. Das Netzwerk vorantreiben, Vorhalten, Kontakte pflegen, Partner gewinnen, sich mitgenommen fühlen, nennt Schneider zum Abschluss wesentliche Ziele der Veranstaltung. Es gilt, das Bewusstsein zu schärfen und die Zusammenarbeit auf allen Ebenen zu verbessern. Alle waren begeistert, es hat sich gelohnt, resümierte sie zufrieden. Jeder nimmt etwas mit. Dazu erwies sich das Bildungshaus in reizvoller Umgebung als hervorragender Ausrichter der Veranstaltung.