Warum und an welchen Stellen passieren in Forchheim besonders viele Verkehrsunfälle? Hartmut Demele kennt die Ursachen. "Viele sind gedanklich woanders und denken an tausend andere Sachen", sagt er bei einem Vortrag vor älteren Verkehrsteilnehmern.

Demele ist nicht nur Verkehrssachbearbeiter bei der Polizei, sondern auch Zweiter Vorsitzender der Kreisverkehrswacht Forchheim-Ebermannstadt. Der Verein will zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr beitragen und hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle Verkehrsteilnehmer vom Kleinkind bis zum Senior auf mögliche Gefahren vorzubereiten.

Ehrenamtliche Vorträge

Darum halten Demele und seine Kollegen von der Verkehrswacht auch regelmäßig ehrenamtlich Vorträge.

Zuletzt hatte die Forchheimer Kolpingsfamilie ihn und den Vorsitzenden Máté Moré eingeladen, um ältere Verkehrsteilnehmer über Gefahren im Straßenverkehr und eine ökologisch sinnvolle Fahrweise zu informieren. "Die meisten Autofahrer denken, das Autofahren, das Schalten und Kuppeln geht automatisch. Doch dann wird man unaufmerksam", sagt Demele.

Die meisten Unfälle im Landkreis ereignen sich seinem Wissen nach im Stadtgebiet Forchheim, da dort einfach die meisten Autos unterwegs sind. Wenn das neue Schuljahr beginnt, hängen in vielen Ortschaften gelbe Spannbänder, die darauf aufmerksam machen, dass Schulanfänger unterwegs sind. Die Verkehrswacht sponsert diese Transparente, die an das Verantwortungsbewusstsein der Autofahrer appellieren.

An zwölf Stellen im Landkreis Forchheim stehen außerdem Plakatständer, die von den Mitgliedern der Verkehrswacht regelmäßig mit neuen Motiven passend zur Jahreszeit beklebt werden. Die Autofahrer sollen so auf Gefahren und aktuelle Sicherheitsthemen aufmerksam werden.

Kampf gegen den Trott

"Ziel ist es, auch die Autofahrer mit solchen Aktionen aus dem alltäglichen Trott herauszuholen und sie daran zu erinnern, dass man mit vollem Bewusstsein fahren muss", erklärt Demele.

Das oberste Ziel aller Mitglieder ist: mehr Sicherheit und weniger Unfälle auf deutschen Straßen. Die Kreisverkehrswacht Forchheim-Ebermannstadt verfolgt dieses Ziel inzwischen seit 50 Jahren konsequent. Auch Kindergärtnerinnen besuchen auf Initiative der Verkehrswacht Fortbildungen, um die Kleinsten zu einem verantwortungsbewussten Verhalten im Straßenverkehr zu erziehen.

Das richtige Verhalten

Verkehrserzieher der Polizeidienststelle gehen in die Kindergärten und Schulen und reden mit den Jungen und Mädchen über das richtige Verhalten im Straßenverkehr.

Außerdem gehen sie auch auf die ältere Generation zu. "Wer vor 30 Jahren seinen Führerschein gemacht hat und seitdem keine Weiterbildung betrieben hat, der könnte heute ein paar Probleme haben. Man muss auf der Höhe der Zeit bleiben", erklärt Vorsitzender Moré.

Die Mitglieder der Kreisverkehrswacht sind auch sehr dankbar dafür, dass die Firma Globus ihren Parkplatz als Übungsgelände für Fahrsicherheitsübungen zur Verfügung stellt und die Stadt Forchheim sich kooperativ zeigt.
Unter den Mitgliedern befinden sich unter anderem auch Fahrlehrer und Polizisten, auf deren Erfahrungen der Verein zurückgreifen kann.

Weitere Hauptaufgaben der Verkehrswacht sind neben der Verkehrserziehung im Kindergarten und in den Schulen die Ausrüstung von Schülerlotsen, Schulweghelfer und Schulbusbegleitern.
Außerdem haben sie sich der Schulung von jungen Kraftfahrern verschrieben und bieten Sicherheitstrainings für Motorradfahrer, Autofahrer und karitative Organisationen wie BRK und ASB an.