Wahlweise erfreut oder erschrocken zeigten sich die Kreisräte im Bauausschuss am Mittwoch. Die Generalsanierung der Georg-Hartmann-Realschule bleibt knapp 1,2 Millionen Euro unter den ursprünglich berechneten Kosten. Wahrscheinlich wird die Sanierung der Forchheimer Schule also für 12,7 Millionen Euro zu haben sein, kündigte Stefan Götz (Chef des Hochbauamtes) an.

Obwohl Reinhold Otzelgerger (SPD) diesen Umstand lobend hervorhob, überwog im Bauausschuss der Tadel an den Mehrungen bei den "Baumeisterkosten". Das sind jene Ausgaben, die bei den Rohbauarbeiten entstehen. Die waren anfänglich mit knapp 600 000 Euro kalkuliert worden.

"Erschütternd" sei es, sagte FW-Kreisrat Richard Gügel, dass nun annähernd 200.000 Euro zusätzlich fällig seien. "Das bereitet mir Kopfschmerzen. Vieles hätte im Vorfeld erkannt werden müssen", meinte Gügel.
Warum müsse etwa 3400 Euro für die Entsorgung alter Möbel ausgegeben werden? Hätte man die Möbel nicht dem Gebrauchtwarenhof "Pack mer´s" überlassen können? Auch Pack mer´s sei wählerischer, als manche glaubten, klärte Stefan Götz auf.

"Massiv erschrocken" sei er angesichts der 200.000 Euro Mehrkosten, sagte Edwin Dippacher, der CSU-Fraktionssprecher. Seine Frage: "War es nicht vorher erkennbar, dass Dosen und Schalter-Öffnungen im Sichtmauerwerk geschlossen werden müssen?" Daher reihte Dippacher die Ausgabensteigerung in die Kategorie "nicht vernünftig" ein.

Stefan Götz und der Gesamtprojektleiter Jochen Hinz (von der Firma BaurConsult aus Haßfurt) legten dann Posten für Posten dar, wie die 16 Nachträge zustande gekommen waren. "Alles plausibel", meinte Götz. Vor allem die miserable Betonsubstanz sei nicht absehbar gewesen, sagte Jochen Hinz. Mit Klopftest und Probebohrungen sei eben nicht zu entdecken, wenn die "Tiefenstruktur des Betons" mangelhaft sei.

Fallende Wände

Jürgen Schleicher (Junge Bürger) war es, der sich angesichts der Verdoppelung der Beton-Kosten, (von 70 000 auf 140.000 Euro) verständnislos gezeigt hatte. Stefan Götz rechtfertigte aber auch diese zusätzliche Ausgabe: Bei der Sanierung habe sich herausgestellt, dass beim Bau der Realschule "sehr wenig in die Sicherheit investiert" worden war; viele Mauern entsprechen daher nicht den heutigen Brandschutz-Auflagen. "Es wurde zu wenig gemauert". Folge: Einige Zwischenwände sind bei der Sanierung "einfach in sich zusammengefallen", sagte Götz.

"Erfreulich ist es nicht, verstanden haben wir es", kommentierte Landrat Hermann Ulm (CSU) die Begründungen der Architekten. Doch während auch Reinhold Otzelberger die Mehrkosten "mit Verständnis zu Kenntnis" nahm, blieb Hermann Greif (CSU) skeptisch: Statt Schalter-Öffnungen für 11.000 Euro "rauszuklopfen", sollten die Dosen mit Metallplatten kaschiert werden.

Trotz aller Kritik wurden sämtliche Aufträge für die Generalsanierung der Realschule am Ende einstimmig vergeben.