Beeindruckend ist die Siemens-Standorthistorie in Forchheim ohnehin schon. 1985 begann die Firma ihr Engagement mit dem Kauf der Lösch-Halle in der Daimlerstraße 4. Seit 1990 expandierte Siemens dann in regelmäßigen Abständen An der Lände. Die letzen Büro- und Entwicklungsgebäude waren 2016 fertiggestellt worden. Und am Montag signalisierte der Stadtrat, dass Siemens Healthineers im Forchheimer Süden im großen Stil weiterbauen darf.

Allerdings regten sich trotz einstimmiger Billigung der Bauvoranfrage auch kritische Stimmen. "Sie wollen das Wertvollste, was eine Kommune hat", betonte Manfred Hümmer (FW). Und fragte, was Siemens im Gegenzug für die Flächen bereit sei, für die Stadt zu leisten?

Projektleiter Karl Göpfert und Heinz Mayer, der Leiter der Immobilienabteilung, wiesen auf den "Mehrwert" hin, den jede große Investition mit sich bringe. Über die Zahl neuer Arbeitsplätze machten sie aber keine keine Angaben.

Während die Siemens-Manager von einer "Win-win-Situation" sprachen, kritisierte Manfred Hümmer, dass die "soziale Komponente" der Firma Siemens nicht mehr das sei, was sie einmal war. Auch sollte sich der Konzern am Ausbau der Infrastruktur beteiligen, regte der FW-Fraktionsvorsitzende an. Denn mit der Expansion kämen Verkehrsprobleme auf die Stadt zu.

Für die geplanten Produktions-, Büro- und Lagergebäude (und ein Parkhaus) sollen rund 42 000 Quadratmeter überbaut werden. Den Großteil der Flächen (momentan Parkplätze) besitzt Siemens bereits. "Wir benötigen noch 18 000 Quadratmeter", sagte Heinz Mayer. Angebote habe die Stadt bereits gemacht. Baurechtlich sei das Projekt kein Problem, sagte Stefan Schelter, der Leiter des Bauordnungsamtes. Bereits in den 60er Jahren sei das Gebiet An der Lände für "ganz große Industriehallen" vorgesehen gewesen.

Peter Hackenschmied (Head of Technology Center Power & Vacuum Products) warb für die zweigeschossige Produktionshalle, die, über 100 Meter lang, direkt am Kanal entstehen soll. Annette Prechtel, die FGL- Fraktionssprecherin, begrüßte die Erweiterung; blickte aber auch besorgt auf den hohen Flächenverbrauch: "Das Gesicht der Stadt wird sich massiv verändern. Daher forderte auch Annette Prechtel ein "Bekenntnis für Forchheim" - in Form einer "finanziellen Beteiligung am Gemeinwesen".

Ein "sehr starkes Ja" war vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Reiner Büttner zu hören: "Produktion anzusiedeln, das ist kein Selbstläufer in Deutschland." Dass Siemens die Produktionshalle auf zwei Ebenen bauen wolle, das zeige einen "bewussten Umgang mit dem Flächenverbrauch." Büttner wertete das Expansionsvorhaben als "Bekenntnis für den Standort Forchheim".

Froher Flierl

"Froh und glücklich" könne sich die Kommune angesichts des Siemens-Engagements in Forchheim schätzen, meinte auch Josua Flierl (CSU). Dies sei keine Expansion um ihrer selbst willen; sie diene den Menschen in Forchheim und es gebe keinerlei Grund, daran Kritik zu üben.