Der Gemeinderat Obertrubach hat beschlossen, zwei städtebauliche Verträge mit der Firma Schmetterling im Rahmen der Bauleitplanung Geschwand für die Bereiche "Raunerhof" und "Wirtswiese" abzuschließen. Gemeinderat Roland Wölfel (BWGO) regte an, die für den Gemeindebereich gültige Familienkomponente in den Vertrag aufzunehmen.

Darin fördert normalerweise die Gemeinde bei eigenem Baugrund sich ansiedelnde Familien pro Kind unter 16 Jahren mit 1000 Euro Prämie. Da es sich jedoch um kein Gemeindeobjekt handelt, wird der Passus nicht in den Vertrag aufgenommen. Der Gemeinderat ist jedoch zuversichtlich, in einer Nebenabsprache diesen Punkt unterzubringen.

Des Weiteren soll die Parzellierung mit sieben Plätzen nach Möglichkeit eingehalten werden. Für einen zeitlichen Bauzwang, wie von Wölfel angeregt, sah Bürgermeister Markus Grüner (CSU) keine Grundlage. "Das ist Privatgrund, das würde Ihnen doch auch nicht gefallen, das machen wir nicht", war die klare Absage. Dass das Baugelände zu einem Spekulationsobjekt werden könnte, dafür sieht man in der Mehrheit auch keine Veranlassung.

Wie Markus Grüner weiter mitteilte, gibt es in der Gemeinde zurzeit keinen gemeindlichen Baugrund mehr. Allerdings kann sie in Kürze einige Bauplätze erwerben. Der Baulandpreis ab Januar 2018 wurde in der Sitzung auf 40 Euro pro Quadratmeter zuzüglich Erschließungs- und Herstellungsbeiträge festgelegt. Das bedeutet eine Anhebung um zehn Euro.

Von privater Seite lagen drei Bauanträge vor. Bei einem Antrag führt die Erschließung über diverse Privatgrundstücke. Das Einvernehmen des Gemeinderates wurde erteilt unter der Voraussetzung, dass die Erschließung gesichert wird.

Bei einem zweiten Vorhaben besteht das Bayernwerk darauf, dass eine vier Meter breite Durchfahrt gesichert ist. Unter der Voraussetzung, dass zwischen dem Stromlieferer und dem Antragsteller eine Einigung erzielt wird, stimmte das Gremium mit 10: 2 zu. Die beiden Vorhaben sind in Geschwand geplant.


Farbe der Ortsbeleuchtung

Die künftigen Farben der Ortsbeleuchtung beschäftigen den Gemeinderat nicht zum ersten Mal. Im konkreten Fall ging es um die Straßenbeleuchtung mit Umbau in diversen Bärnfelser Straßen. Heike Habermann (BWGO) verwies auf den großen Umfang der Beleuchtung mit einem hochgerechneten Volumen um die 200.000 Euro. Ihr Antrag war, statt neutral-weißes Licht warm-weiße LED-Leuchten zu wählen. Das Aufstellen von Musterleuchten wurde angeregt. Markus Grüner wies darauf hin, dass solche Leuchten weniger Ausleuchtung und höheren Aufwand bedeuten würden. "Die Ausleuchtung muss in erster Linie ihren Zweck erfüllen und funktional sein", betonte Geschäftsleiter Ulrich Meierhöfer. Die Ausleuchtung mit neutral-weiß werde auch vom Bayernwerk empfohlen, dahinter stünden keine wirtschaftlichen Interessen. Die konträre Diskussion zeigte: Die Beleuchtung bleibt im Obertrubacher Gemeinderat ein Dauerbrenner.

Einigkeit herrschte dagegen hinsichtlich des Umganges mit der Turnhalle der Verbandsschule Gößweinstein. Das Signal an den Schulverband heißt eindeutig Neubau.

Kompakt fiel der Bericht von Bürgermeister Markus Grüner aus. Interessant ist die Mitteilung der Deutschen Telekom, dass der Nahbereichsausbau mit Vectoring nach aktuellem Zeitplan für das vierte Quartal 2018 vorgesehen ist. Dies bedeutet die Freischaltung einer Software, mit der die maximale Geschwindigkeit von bisher 50 MBit/s verdoppelt werden kann.

Erfreulich bezeichnet Grüner auch den Jahresbericht des Verkehrsverbundes VGN, nach dem die Fränkische Schweiz auch 2017 mit knapp 50.000 Fahrgästen die beliebteste Freizeitregion in Franken ist. Innerhalb der Fränkischen Schweiz war der Trubachtal-Express (Linie 229) mit gut 14.000 Fahrgästen knapp Spitzenreiter vor dem Wiesenttal-Express mit 13.630 Fahrgästen.


Thema Abwasser

Eine Punktlandung machten die Obertrubacher bei den Kosten der Abwasserentsorgung. Der Abwasserzweckverband Trubachtal teilte die Umlagen mit. Die Betriebs- und Verwaltungsumlagen 2017 belaufen sich auf 136.610 Euro gegenüber einem Haushaltsansatz von 140.000 Euro.

Der Bürgermeister berichtete von einer Sitzung der Steuerungsgruppe des Wirtschaftsverbands A 9. Thematisiert wurde dort unter anderen die "Bike-Schaukel", der "Vitalitätscheck 2.1" und das "Wassererlebnis Fränkische Schweiz". Punkte, die ab Frühjahr 2018 angegangen werden sollen.

Markus Grüner warf in der Feier zum Jahresabschluss noch einen kurzen Blick auf die Gemeinde. 2307 (Vorjahr 2303) Einwohner zählt sie, verzeichnet 19 Geburten (18), dazu 24 (14) Sterbefälle, 102 Zuzüge (100) und 97 Wegzüge (110). Mit 623.000 Euro Schulden, 282 Euro pro Einwohner, (743.000/335) steht die Kommune auf soliden Füßen.

Bürgerversammlungen nimmt die Gemeinde Obertrubach sehr genau. Von allen vier Zusammenkünften der letzen Wochen in den diversen Ortschaften wurden ausführliche Protokolle angefertigt und jetzt in der Gemeinderatssitzung entsprechend abgearbeitet. Im Weiteren nahmen Bauangelegenheiten breiten Raum in den Diskussionen ein. Zur Kenntnis nahm der Gemeinderat den Bebauungsplan "Im Möchser Süden" des Marktes Hiltpoltstein.