Wie laufen die Einkäufe für Silvester?

Marcus Müller: Das Einkaufen ist etwas schwieriger geworden durch Corona. Viele Gastronomie-Lieferanten sind in Kurzarbeit oder kämpfen mit Lieferengpässen. Für mich ist es deswegen etwas aufwendiger geworden, alle Zutaten rechtzeitig in gewohnter Qualität zu besorgen.

Wo sind Sie gerade unterwegs?

Ich bin gerade auf dem Weg zu einem Asia-Supermarkt in Fürth. Da hole ich jetzt die letzten Kleinigkeiten wie frischen Thai-Basilikum.

Hört sich lecker an. Was steht bei Ihnen auf der Speisekarte zum Jahreswechsel?

Wir setzen in diesem Jahr auf einen Mix fränkischer und französischer Küche. Wir bieten an Silvester zum Beispiel ein Boeuf Bourguignon an. Das ist der absolute Klassiker unter den Schmorgerichten. Das Rindfleisch wird bei uns über 16 Stunden bei 72 Grad langsam im fränkischen Burgunder geschmort. Durch den Wein bekomme ich schöne Vanillearomen und den Geschmack von Trockenfrüchten in das Bourguignon.

Am Schluss gebe ich noch gebratenen Speck und Champignons dazu. Das ist total deftig und lecker.

Wir haben natürlich auch das Schäufele und Karpfen im Angebot. Ohne diese Klassiker geht's nicht.

Bringen die Kunden zum Abholen eigentlich die eigenen Töpfe mit?

Viele machen das tatsächlich so. Wir empfehlen den To-go-Gästen aber unsere Lahner-Boxen. Darin sind alle Zutaten bereits fast fertig vorgegart.

Gibt es auch eine Schäufele-Box?

Ja klar. Mit Klößen und Soße. Das Schäufele muss daheim nur noch 15 Minuten bei 180 Grad in den Ofen - und fertig. Dazu die Klöße ins heiße Wasser und die Soße kurz auf den Herd.

Und dann: Guten Appetit!

Degradieren Sie die Gäste damit nicht ein wenig zu Hilfsköchen?

Könnte man meinen. Wir bieten die Boxen natürlich nicht an, um uns die Arbeit zu erleichtern. Wir machen das, damit die Leute daheim ein Essen in Restaurant-Qualität genießen können. Das Problem mit den To-go-Gerichten ist doch sonst, dass sie daheim nur noch lauwarm und trotzdem schon halb verkocht ankommen. Das wollten wir mit unseren Boxen zum Mitnehmen ändern.

Worin liegt der kulinarische Vorteil der Boxen-Lösung?

Die Leute können sich einfach die Box mit den fast fertig vorbereiteten Gerichten bestellen und je nach Lust und Laune das Essen zuhause in der eigenen Küche kurz fertig garen und dann heiß genießen.

Und sich das Einkaufen sparen?

Das auch. Einen Kopf über den Menü-Plan muss man sich auch nicht machen. Oder wie ich tagelang Ochsenbäckchen schön langsam schmore (lacht).

Aber im Ernst. Der Vorteil soll wirklich ganz praktisch sein. Wir haben zum Beispiel die Ausgangsbeschränkungen. Aber viele Leute wollen doch gerade an Silvester nicht schon um 18 Uhr mit dem Abendessen beginnen. Deswegen die Box. Die kann ich mir tagsüber holen und abends je nach Gusto mit dem romantischen Silvester-Dinner starten.

Das geschmorte Ochsenbäckchen klingt interessant ...

Für Silvester ist unsere Ochsenbacke mit Rotkrautrisotto eine fantastische Geschichte. Die Backe einfach noch ein bisschen in den Ofen. Die wird mit der Zeit nur noch immer besser. Die Ochsenbacke bleibt immer schön saftig.

Haben Sie noch einen Vorschlag?

Rinderfilet ist auch immer der Hammer. Wir braten das Filet etwas vor. Und geben auch schöne Rosmarin-Kartoffeln und eine feine Soße in die Box.

Wir haben auch eine rosa gebratene Lammhüfte als Box. Daheim kurz in die Pfanne und - fertig! Unser Ziel ist es gewesen, den Gästen trotz Corona daheim das Restaurant-Erlebnis ohne viel Aufwand zu ermöglichen. Damit der Jahreswechsel kulinarisch gut in Erinnerung bleibt.