Auch wenn es manchem Ebermannstadter nicht gefallen dürfte: Das "Mutmacher-Haus" in Ebermannstadt ist nun eröffnet. Es ist Teil eines Gesundheitsnetzwerks für Menschen mit Krebs, das in den letzten Tagen für einigen Wirbel gesorgt hat. Kritiker werfen der ausgebildeten Präventologin Birgit Mally-Blank vor, sie würde die von ihr gegründete Selbsthilfegruppe gegen Krebs zu kommerziellen Zwecken nutzen.

Für Vorwürfe dieser Art war am Samstag jedenfalls kein Platz. Für Mally-Blank und ihre Mitstreiter geht mit der Eröffnung ein "großer Traum in Erfüllung". Das Haus sei ein "Meilenstein in der Selbsthilfe", sagt Mally-Blank stolz vor den versammelten Gästen.


Unter dem großen Jubel der Helfer, Unterstützer und Freunde der "Mutmacher" schnitt Schirmherrin Ingeborg Weise, die Vorsitzende der "Bürgerstiftung Nürnberg", das obligatorische rote Band am Eingang des früheren Kutscherhauses durch. Weise hatte auch die Küche gespendet, die nun im oberen Stockwerk des 60 Quadratmeter großen Gebäudes einen Platz gefunden hat.

Kein "Almosenhaus"

Mally-Blank ist glücklich und zufrieden mit dem Ergebnis und schwärmt von der Einrichtung des Mutmacher-Hauses. "Das Haus ist mit Spenden, Geschenken und durch viel ehrenamtliche Zeit entstanden", betont sie. Sie habe persönlich Wert darauf gelegt, dass ein "schönes Haus" entstehe, in dem Ratsuchende sich wohlfühlen können, und kein "Almosenhaus".

Lange ist die Liste der Helfer und Unterstützer, denen Mally-Blank allen einzeln dankt. "Dankbarkeit" ist das offizielle Motto, unter dem die Eröffnungsfeier steht. Pfarrer Anton Heinz vom "Apostolischen Ritterorden des Heiligen Georg von Burgund" erteilt den Segen und überreicht Mally-Blank zudem 500 Euro zur Unterstützung ihres Netzwerks gegen Krebs.

Eine Krebssportgruppe

Mally-Blank informiert über Projekte, die in der nächsten Zeit in Angriff genommen werden sollen. Die "Mutmacher" wollen unter anderem eine Krebssportgruppe ins Leben rufen. "Das wird ein großes Thema sein, denn das gibt es hier noch nicht", erklärt Mally-Blank. Ab Herbst sollen darüber hinaus auch diverse Kurse starten.

Professor Volker Hanf, Chefarzt der Frauenklinik und des Brustzentrums im Klinikum Fürth, der auch der behandelnde Arzt von Mally-Blank während ihrer damaligen Krebserkrankung war, sagt, wie wichtig "Mutmachen" in der heutigen Zeit sei. Das Zuhören in einer ökonomischen Gesundheitsindustrie sei selten geworden, da "Maßnahmen" vergütet werden würden, "Wissen und Zeit aber nicht". Diese Lücke wollen die Mutmacher nach eigenem Bekunden füllen.

Dem entgegen stehen die Anschuldigungen von Ebermannstadter Bürgern. Mally-Blank sagt, man wolle sich anstrengen, betroffenen Menschen helfen und ihnen Mut zusprechen. Das werde auch gelingen, so "bunt und fröhlich wie wir sind".